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Exklusive Vorführung des Konzertfilms "Another Day, Another Time" im Programmkino Ost

Exklusive Vorführung des Konzertfilms "Another Day, Another Time" im Programmkino Ost

Dem leider immer wieder auftretenden Phänomen, dass Konzert- und Musikfilme im Kino nicht gerade zu den Straßenfegern gehören, kann heute Abend gern widersprochen werden.

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Die Folkmusiker Chris Eldridge, Marcus Mumford, Jay Bellerose, Chris Thile und Gabe Witcher (v.l) auf den Spuren ihrer musikalischen Erben.

Quelle: PR

Dann gibt es im Dresdner Programmkino Ost die einmalige Aufführung von "Another Day, Another Time" zu sehen. Es ist die Dokumentation eines Konzerts in der New Yorker City Town Hall von September 2013. Regisseur Christopher Wilcha war bei Proben und während des Auftritts mit den Kameras dabei, um mitzuschneiden, wie zeitgenössische Rock- und Folkkünstler dem bislang letzten Film der genialen Regie-Brüder Ethan und Joel Coen und damit einer ganzen Epoche gehuldigt haben.

"Inside Llewyn Davis" begab sich auf Spurensuche ins New York der spätfünfziger, frühsechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Mit der fiktiven Person des Helden wurde auf unterhaltsame, dennoch sehr präzise Weise den Anfängen des Pop-Folk gedacht, als sich Künstler wie Bob Dylan der Wurzeln von Woody Guthrie und Pete Seeger annahmen und in Cafés und Clubs ihre eigenen Wege ebneten. Im Falle Llewyn Davis geht es einher mit Glücklosigkeit im Beruflichen wie Familiären. Die Freundin ist schwanger, mag aber voraussichtlich nichts Festes mit Llewyn. Der ist zu windig, meistens weg wie das Geld im Portmonee. Langspielplatten als Ladenhüter, Kontakte als bizarre Typen, eine Katze als bester Freund - ein traurig-schönes Werk dieser gefeierten Filmbrüder, die ja schon mit "O Brother, Where Art Thou?" der Bluegrass-Musik auf die Sprünge geholfen hatten. Dort geschah es indirekt, hier sehr offen.

Den famosen Soundtrack hat wieder die Produzenten-Koryphäe T Bone Burnett betreut. Kompositorisch war diesmal auch Marcus Mumford von Mumford & Sons beteiligt, bis auf zwei Lie- der wurden die Stücke neu komponiert, gesungen haben die Hauptdarsteller Oscar Isaac, Carey Mulligan und Justin Timberlake zum Teil selbst. Die Idee, der so prägenden Ära populärer Musik auch mit einem Konzert zu gedenken, kam schon während des Drehs. Gesagt, umgesetzt! Einmalig versammelten sich auf der Bühne unter anderem Patti Smith, Joan Baez, The Avett Brothers, The Punch Brothers, Jack White, Gillian Welch, großartige, hier bislang eher unterbelichtete Künstler wie The Milk Carton Kids und Rhiannon Giddens sowie die Protagonisten Isaac und Mumford. Sie spielten die Songs aus "Inside Llewyn Davis" und Klassiker. Grandiose Energie, famoses Ereignis!

Der Film ist in einer exklusiven und einmaligen Aufführung nun in Dresden im Kino zu sehen. Anlass ist die 30. Folge der Gesprächsreihe "Körners Corner" im Programmkino Ost, die sich zum zweiten Mal dem Thema "Musik im Film - nötig oder Nötigung" annimmt. Nachdem im Herbst 2012 der Dresdner Komponist Frieder Zimmermann zu Gast war und es vor allem um Soundtracks und Tongestaltung ging, stehen nun Konzert- und Musikfilme beziehungsweise Dokumentar- und Spielfilmversionen von Künstlerbiografien im Mittelpunkt. Eingeladen ist dazu der Dresdner Musiker und Blue-Note-Betreiber Mirko Glaser.

Ein Kinofilm ("Mistaken For Strangers" über eine Tour der US-Band The National, derzeit in der Schauburg zu sehen) sowie drei hoch interessante DVD-Veröffentlichungen jüngster Zeit flankieren diese Veranstaltung auf eigene Weise. Ein unbestrittener Klassiker des Genres ist, akustisch/optisch digital bearbeitet, neu ediert worden: Jonathan Demmes "Stop Making Sense" aus dem Jahre 1984 gehört dazu. Die Talking Heads um David Byrne, Tina Weymouth, Chris Frantz und Jerry Harrison in Großbesetzung, musikalisch exzellent, perfekt inszeniert - unter anderem ohne die üblichen Publikumsszenen - und auch "darstellerisch" einzigartig. Uneingeholt bis heute der Beginn: Der Bühnenaufbau erfolgt erst Song für Song, nachdem Byrne solo mit Gitarre und Ghettoblaster gestartet ist.

Im Falle von Metallica gewinnt die durchkomponierte Show. Spielfilm-Regisseur Nimrod Antal ("Kontroll", "Predators") zelebriert ein durch und durch den filmischen Belangen untergeordnetes Konzert der angesagten Metal-Band als 3D-Spekatakel, bettet das Livegeschehen in eine fiktive Endzeit-Zombie-Handlung ein und lässt es auch im Saal krachen, blitzen, explodieren. Fulminant! Pompös! Verbindliche Preisempfehlung: 32 Millionen Dollar. Die Doppel-DVD erzählt die ganze Geschichte.

Die ganze Geschichte wollte auch Regisseur Jay Bulger erzählen. Allerdings hat das seinem Protagonisten nicht gefallen, woraufhin er sich sogar körperlich bemerkbar machte - vor laufender Kamera. Es ist der begnadete wie legendäre Cream- und Blind-Faith-Drummer Ginger Baker, der allerdings für Absonderlichkeiten, Brüche und Ausbrüche stets bekannt ist. Längst lebt er zurückgezogen in Afrika und züchtet Pferde - falls sie ihm nicht längst wieder abgenommen wurden. "Beware Of Mr. Baker" ist eine launige Doku über einen Besessenen. Und Kollegen wie Eric Clapton, Carlos Santana und Steve Winwood sind trotzdem dabei.

"Another Day, Another Time", heute 21.30 Uhr, Programmkino Ost, zuvor 18 Uhr "Inside Llewyn Davis", 20.15 Uhr Körners Corner mit Mirko Glaser "Beware Of Mr. Baker", "Metallica: Through The Never", "Stop Making Sense"

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.07.2014

Anne Daun

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