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Fluthilfe im Netz organisiert: Bahn frei für die "Facebook-Brigaden"

Fluthilfe im Netz organisiert: Bahn frei für die "Facebook-Brigaden"

Mit jeder Straßenbahn tauchen auf der Leipziger Straße gestern Vormittag mehr Menschen in Gummistiefeln oder Wanderschuhen auf. Bei vielen sind die Hosenbeine noch vom Vortag mit Schlamm bespritzt.

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Dass hier Hilfe gebraucht wurde, wussten diese Fluthelfer aus dem Internet.

Quelle: Lara Schech

Dass hier Hilfe benötigt wird, haben die meisten bei Facebook und anderen Onlineangeboten (DNN berichtete) erfahren. Schon am frühen Morgen heißt es dort: "Leipziger Straße braucht dringend Hilfe, Dammbruch befürchtet" und "Leipziger braucht Helfer: Sandsäcke stapeln. Sport frei!" Eine Nutzerin kommentiert: "Super, wie schnell das ging. Leute und Sandsäcke kamen in Windeseile!"

So kommen minütlich neue Helfer zwischen dem Alten Schlachthof und der Oschatzer Straße dazu, die sich zwar nicht kennen, aber innerhalb von Sekunden koordinieren. Die Zusammenarbeit der Facebook-Brigaden ist top. Nicole und Teresa (beide 22), die am Alexander-Puschkin-Platz an den Dämmen arbeiten, sind zwei der über 44 000 Facebooknutzer, die der "Fluthilfe Dresden" folgen: "Woanders erfährt man nicht, wo hier Leute gebraucht werden. Bei denen wird es immer ganz aktuell gemeldet." Auch Paul (28) hatte sich zuerst im Internet informiert, bevor er aus Berlin anreiste, um zu helfen. Bei seiner Ankunft hatte er noch nicht mal einen Schlafplatz: "Ich habe bei den Sandsäcken das Mädel neben mir angequatscht und dann abends bei ihr in der Mädchen-WG gepennt. Ich bin herzlich empfangen worden - sogar Kaffee gab's."

Auf Google informiert eine Karte jederzeit, wo genau Hilfe gebraucht wird. Patrick und Sarah (jeweils 23) halten sich dort auf dem Laufenden: "Eigentlich muss ich meine Diplomarbeit schreiben", sagt Patrick, "aber das hier hat Vorrang. Bevor wir uns losmachen, gucken wir immer auf der Googlekarte, wo helfende Hände gebraucht werden". Schon kommt ein Lastwagen voller Sandsäcke vor den beiden zum Stehen. Mit gut dreißig Mann klettert Patrick eilig auf die Ladefläche, wie Ameisen auf ein herabgefallenes Bonbon, und reicht Sandsäcke hinunter.

Auch Hungrige und die, die Verpflegung bringen, finden bei Facebook zusammen: "Leipziger Straße braucht Getränke, wer kann was hinbringen?" Nur wenig später in der Kommentarspalte die Reaktion: "Wir kommen mit 'nem Hänger voll. Wo genau hin?", jemand schlägt vor: "Moritzburger Str., Hartigstr, Puschkinplatz". Die Antwort "Ok, sind unterwegs zu euch" gefällt vier Nutzern. So werden binnen Sekunden aus Fremden Gleichgesinnte.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.06.2013

Lara Schech

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