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Dresdner Tatort-Kommissar Martin Brambach im DNN-Interview

Tatort Dresden Dresdner Tatort-Kommissar Martin Brambach im DNN-Interview

Am Sonntag wird die erste Folge des neuen Dresdner Tatorts ausgestrahlt. Der in Dresden geborene Martin Brambach gibt den Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel. Im DNN-Interview verrät der Schauspieler mehr über seine Rolle des altmodischen Kommissars, welchen Tatort er am liebsten schaut und welche Orte ihm in seiner Heimatstadt Dresden am besten gefallen.

Das Dresdner Tatort-Team: Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel alias Martin Brambach mit seinen Kolleginnen Alwara Höfels (l.) und Karin Hanczewski.
 

Quelle: MDR/Andreas Wünschirs

Dresden..  Am Sonntag wird die erste Folge des neuen Dresdner Tatorts ausgestrahlt. Der in Dresden geborene Martin Brambach gibt darin den Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel. Im DNN-Interview verrät der Schauspieler mehr über seine Rolle des altmodischen Kommissars, welchen Tatort er am liebsten schaut und welche Orte ihm in seiner Heimatstadt Dresden am besten gefallen.

Frage: Haben Sie den die neue Folge “Auf einen Schlag“ selber schon gesehen?

Martin Brambach: Ja, ich habe ihn schon vor einem Monat zusammen mit meiner Familie gesehen. Ich finde ihn sehr zum Schmunzeln – eine schöne Ausgewogenheit zwischen Ernst und Humor. Ich finde, die beiden Ermittlerinnen an meiner Seite sind sehr modern und auf der Höhe der Zeit. Im ersten Fall muss man auch erst einmal die Tonalität miteinander finden. Ich denke, das ist uns geglückt.

Die erste Dresdner Tatort-Folge stammt aus der Feder von Ralf Husmann („Stromberg“). Wurde er bewusst ausgewählt?

Schon bevor ich angesprochen wurde, die Rolle des Kommissariatsleiters Peter Michael Schnabel im Dresdner Tatort zu übernehmen, wusste ich, dass Ralf Husmann die Folge schreibt. Das war für mich ein ausschlaggebender Punkt, mitzumachen. Er schreibt mit einer ironisch bösen Zunge – das macht es so besonders.

Beschreiben Sie Ihre Rolle des Peter Michael Schnabel in eigenen Worten.

Nun ja, da gibt es diese beiden toughen Ermittlerinnen, emanzipiert und auf der Höhe der Zeit. Da ist es natürlich spannend, wenn man ein gewisses Spannungsgefälle aufbaut, das für Konflikte, aber auch Humor sorgen kann und einen Charakter zeichnet, also meine Rolle, der mit der Moderne ein bisschen hadert. Ich bin ja selbst in Dresden geboren, und da hat es mich natürlich schon beschäftigt, dass dort montags seit über einem Jahr demonstriert wird und dass Dresden auf einmal so ein Gesicht nach außen bekommt. Da hatte ich das Gefühl, das auch mit einfließen zu lassen. Ich finde, Ralf Husmann hat mir die Rolle ganz wunderbar geschrieben, ohne dass es politisch platt wirkt.

Sie konnten Ihre Rolle also auch ein bisschen formen?

Den Text habe ich natürlich vorgelegt bekommen. Aber an einigen Stellen darf man sich auch gewisse Dinge zu eigen machen. Zum Beispiel das mit dem Sächsischsprechen: Manchmal kommt es vor, manchmal nicht. Das ist eine ganz gute Mischung. Es war ja auch so, dass es am Set manchmal noch etwas humorvoller war, jetzt bin ich aber ganz froh, dass der ein oder andere Klamaukmoment dem Schnitt geopfert wurde (lacht). Ich glaube, die Figur wird in Zukunft aber auch etwas tougher.

In der Serie bekommt man ja eher den Eindruck, als hätten die beiden Mädels das Sagen...

