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Dresdner Tatort: schlagfertige Sprüche, ordentlich Klischee und eine Portion Theater

Zweiter Krimi Dresdner Tatort: schlagfertige Sprüche, ordentlich Klischee und eine Portion Theater

Nachdem das Dresdner Ermittlerinnen-Duo in der ersten Ausstrahlung die Tatort-Fans wenig überzeugen konnte, waren die Erwartungen auf den neuen Fall umso höher. Ein düsterer Tatort, der sich den wirklichen Problemen in der Gesellschaft widmet - So lautete zumindest die Vorankündigung.

Alwara Höfels, Karin Hanczewski und Martin Brambach ermitteln in Dresden

Quelle: obs/MDR/Wiedemann&Berg/Gordon Mühle

Dresden. Nachdem das Dresdner Ermittlerinnen-Duo in der ersten Ausstrahlung die Tatort-Fans wenig überzeugen konnte, waren die Erwartungen auf den neuen Fall umso höher. Ein düsterer Tatort, der sich den wirklichen Problemen in der Gesellschaft widmet - So lautete zumindest die Vorankündigung. Inwiefern die Inszenierung tatsächlich in die Tiefen der Problematik eintaucht, klären die DNN in der Tatort-Kritik.

Hans-Martin Taubert, der „König der Gosse“ und Titelfigur des Dresdner Tatorts, ist nur einer der beiden selbsternannten Sozialunternehmer der Stadt. Kurz gesagt kassieren Taubert und Konkurrent Schleibusch vom Staat, um großherzig die Versorgung von Obdachlosen, minderjährigen Müttern und Flüchtlingen zu finanzieren. Investiert wird aber lieber in Pelzmäntel und Gourmet-Essen bei Nobelitaliener. Das ist zumindest im Fall Taubert so, der zu Beginn des Dresdner Tatorts den Sturz von einer Brücke nur knapp überlebt. In Minute 25 erliegt der Unternehmer einem zweiten Mordanschlag im Krankenhaus. Ganz nach dem Motto: Der König ist tot, es lebe der König!

An sich geht es im Dresdner Tatort um Menschlichkeit und Gerechtigkeit. Regisseur Dror Zahavi versucht nicht als Erster den Sendeplatz am Sonntagabend zu nutzen, um den Zuschauern eine moralische Lektion zu erteilen. Demnach ruft der Tatort die große Frage auf, wie wir mit den schwächsten Gliedern in der Gesellschaft umgehen sollten. Zahavi verpackt seine Predigt geschickt in eine Mischung aus Krimi, Komik und Theaterstück. Den hohen Ansprüchen für den erst zweiten Fall des neuen Ermittlerinnen-Duos werden die Kommissarinnen Sieland (Alwara Höfels) und Gorniak (Karin Hanczewski) gerecht. Wann immer der Fall anstrengend wird, bringen sie den nötigen Pragmatismus ein. Im besten Fall mit Humor. Der hilft den beiden auch bei ihren privaten Sorgen, die offen gestanden klischeehaft daherkommen. So hat Sieland mit berufsbedingten Beziehungsproblemen zu kämpfen und Gorniak muss sich als alleinerziehende Mutter mit ihrem pubertierenden Sohn herumschlagen.

Die Rolle der „sozial wenig Privilegierten“ übernehmen die drei Obdachlosen Hansi, Platte und Eumel. Auch hier wird eine ordentliche Portion Klischee draufgepackt. Die Bodyguards von Taubert beobachten hilflos, wie ihr Schützling von einer Brücke gestürzt wird. Aufgebracht suchen sie nach einem Telefon um die Polizei zu rufen. Das gestaltet sich als Obdachloser in der Dresdner Altstadt aber als gar nicht so leicht. Das Spiel mit den Klischees wird also ähnlich, wie im ersten Fall des Dresdner Tatorts fortgeführt. Während die Premiere aber eher einer Ausgabe des Musikantenstadls, als ein ernstzunehmender Krimi entsprach, konnte der zweite Auftritt mit ernsterer Thematik weitestgehend überzeugen.

Lediglich Kommissar Schnabel übernahm durch sein missglücktes Intermezzo mit der Kollegin von Betrugsdezernat eher die Rolle der Witzfigur. Auch das Finale auf großer Theaterbühne entpuppte sich als übereifrig. Ein zu schnelles Geständnis beendet die Ermittlungen der Kommissare schlagartig, Schleibusch hingegen kommt ungestraft davon.

Justine Büschel

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Kritik
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In den sozialen Medien ist auch der zweite Dresden-Tatort nur mäßig angekommen. Auf Twitter und Facebook sparten die Zuschauer wie schon bei der Premiere nicht mit Kritik an Geschichte und den Kommissarinnen.

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