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Durchwachsenes Jahr für Dresdner Kinos

Durchwachsenes Jahr für Dresdner Kinos

Cinemaxx (Schillerplatz): Insgesamt sei man zufrieden mit dem Jahresergebnis, wenngleich es leider nicht gelungen sei, die Besucherzahlen zu steigern, erklärten Theaterleiterin Theresa Gerstenberger und Cinemaxx-Sprecher Arne Schmidt.

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Theaterleiterin Theresa Gerstenberger zeigt den neuen Spielplatz im "Cinemaxx" - und die Elche, die sie Heiligabend verschenkt.

Quelle: hw

Von Heiko Weckbrodt

"Wir wollen im kommenden Jahr den Kinobesuch für Familien attraktiver machen", kündigte Schmidt an. Besonderer Clou: Ab sofort gibt es im Großkino einen Spielplatz "Klexxi-Kiste" mit Rutsche und Klettergerüsten. Zur Einweihung will Gerstenberger den ersten 100 Kindern, die am Heiligabend das Kino besuchen, Elch-Plüschtiere schenken. Außerdem wird es Familienrabatte nun auch für 3D-Filme und ein spezielles Kinderportal im Internet (www.klexxi-welt.de) geben.

Genaue Besucherzahlen nennt Gerstenberger zwar nicht, aber dass es keine Steigerung gegeben habe, sei kein Geheimnis. Sie machte dafür das zu sonnige Wetter in diesem Jahr verantwortlich (wenn es regnet, gehen mehr Leute ins Kino) und ein Film-Überangebot, ohne dass darunter Zugpferde wie "Avatar 3D" darunter gewesen seien.

Ufa-Kristallpalast (Prager Straße): "Für uns ist das Jahr super gelaufen", zeigte sich Ufa-Theaterleiter Till Grahl da schon euphorischer. "Wir haben uns als erstes Kino in der Innenstadt etabliert. Wenn die Leute Blockbuster sehen wollen, kommen sie zu uns." So habe man die Besucherzahlen auf über eine halbe Million steigern können. "Den genauen Zuwachs rechnen wir noch aus, aber wir liegen jedenfalls über dem bundesweiten Wachstum von vier Prozent."

Dafür habe man aber auch investiert: Nämlich rund 1,6 Millionen Euro, um alle acht Säle mit modernster Digitaltechnik aufzurüsten, die Hälfte davon 3D-fähig. Auch Sonderveranstaltungen wie die Übertragung des "Fanta4"-Konzertes oder Opern-Übertragungen seien gut angekommen, diese Schiene wolle man ausbauen. Viel erwartet Grahl 2012 von solchen Filmen wie "James Bond" und dem Finale der "Twilight"-Serie.

Schauburg (Königsbrücker Straße): "Das war ein eher durchschnittliches Jahr", schätzte Schauburg-Chef Stefan Ostertag ein. Man werde wohl auf etwa 112 000 bis 115 000 Besucher kommen. "Es fehlten einfach die filmischen Höhepunkte im Arthouse-Bereich, die richtig viele Besucher anziehen", sagte er. In puncto Auslastung bleibe der große Schauburg-Saal "ein Sorgenkind".

Kino im Dach (Schandauer Straße): Gar nicht gut lief es für Bernhard Reuther. "Das war kein schönes Jahr", sagte er: Weniger als 10 000 Besucher kamen ins KiD, mehr als zehn Prozent weniger als im Vorjahr. Die "kleinen" Filme, die er zeigt, fanden diesmal nicht genügend Publikum. Auch zog das ausgebaute Programmkino Ost um die Ecke offensichtlich Potenzial ab.

Programmkino Ost (Schandauer Straße): PK-Ost-Chef Sven Weser ist dafür recht zufrieden: Rund 160 000 Besucher hatte er, fünf Prozent mehr als im Vorjahr. "Vor allem das erste Halbjahr mit Filmen wie ,Labyrinth der Wörter' und ,True Grit' war stark", meint er. Der Ausbau des Kinos macht sich anscheinend bezahlt. "Das Programm ist bunter geworden", meint Weser. Sein Favorit für Anfang 2012: "Ziemlich beste Freunde", eine französische Komödie mit dunklen Untertönen.

Rundkino (Prager Straße): Konstante Besucherzahlen vermeldet Theaterleiterin Susann Postel - auch sie will aber keine genauen Angaben machen. Sicher seien einige Filme wie etwa "Cars 2" unter den Erwartungen gelaufen, dennoch sei es insgesamt ein eher gutes Jahr für das Rundkino gewesen, meint sie. Nach dem Betreiberwechsel von Fantasia zu Cineplex (DNN berichteten) seien zwar viele 3D-Dokus aus dem Programm verschwunden, dafür habe man als Teil einer großen Kette nun bessere Chancen, wieder an frühere Zeiten als Premierenkino anzuknüpfen und neueste Hollywood-Produktionen zu zeigen. Sehr gut laufe vor allem die Sonderveranstaltungsschiene. "Die Nachfrage bei Übertragungen wie zum Beispiel vom Bolschoi-Theater war so groß, dass wir künftig mit solchen Veranstaltungen in den Großen Saal gehen", sagte Postel.

UCI (Elbepark): Auch Torsten Schenk von der UCI-Kette hält sich mit Zahlenangaben bedeckt, sagt aber: "Seit der Umbau im Elbepark fertig ist, haben sich die Parkplatzprobleme für unsere Besucher entspannt." Relativ zum Vorjahr habe man drei Prozent mehr Gäste gehabt. Viel verspricht er sich 2012 von Publikumsmagneten wie "Ice Age 4" und dem "Kleinen Hobbit" zum Jahresende 2012.

Thalia (Görlitzer Straße): "Die Besucherzahlen haben sich seit zwei Jahren um die 23 000 eingependelt", berichtet Stephan Raack vom "Thalia"-Kino. "Sehr zufrieden" sei er mit seinen Sonderveranstaltungen wie Lesungen und Konzerten, die manchen Film, der unter den Erwartungen lief, kompensierten.

Das Jahr 2011 war für die Dresdner Kinos ein durchwachsenes Jahr. Die meisten Filmtheaterleiter äußerten sich in einer DNN-Umfrage zufrieden mit den Besucherzahlen - nur wenige wie etwa der Ufa-Kristallpalast konnten aber spürbar zulegen. Viele Kinos konnten ihre Gästezahlen allenfalls halten, teils kam es auch zu schmerzhaften Rückgängen. Und ein Trend zeichnet sich immer deutlicher ab: Viele Filmtheater bieten mehr als "nur" Kino und setzen auf Sonderveranstaltungen wie Lesungen, Konzertübertragungen und Festivals, um die Auslastung zu verbessern. Das Konzept: das Kino als Erlebnisort. Das Cinemaxx hat jetzt sogar einen Kinderspielplatz eingerichtet, um sich Familien zu empfehlen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.12.2011

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