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EDV-Chaos an der TU Dresden: Hilfskräfte bekommen keinen Lohn und Studenten werden virtuell von der Uni geschmissen

EDV-Chaos an der TU Dresden: Hilfskräfte bekommen keinen Lohn und Studenten werden virtuell von der Uni geschmissen

Die TU Dresden hat wieder einmal Sorgen mit ihrer EDV. Nun strapazieren gleich zwei Probleme, die nichts miteinander zu tun haben, die Nerven der Studenten und Mitarbeiter.

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Quelle: TUD Eckold

Auf der einen Seite wurden Tausende Exmatrikulationsmitteilungen per Mail verschickt, auf der anderen warten über 1700 studentische Hilfskräfte immer noch auf ihren Oktoberlohn.

48.230 Mails wurden am Sonntagmorgen an alle Studenten und Mitarbeiter der TU geschickt, in denen die Adressaten darüber in Kenntnis gesetzt wurden, dass sie exmatrikuliert beziehungsweise ihr Arbeitsvertrag aufgelöst wurde. Erst zehn Stunden später kam eine Mail, die die für viele sicher schlechte Nachricht zurücknahm. Der Grund: Ein Mitarbeiter des Rechenzentrums hatte am Sonnabend eine Wartung durchgeführt und dabei vergessen, eine deaktivierte Funktion wieder in Gang zu setzen. Am folgenden Tag verschickte das System dann die Mails, die viele in helle Aufregung versetzten.

„Mein Tag war erst einmal gelaufen, als ich Sonntagfrüh meine Mails gelesen habe. Ich bin tatsächlich davon ausgegangen, dass ich nicht weiter studieren darf“, sagt TU-Studentin Jana Schmidt. „Für eine Universität, die den Titel exzellent tragen darf, ist das ein ganz schönes Armutszeugnis“, ärgerte sich ein Student auf der Facebook-Präsenz der TU.

„Wir haben es hier schlicht mit menschlichem Versagen eines Mitarbeiters zu tun“, erklärt TU-Pressesprecherin Kim-Astrid Magister die schier unglaubliche Situation. Ihr ist es wichtig klarzustellen, dass niemand alleine durch die Mail exmatrikuliert oder entlassen worden wäre. Bei der Benachrichtigung handle es sich um einen automatisierten Service, der auf einen baldigen Wegfall der Login-Daten der entsprechenden Nutzer hinweise. 19 Studenten hätten die Mail allerdings zu Recht bekommen und werden tatsächlich exmatrikuliert, so Magister.

SAP-Umstellung sorgt weiter für Probleme

Darüber hinaus sorgt an der Universität das in diesem Jahr neu eingeführte SAP-Abrechnungs und Personalverwaltungssystem für große Probleme. Zahlreiche studentische Hilfskräfte haben noch nicht ihren Lohn für den Monat Oktober ausgezahlt bekommen. Nach DNN-Informationen soll die neue Software, die die Daten von rund 9000 Mitarbeitern verwaltet, noch nicht reibungslos funktionieren. Insbesondere bei der Bearbeitung der Arbeitsverträge soll es zu erheblichen Verzögerungen kommen, die nun auch für die ausstehenden Zahlungen verantwortlich seien.

Bereits im Januar hatte die TU wegen des neuen Computersystems, das die Arbeitsabläufe eigentlich vereinfachen und beschleunigen sollte, massive Abrechnungsschwierigkeiten, die dazu führten, dass Firmen wegen nicht bezahlter Rechnungen mit einem Lieferstopp drohten (DNN berichteten). Die Universitätsleitung gab damals neben EDV-Problemen einen hohen Krankenstand als Ursache an.

Kanzler Wolf-Eckhard Wormser teilte mit, dass zum 8. November insgesamt 235 Wissenschaftliche- und Studentische Hilfskräfte für den Monat Oktober noch keinen Lohn ausgezahlt bekommen haben, da noch keine Meldung über die neuen Arbeitsverträge beim Landesamt für Finanzen getätigt werden konnte. Um dem Problem zu begegnen, müsse man mannigfaltige Einzelprobleme lösen. Wegen des hohen Arbeitsaufwands seien bereits acht zusätzliche Stellen geschaffen worden, so Wormser.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Fasung des Beitrages fehlte das Statement des TU-Kanzlers. Dieser hatte die DNN-Anfrage zwar beantwortet, aufgrund eines technischen Problems erreichte uns die Antwort jedoch erst am Dienstagmorgen. Wir bitten um Entschuldigung.

Hauke Heuer

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