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Dresdner Piraten erklären E-Mail-Verschlüsselung bei Krypto-Party

Dresdner Piraten erklären E-Mail-Verschlüsselung bei Krypto-Party

Bei einer sogenannten Krypto-Party am Freitagabend hat die Dresdner Piratenpartei darüber informiert, wie Bürger die eigene Internet-Kommunikation vor unbefugten Zugriffen schützen können.

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Wie man sich gegen unerwünschte "Mitleser" wehrt, wurde auf der Krypto-Party praktisch gezeigt.

Quelle: Tanja Tröger

Nach zwei Vorträgen konnten sich die etwa 30 Besucher, darunter eine Handvoll Frauen, vor Ort bei der Installation der nötigen Programme und Einstellungen helfen lassen.

„Die Krypto-Parties sind Workshops zur digitalen Selbstverteidigung“, erklärte Marcel Ritschel, Vorstandsvorsitzender des Piraten-Kreisverbandes Dresden. Es ginge dabei ums Prinzip, um den Schutz der Privatsphäre, indem man Fremden das Mitlesen von E-Mails oder Chats erschwert. „Eigentlich sollte es so sein, dass wir uns über den Schutz unserer Privatsphäre keine Sorgen machen müssen. Aber momentan sind beispielsweise E-Mails so offen lesbar wie Postkarten.“

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Wie man anonym surft und E-Mails verschlüsselt, lernten die Teilnehmer der Krypto-Party.

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Der Piraten-Bundestagskandidat Mark Neis aus Chemnitz und ein „anonymer Hacker“ vom Chaos Computer Club (CCC) referierten über das Ausmaß, die Techniken und mögliche Folgen der Internet-Überwachung und zeigten theoretische Möglichkeiten auf, wie man unerwünschte Mitleser abwehren kann. Obwohl laut Aussage der Organisatoren etwa die Hälfte der Gäste nicht aus „Piratenkreisen“ stammte, schien sich niemand von diesem vor IT-Fachvokabular strotzenden Teil abschrecken zu lassen. Im folgenden Praxisabschnitt erklärten Helfer den Workshop-Teilnehmern bei Bier und Musik, wie sie ihre E-Mails verschlüsseln und somit schützen können.

Verschlüsselung – aber wie?

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Pirat Marcel Ritschel hat sogar seinem zehnjährigen Bruder beigebracht, E-mails zu verschlüsseln.

Quelle: Tanja Tröger

Wer sicherer kommunizieren will, sollte weder Gmail, gmx noch web.de, sondern alternative Mailprovider nutzen, deren Server im Ausland stehen, empfehlen die Experten. Diese Anbieter speichern keine Kommunikationsdaten. Technikfreaks könnten auch eigene Mailserver betreiben. Für Chats könnte man beispielsweise auf Jabber oder Threema umsteigen.

Ein weiterer Schritt ist die Nutzung von sogenannten Schlüsseln. Jeder E-Mail-Nutzer kann sich mit einem kleinen Zusatzprogramm ein Schlüsselpaar erstellen, das aus einem öffentlichen und einem privaten Schlüssel besteht. Diese funktionieren nur zusammen. Den öffentlichen Schlüssel tauscht man mit seinem jeweiligen Mailpartner aus. Möchte mir mein Freund Peter also eine E-Mail senden, verschlüsselt er sie mit meinem öffentlichen Schlüssel, den ich ihm zuvor gegeben habe, und ich ergänze beim Mail-Öffnen meinen privaten Schlüssel. Würde ein Fremder versuchen, die Nachricht zu lesen, sähe er nur kryptische Zeichenfolgen, weil er nicht über einen passenden Schlüssel verfügt.

Knackpunkt Gegenseitigkeit

Immer wieder stießen die Party-Teilnehmer auf das Hauptproblem beim Schutz der Internetkommunikation: Es basiert auf Gegenseitigkeit. Nutzer müssen also zunächst ihre Freunde oder Geschäftspartner davon überzeugen, ebenfalls ihre Mails zu verschlüsseln oder sichere Programme zu verwenden. „An dem Punkt beiße ich auch oft auf Granit“, so Ritschel. Das Problembewusstsein sei in der Bevölkerung nicht so stark ausgeprägt, weil kaum unmittelbare Auswirkungen der Überwachung spürbar seien. „Ich habe doch nichts zu verbergen“ sei der gefährlichste Satz, so Referent Neis. „Aber auf der Toilette machen Sie ja trotzdem die Tür zu“, pflegt Ritschel in solchen Fällen zu erwidern, um das Problem Privatsphäre zu verdeutlichen.

Die Krypto-Parties finden derzeit im gesamten Bundesgebiet statt und sind auch Teil des Bundestagswahlkampfes der Piratenpartei. Die nächste Veranstaltung in Dresden ist am 30. August, erneut im Piraten-Büro Kamenzer Straße 13.

ttr

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