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Das 27. Dresdner Kurzfilmfestival lockt bis Sonntag wieder an mehrere Orte

Das 27. Dresdner Kurzfilmfestival lockt bis Sonntag wieder an mehrere Orte

Es ist arithmetisch ganz einfach: Anzahl der Wendejahre plus eins - dann hat man die aktuelle Nummer des Dresdner Kurzfilmfestes: So wartet von heute bis Sonntag bereits die 27. Auflage des "International Short Film Festival", in dessen Zeit sich Dresden alljährlich von der deutschen Programmkino- zur Kurzfilmhauptstadt wandelt.

"Herman the German", gespielt von Gustav Peter Wöhler, hat ein Problem: keinerlei Angst. Nun testet er alle Phobien durch - zu sehen im Kurzspielfilm von Michael Binz (Nationaler Wettbewerb 3) erstmals am Mittwoch (19.30 Uhr) in der Schauburg.

Quelle: Verleih

Rund 300 Kurzfilme aus über 50 Ländern werden gezeigt, ein Schwerpunkt widmet sich dem Ton im Film, die regionale Branche trifft sich und ein Hauch von Oscar wird bei der Reiter-Preisverleihung am Sonnabend durchs Kleine Haus wehen, bevor danach die Abschlussparty unter dem Titel "Herzschlag" ins Alte Wettbüro, welches tagsüber als Festivalbüro herhält, lockt.

Anfangs hatte das Filmfest Dresden den offiziellen Untertitel "Internationales Festival für Kurz- und Animationsfilme", was es genauer traf, denn aus der seligen Dresdner Tradition des DEFA-Trickfilmstudios saugt das Fest immer noch gehörig Nektar und meist den durchaus unterhaltsameren wie experimentierfreudigeren Teil der Filmauswahl im Wettbewerb. Als Festival mit internationalen Wettkampfcharakter fungiert das Kurzfilmfest seit 1992, erst sechs Jahrgänge später kam der nationale Wettbewerb hinzu. Mit dem Angebot und den Einreichungen der Filme, die nicht älter als zwei Jahre sein und nicht länger als ein halbes Stündchen dauern dürfen, wuchs das Preisgeld - mit über 60 000 Euro an Preisgeldsumme ist es nach eigenen Angaben eines der höchstdotierten europäischen Kurzfilmfeste - vor allem ein Verdienst der jeweiligen sächsischen Kunstministerin - die allein 20 Riesen aus dem Freistaatssäckel spendet.

Das lockt weltweit: Eingereicht wurden exakt 2.294 Filme, darunter 1407 Spielfilme, 529 Animationsfilme, 169 Experimentalfilme und 189 Dokumentarfilme - davon 566 Produktionen mit deutscher Beteiligung.

Andreas Körner, bekannter Kulturjournalist und ausgewiesener Film- wie Musikexperte, war erstmals in der Auswahlkommission. Bei einer Art Voraufführung vergangene Woche im Neustädter Monoplex "Thalia" schilderte er die Auswahlarbeit, die als Prozedur sehr zeitaufwendig ist: Er habe an die eintausend Filme gesehen - und es sei weniger anstrengend als gedacht gewesen. Über jeden seiner Favoriten im Wettbewerb freue er sich - aber auch die knapp gescheiterten in der Panorama-Reihe zu zeigen, sei eine gute Idee.

Heute, nach der feierlichen Eröffnung (19 Uhr), starten beide Wettbewerbe in der Dresdner Schauburg, die nach dem brückenbaubedingten Frühableben des "Metropolis" auf dem Waldschlösschenareal wieder als der urbanere Mittelpunkt des Festivaltreibens herhält. In der Äußeren Neustadt liegen mit Thalia und Altem Wettbüro weitere Orte quasi nebenan, wo das Flair komplett überschwappt, teilweise wird es das auch in den beiden naheliegenden Bühnen, dem Kleinen Haus und dem Societaetstheater. Erstmals präsentiert sich das Filmfest auch in die Altstadt auf dem Neumarkt, wo per Bildschirm eine Open-Air-Reprise mit Auszügen aus dem Programm stattfindet - und das zwölf Uhr mittags für täglich zehn Stunden kostenfrei.

Seit nunmehr vier Jahren sorgen die Organisatoren von der Filminitiative Dresden für ein europäisches Novum: Sie haben die Frauenquote in Sachen Direktorenposten mit dreihundert Prozent per Triplebesetzung erfüllt. Karolin Kramheller, Katrin Küchler und Alexandra Schmidt kümmern sich seit der 23. Auflage anno 2011 um Finanzen, Programm, Öffentlichkeit und Marketing. Das Trio hofft nun gemeinsam auf mehr Publikum als jene knapp über 15 000 Zuschauer aus dem Vorjahr.

Der Promifaktor ist beim 2015er Jahrgang eher überschaubar. Doch mit Regisseur Jirí Menzel hat sich ein echter Oscar-Preisträger angesagt, dem mit einem eigenem Filmprogramm - zwei Kurzfilme und der Spielfilm "Ein launischer Sommer" (von 1968!) Tribut gezollt wird. Er gilt als Guru der tschechoslowakischen Nouvelle Vague und bekam für "Liebe nach Fahrplan" 1966 den Goldjungen an der US-Westküste. Und er wurde 19 Jahre später mit "Heimat, süße Heimat" erneut nominiert. Er soll bereits bei der heutigen Eröffnung anwesend sein und wird am Donnerstag (14 Uhr, Eintritt frei) im Societaetstheater unter dem Titel "Masterclass" sein Werk Interessierten vorstellen.

Parallel dazu (Donnerstag, 15 Uhr) wird in den Technischen Sammlungen an den eigentlich am 1. April zu feiernden 60. Geburtstag des DEFA-Studios für Trickfilme gedacht. Das Deutsche Institut für Animationsfilm (DIAF) zeigt die Sonderausstellung "Ohne Ton kein Bild", die zum Mitmachen und Anfassen anregen soll. Damit korrespondieren die drei Sonderprogramme unter dem Titel "Klangbilder" die sich dem Filmton widmen.

Doch Kernkompetenz bleibt der Wettbewerb - und daher ist für echte Filmfreude traditionell der Sonntag am schönsten, wo alle Preisträger noch einmal in drei verschiedenen Programmen zu sehen sind. Dort testen echte Filmfans gewöhnlich ihre Juryferne.

www.filmfest-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.04.2015

Andreas Herrmann

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