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Highlight mit Macken - Die Kurzfilmnacht am Elbufer Dresden

Highlight mit Macken - Die Kurzfilmnacht am Elbufer Dresden

Bange schweiften die Blicke am Mittwochabend immer wieder zum Himmel über dem Elbufer. Kurz nach 21 Uhr zogen dichte, schwarze Wolken aus Richtung Yenidze herüber, Wind wehte Laub und vertrocknete Blüten über die Plastikstühle und in unvorsichtigerweise nicht abgedeckte Gläser.

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Edmond mit Eselsohren aus Papier. Im Film "Edmont était un âne" verschwindet er schließlich spurlos.

Quelle: PR

Kurz zuvor hatte die Dresdner Band Ansa ihren halbstündigen Auftritt bei den Filmnächten am Elbufer beendet. Als nächste große Sache aus der Landeshauptstadt von den Veranstaltern angekündigt, blieb der Auftritt der Deutsch-Poprocker eher belanglos. Nicht schlecht, das letzte Quentchen Besonderheit fehlte jedoch. Das mag auch der nicht sonderlich guten Soundqualität geschuldet sein.

Bei annähernd ausverkaufter Plastik-Bestuhlung präsentierte das Filmfest Dresden im Anschluss eine Auswahl der besten Clips des diesjährigen Festivals sowie den Sieger des Filmwettbewerbs Dogs, Bones and Catering. Zuvor ertrug der willige Filmfan noch eine geschlagene halbe Stunde Werbung.

Den Anfang machte - nachdem Musik, Werbung und ein kurzer Clipdreh für die kommende Jugendjury-Suche ertragen waren - der Animationsfilm "Wind". Fliegende Bärte, Hunde, Glieder, Hüte und sogar Bier - zum Auftakt etwas zu lachen. Im Anschluss folgen mit "Das Geschenk", "Posledny Autobus" und "Na Kravat" längere Filme, die zum Nachdenken anregen. Gewalt gegen Kinder, Jagd auf Waldtiere und Beziehungsprobleme - keine leicht verdauliche Kost. "Flucht nach vorn", der letzte Streifen in Block eins, lockert die Stimmung wieder auf. Im Besuchsraum der JVA macht die einsitzende Vicky völlig aufgelöst (und sehr lautstark) mit ihrem Freund Wolf Schluss. Der sieht nur eine Möglichkeit: Er muss ihren Mops ins Gefängnis schmuggeln.

Block zwei startete nach einer kurzen Pause mit "Shortfilm" - einem Manifest für Kurzfilme, dargestellt am Ritual des Rasierens. "Edmond était un âne" erzählt die tragische Geschichte von Edmond, dem seine Kollegen aus Jux ein Paar Eselsohren aufsetzen. Doch der stille kleine Mann, der niemals Fahrstuhl fährt, findet im "Esel-Sein" seine neue Identität. Besonders beeindruckend und irgendwie auch abstoßend erzählt der Animationsfilm "Tram" die erotische Fantasie einer Straßenbahnfahrerin, auf deren Höhepunkt sich ihre erotische Mitte zum Fahrkartenentwerter wandelt.

Der Höhepunkt des Abends - leider viel zu spät (es ist bereits nach Mitternacht), dafür mit den meisten Lachern und dem lautesten Applaus - ist der Film der Sieger von Dogs, Bones and Catering: Team Kumpels & Friends. Sie zeigen 48 Sekunden aus dem Leben einer Frau mit Computer, "Mensch und Maschine." Hervorragend. Und geregnet hat es auch nicht.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.07.2013

Franziska Schmieder

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