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Zwölf ausgefallene Berufe vom Pinselmacher bis zum Humorberater sind Gegenstand eines deutschlandweiten Kunstprojektes, das in der JohannStadthalle Dresden zu sehen ist.

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"Imaginäres Künstler-Atelier Schiele" - Inszenierte Fotografie zum Beruf des Pinselmachers.

Quelle: Manfred Ehrenlechner

Die als Wanderausstellung gedachte Präsentation gehört zum Begleitprogramm der 4. Johannstädter Praktikums-und Lehrstellenbörse und richtet sich vor allem an ein junges Publikum. Sie umfasst Fotografie von Manfred Ehrenlechner (geb. 1966) und Seidenmalerei von Eva Leopoldi (geb. 1962 in Ulm). Beide haben ein Konzept zur künstlerischen Umsetzung und Darstellung von außergewöhnlichen Berufsgruppen entwickelt. Den künstlerischen Arbeiten sind in der Ausstellung zwölf Tafeln mit persönlichen Beschreibungen von Eva Leopoldi zu jedem Beruf beigefügt und geben Einblicke in die Arbeit. Porträthaft stellt sie die "Berufsinhaber" vor. Zwölf imaginäre, farbintensive Gemälde auf Seide, mehr als 50 inszenierte Kunstfotografien und zwölf literarische Kurztexte zu jedem Beruf (sie können als Audi-Installationen per Handy abgerufen werden) wurden von beiden Künstlern zu einem "Gesamtkunstwerk" vereint.

Die Malerin Eva Leopoldi, Initiatorin und Leiterin der Ausstellung, bezeichnet ihre Arbeit als mixed art, um auf die Vielfältigkeit ihrer Kunst aufmerksam zu machen. Sie recherchierte zum Thema, sammelte Material, erfand Konzepte und bereitete schließlich ihre Seidenmalerei durch 1:1-Entwürfe als Zeichnungen vor. In der Malerei hat sie über Jahre eine eigenständige Technik entwickelt, die sich durch große Farbwirkung und elegante Schlichtheit auszeichnet. Seit einigen Jahren hat sie ihr Kunstspektrum erweitert. Sie verbindet Bild (Malerei), Fotografie, Text und Video zu einem künstlerischen Ganzen und kooperiert im Projekt "12 mal anders" mit anderen Künstlern, einem Fotografen, Autoren, einem Filmemacher und einer Cartoonistin.

Die Macher

Ihr Kooperationspartner, der Fotokünstler Manfred Ehrenlechner (alias Manfredi), der als Sachfotograf große Fertigkeiten und Erfahrungen erwarb, inszenierte seine künstlerischen Fotografien zum Thema Beruf (in Farbe und Schwarz-Weiß) ohne Manipulation und digitale Bearbeitung durch Photoshop, fotografierte Porträts, baute gemeinsam mit Eva Leopoldi Bühnen, Ateliers und Installationen für seine Bild-Protagonisten.

Zu den "exotischen Berufen" gehört auch der Pinselmacher, der vor allem das Malwerkzeug für den Künstler liefert. Vorgestellt wird Hansfried Defet, Pinselmacher in der 3. Generation, Unternehmer und Kunstliebhaber aus Nürnberg. Diesen Beruf gibt es erst seit dem 18. Jahrhundert. Vorher mussten Maler ihre Pinsel selber herstellen. Hauptsitz dieser Handwerkszunft ist Nürnberg. Grundlage für die Arbeit sind Tierschweife von Eichhörnchen, Marder, Pony, Dachs, Rind, Iltis und Ziege. Abnehmer sind neben Künstlern, Nail-Artists und Zahntechniker. Für die "italienische Frau" werden große Kosmetikpinsel als Ganzkörperpuderpinsel hergestellt, neue Pinsel braucht die Profischminke im Filmgeschäft. Neuerdings kann man mit leitenden Fasern auch auf iPads malen. Manfred Ehrenlechner schuf dazu eine Serie von digitalen Fotografien mit Atelierinszenierungen, die bedeutende Maler mit einem für sie typischen Werk und ihrem Modell vorstellen. Sie geben Einblicke in die Werkstätten von Matisse, Schiele, Picasso, Van Gogh und Pollock. In ihrer Kurzgeschichte "Die Kunst der Tränen" erzählt Natasa Dragnic von der Arbeit der jungen Pinselmacherin Alina. Betrübt über den Tod der Tiere, aus deren Haar sie jeden Tag Pinsel schafft, fällt eine Träne auf die Borsten ihres besten Pinsels, aus dem ein Maler schließlich ein Meisterwerk zaubert. Die Seidenmalerei "Das Leben ist schön" von Eva Leopoldi ergänzt den Block über die Pinselmacher in Anspielung auf den in Italien beliebten Ganzkörperpuderpinsel und feiert die erotische Lust in Gestalt einer auf dem Boden liegenden Frau.

In der Ausstellung werden gut verknüpfte, informative Geschichten erzählt, aus denen durch Bild, Fotografie, Schrift, und Wort ein konzeptuelles Ganzes erzeugt wird. Die Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl (CSU) schrieb in ihrem Grußwort zu "12 mal anders": "Dieses Kunstprojekt ist eine spannende, neue und kreative Art, ungewöhnliche Berufe unter künstlerischen Aspekten einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich und verständlich zu machen."

bis 11. Oktober, JohannStadthalle, Holbeinstraße 68, geöffnet: Di & Do 14-19 Uhr, Kontakt: 0351/ 501 93180

Finissage am 11.Oktober 10-15 Uhr; 14.15 Uhr Führung und drei Making-of-Filme

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.10.2014

Heinz Weißflog

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