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Ein Kino im Westjordanland

Ein Kino im Westjordanland

Wenn Markus Rindt, Intendant der Dresdner Sinfoniker, auf der Suche nach neuen Klängen durch die Welt reist, bleibt er selten lange allein. Zu sehr interessiert er sich für die Kultur, das Leben und vor allem die Musik in den betreffenden Ländern, sei es Tadschikistan, Ost-Anatolien oder Palästina.

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Das im August 2010 wiedereröffnete "Cinema Jenin" in Jenin.

Aus den vielfältigen Kontakten entstehen Ideen und Visionen; manche müssen über Jahre wachsen und reifen, um Weltkulturen, Meinungen und auch die Finanzierung zusammenzubringen und Hindernisse à la "Markus, das ist doch völlig unmöglich" im Handstreich aus dem Weg zu räumen. Wer im letzten Jahr die anatolische Reise "Hasretim" der Sinfoniker bei den TonLagen Hellerau besuchen konnte, hat ein tiefgehendes Musikerlebnis, Musikverständnis aus Anatolien mitnehmen können. 2011 wird das TonLagen Festival mit einem neuen Projekt des experimentierfreudigen Ensembles eröffnet. Diesmal wenden sich die Sinfoniker Palästina zu, genauer: der Stadt Jenin im Westjordanland.

Der persische Komponist und Kamancheh- (ein iranisches Streichinstrument) Virtuose Kayhan Kalhor schrieb als Auftragswerk für die Sinfoniker und den Dirigenten Andrea Molino "Cinema Jenin - A Symphony" - eine konzertante Hommage an das weltweit bekannt gewordene Kino in Palästina. Das neue Werk wird er mit dem Orchester und mit vier weiteren Solisten aus dem Iran, Ägypten, Israel und den USA in Hellerau zur Uraufführung bringen. Weltbekannt wurde die Stadt Jenin durch das Schicksal Ismael Khatibs, der 2005 die Organe seines von israelischen Soldaten getöteten 11-jährigen Sohnes Ahmed an israelische Kinder spendete. Diese großartige Geste der Versöhnung bildete nur drei Jahre später den Ursprung für den Wiederaufbau des Kinos in Jenin, das seit der ersten Intifada 1987 geschlossen und dem Verfall preisgegeben war.

Rindt lernte den Dokumentarfilmer Marcus Vetter in Jenin kennen, der Khatibs Geschichte preisgekrönt verfilmt hatte und mit ihm das Kino wieder zum Leben erweckte. Gemeinsam mit Vetter und dem Produzenten Ben Deiß wurde die Idee geboren, die Geschichte des Kinos auch musikalisch zu begleiten und Musiker aus der Region dafür zu begeistern - zu Kayhan Kalhors Musik werden nun Szenen aus Marcus Vetters gerade entstehenden Dokumentarfilm "Cinema Jenin" gezeigt. Ein weiteres Werk Kalhors, "Silent City", wird darüber hinaus in einer speziell für die Sinfoniker entstandenen Version uraufgeführt - besonders spannend wird zu erleben sein, wie sich die Musiker hier mit der traditionellen persischen Musik, die ganz eigene Regeln und Skalen kennt, auseinandersetzen werden.

1. Oktober, 20 Uhr, Festspielhaus Hellerau. Bereits 18 Uhr wird der Dokumentarfilm "Das Herz von Jenin" gezeigt

Freitag, 17 Uhr, Hauptbahnhof: "Clapping Music" - unter Regie von Annette Jahns klatschen Schüler des Romain-Rolland-Gymnasiums den Auftakt zu TonLagen 2011, das seinen Fokus in diesem Jahr auf den Minimal-Music-Pionier Steve Reich richtet.

Sonnabend, 20 Uhr, Festspielhaus Hellerau, Großer Saal: "Cinema Jenin - A Symphony"

Sonntag, 20 Uhr, Festspielhaus, Großer Saal: "Les Fleurs du Mal" - Das Münchner Ensemble piano possibile bringt Klaus Schedls Vertonung von Charles Baudelaires berühmten Gedichtszyklus auf die Bühne.

Karten: Hellerau - Europäisches Zentrum der Künste Dresden, Tel. 0351/88 93 884

www.hellerau.org

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.09.2011

Alexander Keuk

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