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Der Dresdner Wolf Riepl ist freiberuflicher Statistiker - und erklärt in seinem Blog die Fallstricke von Zahlenwerken

Der Dresdner Wolf Riepl ist freiberuflicher Statistiker - und erklärt in seinem Blog die Fallstricke von Zahlenwerken

Wie groß ist die Chance, in Sachsen bei einem Verkehrsunfall zu sterben? Wieviel erlöst der Dresdner Künstler Gerhard Richter für seine Gemälde? Was wissen die Dresdner über ihre Brücken? Diese und viele andere Fragen analysiert in seinem Blog der "Statistik-Wolf".

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Der Dresdner Wolf Riepl ist freiberuflicher Statistiker - und erklärt in seinem Blog die Fallstricke von Zahlenwerken.

Quelle: Dietrich Flechtner

Der heißt im bürgerlichen Leben Wolf Riepl, ist 38 Jahre alt, hat ursprünglich mal Rundfunk-Techniker gelernt, später Soziologie studiert und arbeitet heute als freiberuflicher Statistikanalysator in Dresden.

Anfangs wollte er nur mit einer Homepage für seine Marktforschungs-Dienste werben, doch 2011 ist mehr daraus geworden: Ein Statistik-Blog, in dem er tiefere Blicke in Datenwüsten und Zahlenwerke - vor allem mit Dresden-Bezug - wirft. "Statistiken erscheinen vielen nicht so spannend, aber wer sie zu interpretieren versteht, kann daraus Informationen gewinnen, die nicht so offensichtlich zu finden sind", sagt Riepl.

Zugleich bergen Statistiken Fallstricke für Fehldeutungen: "Es gab da zum Beispiel mal eine Statistik, laut der überall dort, wo viele Störche leben, besonders viele Babys geboren werden - auf den ersten Blick scheinbar ein Beleg für die alte Mär vom Storch, der die Kinder bringt", erzählt er. Tatsächlich spiegelten sich in der Statistik aber nicht Ursache und Wirkung, sondern eine Korrelation: In industrialisierten, urbanen Gebieten nisten wenig Störche - und leben eben auch besonders viele Frauen, die berufstätig sind und dadurch Kinderwünsche beiseite schieben (müssen). Der Industrialisierungsgrad als gemeinsamer Faktor sorgte also für viel oder wenig Störche und Babys.

Auch bestehe immer die Gefahr, dass Statistiken im politischen Tagesgeschäft missbraucht werden, weiß Riepl. "Aber wie sagte die Demoskopin Elisabeth Noelle-Neumann doch so schön: ,Statistik ist für mich das Informationsmittel der Mündigen. Wer mit ihr umgehen kann, kann weniger leicht manipuliert werden. Der Satz: ,Mit Statistik kann man alles beweisen' gilt nur für die Bequemen, die keine Lust haben, genau hinzusehen.'" Und genau um dieses genauere Hinsehen, dieses Blicken hinter die Zahlen bemüht sich der Blogger in seinem Netztagebuch - und hat sich so eine Fan-Gemeinde aufgebaut: Bis zu 10 000 Besucher und 20 000 Seitenaufrufe pro Monat hat seine Seite statistik-dresden.de/statistik-blog.

Das liegt auch daran, dass es bei ihm nicht immer bierernst zugeht: Einer seiner erfolgreichsten Beiträge war ein "Brückenquiz" (tinyurl.com/p5txknm), in dem er zum Beispiel abfragte, ob sich die Dresdner noch an den DDR-Namen der Augustusbrücke erinnern oder an die Argumente, die Komiker Olaf Schubert gegen die Waldschlösschenbrücke vorbrachte.

Warum aber macht er sich die ganze Arbeit neben seinem Broterwerb? "Statistiken sind interessanter als man denkt und mein Blog ist mein Hobby", sagt er. "Vielleicht gelingt es mir ja irgendwann sogar, damit Geld zu verdienen. "Aber bisher halten sich die Werbeeinnahmen in ganz engen Grenzen."

@statistik-dresden.de/statistik-blog

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.04.2014

Heiko Weckbrodt

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