Grundsätzlich finde ich das nicht schlecht. Kommissar Schnabel ist ja trotzdem ein guter Ermittler - es wird aber immer wieder Momente geben, wo man hoffentlich auch lachen kann.

Sie hatten bereits einige Auftritte in diversen Tatort-Folgen. Ist es für einen deutschen Schauspieler eigentlich ein Ritterschlag, einen Tatort-Kommissar verkörpern zu dürfen?

Es ist schon etwas Besonderes. Mit welchem Format erreicht man schon so viele Menschen? Anders herum steht man allerdings ganz schön in der Auslage, da ist schon ein gewisser Druck. Es gibt ja mittlerweile 23 Ermittlerteams, und da ist es nicht so einfach, etwas Neues zu machen, was die Leute ganz besonders interessiert. Deswegen war mir die Zusammenarbeit mit Ralf Husmann auch so wichtig.

Schauen Sie selber gerne Tatort?

Ja, sehr gerne. Allerdings eher selektiv und auch nicht jeden Sonntag. Ehrlich gesagt schaue ich ihn meist in der Mediathek an, weil wir ja noch ein kleines Kind haben – da schaffen wir es 20.15 Uhr meistens nicht.

Haben Sie ein Lieblings-Ermittlerteam?

Ich gucke mir sehr gerne die Münsteraner an, ich finde den Humor und Klamauk wahnsinnig lustig. Ich sehe aber auch gerne den Jörg Hartmann aus Dortmund, eine sehr spannende Ermittlerfigur. Großartig finde ich auch den Tukur, der hat so etwas Intellektuelles.

Sie sind in Dresden geboren und haben die ersten sechs Lebensjahre dort verbracht. War der Dreh denn jetzt ein Heimspiel für Sie?

Ein Heimspiel wäre übertrieben, dazu hat mir dann doch die Anbindung an die Stadt gefehlt. Es war für mich ein sehr privilegiertes Arbeiten, denn ich war sozusagen auf den Spuren meiner Kindheit. Ich war in Altcoschütz in meinem Geburtshaus, ich war beim Blauen Wunder in Oberloschwitz, wo eine Tante von mir gewohnt hat, ich war auf der Prager Straße, wo ich das erst Mal im Kino war, und mit meinem Kleinen habe ich das Karl-May-Museum besucht. Das sind besonders starke Eindrücke, die man da noch hat. Es war schon sehr aufregend.

Gibt es in Dresden einen Ort, an dem Sie besonders gerne sind oder waren?

Ehrlich gesagt, finde ich es schwierig, einen Ort zu nennen. Ich habe tolle Erinnerungen daran, wie ich in Loschwitz mit der Bahn hochgefahren bin. Ich hatte eine sehr glückliche Kindheit in Dresden, das kam während des Tatort-Drehs wieder hoch.

Aufgewachsen und groß geworden sind Sie in Ost-Berlin und das hört man auch. Im Dresden-Tatort hört man wenig Sächsisch. War das so beabsichtigt?

Ich fand es wichtig, dass der Dialekt ab und an durchkommt. das hat sich auch die Redaktion so gewünscht. Es sollte aber auch nicht zu viel sein, sonst bekommt die ganze Sache so ein Lokalkolorit. Wenn beispielsweise eine Rolle, die eh schon sehr altbacken ist, sächselt, dann würde das so einen Beigeschmack kriegen.

Haben Sie das Sächsisch schon verlernt?

Als Kind habe ich sehr stark gesächselt. Als ich in Ost-Berlin in die Schule gekommen bin, wurde ich dafür wahnsinnig gehänselt. Ich musste mich da erstmal sehr bemühen, das loszuwerden. Aber ich bin es Gott sei Dank nicht komplett losgeworden. Ein bisschen was kann ich noch. Das ist immer noch drin.

Von Juliane Weigt

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