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Hacker-Angriff - Geldbitte ging mit Namen von Dresdens Ex-Ausländerbeauftragten um die Welt

Hacker-Angriff - Geldbitte ging mit Namen von Dresdens Ex-Ausländerbeauftragten um die Welt

Ex-Botschafter Avi Primor hat eine Mail bekommen. Darin wird er gebeten, so schnell wie möglich 1350 Euro nach England zu schicken. Die Mail erreichte ihn am vergangenen Donnerstag, Geld hat er wahrscheinlich nicht geschickt.

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Marita Schieferdecker-Adolph ist die Mail peinlich, obwohl sie nicht von ihr stammt.

Quelle: Archiv

Denn Marita Schieferdecker-Adolph, ehemals Ausländerbeauftragte der Stadt und jetzt Vorsitzende des Vereins "Stolpersteine für Dresden", hat nichts von ihm gehört. Sie wollte auch gar kein Geld von ihm, dabei steht sie als Absenderin in der Mail, hat sie angeblich sogar mit "besten Grüßen" und ihrem vollen Namen unterzeichnet.

Der Dresdnerin ist das furchtbar peinlich. Denn die Bettelmail stammt nicht von ihr. "Ein Hacker hat diese verfasst und auch alle meine Daten gelöscht", teilte sie in der Nacht zum Ostersonntag den wichtigsten Empfängern der Falschmeldung mit. Zigfach, vielleicht sogar hundertfach wurde diese Nachricht verschickt, befürchtet die Vereinsvorsitzende und hofft, dass alle Empfänger die Trickserei erkannt haben. "Manche haben auch drei solche Mails bekommen", berichtete sie gestern auf DNN-Anfrage.

Am Text wird schnell deutlich, dass es sich um eine sogenannte Spam-Mail handelt. "Hallo" steht in der Betreffzeile, der Text selbst beginnt dann ohne Anrede und enthält zahlreiche Fehler. Rechtschreibung und Grammatik sind nicht korrekt, wenngleich der Text glaubwürdig klingt. Sie habe ihre Tasche verloren, heißt es darin, Reisepass und Kreditkarte seien damit weg. Zwar ermögliche die Botschaft den Rückflug auch ohne Pass, aber es fehle das Geld für die Hotelrechnung und das Flugticket. Per Geldtransfer über das Unternehmen Western Union sollten 1350 Euro an sie geschickt werden, möglichst schnell, damit der nächste Flug erreicht wird, heißt es weiter. "Man kann sich das Geld auch ohne Vorlage eines Ausweises auszahlen lassen", hat sich Marita Schieferdecker-Adolph von einem Bekannten sagen lassen. "Das ist nicht richtig", widerspricht Lina Blankenagel, die Pressesprecherin des Geldtransfer-Unternehmens Western Union in Frankfurt am Main. Grundsätzlich solle man ohnehin nur Geld an persönliche Bekannte schicken, in vielen Ländern wird außerdem eine Transferkontrollnummer verlangt, die dem Empfänger vom Absender übermittelt werden muss. Allerdings trifft das nicht auf Deutschland zu. Darüber hinaus gibt es Testfragen, die auf Verlangen des Absenders vom Empfänger vor der Auszahlung beantwortet werden müssen. Ohnehin muss der Empfänger den richtigen Absender und das Herkunftland des Geldes nennen. Mehrere Versuche lassen die WU-Mitarbeiter nicht gelten.

Die Dresdner "Stolpersteine"-Vorsitzende hat mittlerweile bei der Polizei eine "Anzeige gegen Unbekannt" aufgegeben. "Wir ermitteln wegen Computerbetrugs in Zusammenhang mit einer Geldforderung", sagte Polizeisprecher Wolfgang Kießling. Marita Schieferdecker-Adolph hofft unterdessen, dass die unseriöse Nachricht keinen Schaden ausgelöst hat, niemand auf die Falschmeldung hereingefallen ist und Nachrichten von ihr künftig nicht automatisch in Spam-Ordnern landen. Denn das könnte ihrer Arbeit im Verein "Stolpersteine für Dresden" schaden.

Hinweise der Polizei

Personen, deren Mailadresse für Spam-Nachrichten missbraucht wurde, empfiehlt die Polizei, den Provider (den Internetdienst-Anbieter) darüber zu informieren. Außerdem sollten sie selbst die Passwörter all ihrer Internetanwendungen ändern und dabei keine zu einfachen Passwörter verwenden. Auf jeden Fall sollte es sich um eine längere Buchstaben-Zahlen-Kombination handeln, so die Beamten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.04.2013

Christoph Springer

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