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Ganz weit weg vom Stadtleben - Rosa Enskat spielt im Western "Gold"

Ganz weit weg vom Stadtleben - Rosa Enskat spielt im Western "Gold"

damit untrennbar verbunden sind die Namen Gojko Mitic und Pierre Brice. Am Donnerstag startet "Gold" - ebenfalls ein deutscher Western - in den Kinos.

Rosa Enskat und Wolfgang Packhäuser spielen das Ehepaar Maria und Otto Dietz.

Quelle: PR/Verleih

Deutscher Western. Mit dabei Nina Hoss und Rosa Enskat, letztere in Dresden bekannt als Ensemblemitglied des Staatsschauspiels. Über den Filmdreh ließ sich Rosa Enskat per Mail befragen.

Frage: Sie sind den Dresdnern vor allem als Theaterschauspielerin bekannt. Welche Erfahrungen haben Sie als Filmschauspielerin?

Rosa Enskat: Seit 2002 stehe ich auch vor der Kamera. Inzwischen habe ich in über 50 Filmen mitgespielt. Darunter die Filme "Barbara" von Martin Pätzold, der das Leben in der DDR zum Thema hatte, und der Film "Kriegerin" über die Nazi-Subkultur.

Welche Unterschiede gibt es für Sie zwischen der Darstellung auf der Bühne und vor der Kamera?

Die Arbeit auf der Bühne ist viel körperlicher. Bei der Arbeit vor der Kamera geht es um Reduktion. Ein Zwinkern bedeutet auf der Bühne nichts, kommt in der letzten Reihe gar nicht an, im Film hingegen kann mit einer kleinen Augenbewegung eine große Aussage transportiert werden. Oder anders gesagt: Beim Theater muss der Schauspieler die Zuschauer erreichen, beim Film hingegen nähert sicher der Zuschauer über die Kamera dem Schauspieler. Beim Theater gibt es auch oft eine künstlerische Formsprache, eine eigene Darstellungsart, die eine eigene Wirklichkeit erschafft und nicht die Realität wie beim Film abbildet.

Der deutsche Western ist derzeit nicht sehr verbreitet. Was hat Sie von "Gold" überzeugt?

Zu allererst das Drehbuch. Beim Lesen war ich bei jedem Schritt der deutschen Auswanderer dabei, konnte jeden Sonnenauf- und untergang mitfühlen. Das Drehbuch las sich überhaupt nicht wie ein Western und "Gold" ist auch kein Western. Die Geschichte spielt zu dieser Zeit, das ist richtig, aber es geht um Träume und Hoffnungen deutscher Auswanderer, die sich auf dem Weg zu ihrem Glück machen.

Von dem Film überzeugt hat mich auch die Aussicht, an Originalschauplätzen zu drehen. Sieben Wochen in der allerschönsten Natur an abgelegenen Orten in Kanada zu verbringen, war ein einmaliges Erlebnis.

Ist "Gold" Ihre erste Zusammenarbeit mit Thomas Arslan? Wie kam es zu der Kooperation?

Mit Thomas Arslan war es mein erster Film. Die Produzenten von Gold, Schramm Film, kannte ich schon von den Filmen "Barbara" und "Gespenster". Thomas Arslan hat mich um ein Treffen gebeten und mir von seinem Filmprojekt erzählt. Am Ende des Gesprächs habe ich ihn gefragt: "Sind wir uns jetzt versprochen?" Diese Frage hat er bejaht.

Wie haben Sie sich auf den Dreh vorbereitet?

Zur Vorbereitung habe ich in Deutschland über mehrere Monate ein Reittraining absolviert. Das war anstrengend und sehr aufregend. In Kanada haben wir uns mit der Lebensweise der deutschen Auswanderer vertraut gemacht. Wie haben gelernt, wie damals gekocht wurde, Kaffee gemacht und Zelte aufgebaut wurden.

Wie würden Sie ihre Figur Maria Dietz beschreiben? In welchem Verhältnis steht Maria zu Otto Dietz?

Maria Dietz ist eine deutsche Köchin, die nach New York ausgewandert ist und dort mit ihrem Mann Otto Dietz ein Restaurant führt. Beide sind ein entbehrungsreiches Leben gewöhnt. Dem Ruf des Goldes folgend, setzen sie alles auf eine Karte, um ihr Glück am Klondike River zu finden. Sie betrachten die Gruppe der Auswanderer als Zweckgemeinschaft, sie wollen dort keine neuen Freundschaften schließen oder sich zerstreuen. Sie will zum Gold.

Maria Dietz ist die bestimmende Kraft in der Ehe, wahrscheinlich auch die Wagemutigere der beiden. Aber sie ist auch sehr loyal. Als ihr Mann verunglückt, hält sie zu ihm. Da steht er ganz klar im Mittelpunkt ihres Interesses.

Wie liefen die Dreharbeiten? Hat Ihnen als Berlinerin die Stadt gefehlt?

Mir hat die Stadt keine Sekunde gefehlt. Die Natur war so überwältigend, tagelang haben wir keine fremden Menschen gesehen. Wir waren gefangen von den Elementen, das Stadtleben war ganz weit weg. Zu einem Zeitpunkt drohten die Dreharbeiten zu scheitern. Ein Waldbrand war ausgebrochen und weite Teile des Landes wurden evakuiert, auch unsere Ranch stand kurz vor der Räumung, aber dann konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden. Aber meinen Freund, meine neue Liebe, mit dem ich erst seit kurzem zusammen war, habe ich in den langen Wochen in Kanada sehr vermisst.

Wie empfanden Sie die Zusammenarbeit mit Nina Hoss?

Nina ist eine tolle Kollegin, wir hatten sehr viel Spaß miteinander. Manchmal haben wir uns über kleine Vorkommnisse beim Dreh schlapp gelacht .

Haben Sie sich "Gold" bereits angesehen? Sind Sie zufrieden?

Ja, auf der Berlinale. "Gold" war der einzige deutsche Film im Wettbewerb. Die Fassung, die jetzt in die Kinos kommt, ist neu geschnitten. Darauf bin ich schon sehr gespannt. Mir hat der Film sehr gefallen, aber zufrieden muss nicht ich mit dem Film sein, sondern der Regisseur. Es ist sein Werk, seine Idee, die filmische Realität geworden ist. Ich bin gespannt, wie die Dresdner den Film finden. Bei der Premiere auf der Berlinale waren einige Dresdner dabei, die mich auf dem roten Teppich mit lauten "Frau Müller, Frau Müller"- Rufen begrüßt haben. Das war eine schöne Überraschung.

Auf welche nächste Rolle in Dresden freuen Sie sich besonders?

Auf meine Zusammenarbeit mit der Regisseurin Barbara Bürk in "Geschichten aus dem Wienerwald". Premiere ist am 23. November. Aber ich freue mich auch, als Frau John in Gerhard Hauptmanns "Die Ratten" und weiter als Frau Müller in Lutz Hübners "Frau Müller muss weg" für mein Dresdener Publikum auf der Bühne zu stehen.

Interview: Franziska Schmieder

iPremiere "Gold": Donnerstag 17.45 Uhr im Programmkino Ost

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.08.2013

Franziska Schmieder

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