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szene: Österreich am Dresdner Societaetstheater

Theaterfestival szene: Österreich am Dresdner Societaetstheater

Das szene: Europa-Festival ist nach einem Jahr (Zwangs-)Pause zurück. Ab Donnerstag wird die vielfältige Theaterszene Österreichs im Societaetstheater zu erleben sein. Den Auftakt macht Philipp Hochmair, Ex-Burg-Schauspieler, in Kafkas „Der Prozess“. Wien als Zentrum der Kunst, wo Künstler zusammenkommen, bildet durchaus einen deutlichen Festival-Schwerpunkt.

Philipp Hochmair ist Joseph K. in Kafkas „Der Prozess“.

Quelle: PR

Dresden. Österreich ist mal wieder in den Schlagzeilen – und es sind mal wieder keine guten. Thematisch eingesponnen zwischen dem Bau eines antiimmigrantischen Schutzwalls am Brenner und einer Präsidentenwahl mit einem ausgeprägt eigenwilligen Kandidatenpool, aus dem sich nun im ersten Wahlgang tatsächlich der FPÖ-Bewerber Norbert Hofer –als „sanfter Rechter“ tituliert – als Favorit herausgeschält hat. Aktuelle politische Begleitmusik eines Landes, an dem sich Künstler oft, wenn auch nicht immer gern gerieben haben, von Thomas Bernhard bis Josef Hader, von Elfriede Jelinek über Robert Menasse bis Christoph Grissemann.

Diese Konfrontation mit den Gegebenheiten (und sie somit nicht einfach als gegeben hinnehmend) gilt nicht weniger auch für eine jüngere Generation im Nachbarland. Einen kleinen Einblick in diese aktuelle und sehr agile Theater-, Perfomance-, Musik- und Filmlandschaft wirft das am Donnerstag startende Festival szene: Österreich. Zehn Programmpunkte umfasst dessen Fahrplan. Dabei gibt es diverse Neuerungen zu den bisherigen Festivaljahrgängen.

So wird die Laufzeit gestreckt. Gut vierzehn Tage (bis zum 12. Mai) sind für das Festival veranschlagt. „Wir wollten dem Publikum die Chance geben, zwischendurch Luft zu holen“, begründete Brit Magdon, die künstlerische Programmchefin des Hauses, die den Jahrgang kuratiert hat, die Änderung. Außerdem werden erstmals nicht nur Künstler des Gastlandes auf der Bühne stehen. An zwei Abenden (4. und 7. Mai) sind Dresdner Künstler aufgefordert, ihre eigenen Annäherungen an Österreich zu finden. Ein reflektierendes Moment, das – eine gewisse Publikumsresonanz vorausgesetzt – Chancen hat, in den kommenden Jahren fester Bestandteil des Festivals zu werden.

Gleich für den Auftakt findet sich ein großer Name im Programm: Philipp Hochmair, der nach sechs Jahren Wiener Burgtheater 2009 ans Hamburger Thalia Theater gewechselt war, gibt am Donnerstag ab 20 Uhr den Joseph K. in Kafkas „Der Prozess“. Ein gewisses Wiener Übergewicht wird in der Folge mit Christoph Bochdanskys „Der Dämon“ (1. Mai), bereits am 30. April mit „Der diskrete Charme der smarten Menschen“ des Theaters an der Gumpendorfer Straße oder am 6. Mai mit Doris Uhlichs „Mehr als genug“ (Beginn jeweils 20 Uhr) nicht ganz von der Hand zu weisen sein. Doch auch Stimmen aus Graz wie Die Rabtaldirndln oder aus Dornbirn im Vorarlberg, von wo das aktionstheaterensemble mit „Pension Europa“ eingeladen wurde, sind zu hören. Dazu kommt eine Nacht mit österreichischen Kurzfilmen am 10. Mai und das Finale zwei Tage später, das die Buben im Pelz mit ihrem Programm „Zyankali im Weißwein“ bestreiten, untertitelt „Velvet Underground auf Wienerisch“.

Der von aktuellen politischen Befindlichkeiten gerahmte Blick Richtung Austria ist aber vor allem die Rückkehr einer Reihe in den hiesigen Veranstaltungskalender. Der Festival-Jahrgang 2015 (der sich der Szene Portugals widmen sollte) war schlicht und ergreifend ausgefallen. Erst Mitte Dezember 2014 hatte es Klarheit über die Höhe finanzieller Zuwendungen der Stadt an die Kultureinrichtungen gegeben. In der Kürze der verbliebenen Zeit war damals keine Organisation des Festivals mehr möglich gewesen (DNN berichteten).

Nun das Comeback, dessen Bedeutung auch Andreas Nattermann, Geschäftsführer des Societaetstheaters, völlig klar ist. „Wir können so etwas einmal ausfallen lassen, aber nicht zweimal“, sagte er. Es ist schließlich schwer, sich auf einer internationalen Festival-Landkarte zu etablieren (die szene:-Reihe gibt es seit 2007), umso leichter dagegen, wieder in Vergessenheit zu geraten. Was Nattermann in diesem Kontext auch gleich noch hinterherschickte: 2017 wird es einen weiteren Festivaljahrgang geben (den zehnten), und dann soll auch die seit 2012 bestehende Kooperation mit dem Europäischen Zentrum der Künste Hellerau wieder aufgenommen werden. Sie sei in diesem Jahr lediglich wegen terminlicher Überschneidungen nicht zustande gekommen.

komplettes Programm und weitere Informationen unter www.societaetstheater.de

Von Torsten Klaus

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