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"... möchte ich schon mit dir": Roland Kaiser begeistert 3000 Fans in der Dresdner Messe

"... möchte ich schon mit dir": Roland Kaiser begeistert 3000 Fans in der Dresdner Messe

Roland Kaiser ist ein Phänomen. Obwohl er sich selbst auf der Bühne kaum bewegt, versetzt er das Publikum regelmäßig in schunkelnde und tanzende Ekstase. Am Sonnabend war er zum Abschluss seiner Affären-Tournee wieder einmal in Dresden zu Gast und bescherte in der Messe knapp 3000 Gästen einen heiteren Abend.

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Frauenversteher und -verführer: Roland Kaiser.

Quelle: Andreas Weihs

Große Überraschungen gab es dabei nicht. Von "Santa Maria" über "Joana" oder "Manchmal möchte ich schon mit Dir" waren alle Klassiker mit dabei. Roland Kaiser gelingt etwas, was das Fernsehen schon lange nicht mehr schafft: Er bringt Alt und Jung zusammen. Das Spektrum reicht dabei vom jungen Backfisch bis zur reifen Frau, vom Jugendlichen bis hin zum in Würde ergrauten Grandseigneur.

Anders als bei den Konzerten am Elbufer hat jeder Besucher in der Messe zunächst einen festen Sitzplatz. Zumindest theoretisch. Denn lange dauert es nicht, bis Roland Kaiser das Feuer bei seinen Zuhörern entfacht. Bereits beim zweiten Song "Amore amore" gibt es kein Halten mehr. Mütter tanzen in den Gängen ausgelassen mit ihren kleinen Kindern, genauso wie junge und ältere Paare.

Wer nun glaubte, dass es keine Steigerung mehr geben würde, der täuschte sich. Denn richtig in Wallung gerät das Publikum bei Evergreens wie "Sag ihm, dass ich Dich liebe" oder, na klar, "Santa Maria". Zwischendurch philosophiert der Schlager-Kaiser über das Thema der Tournee: Affären. Ähnlich zweideutig wie in seinen Liedern spricht er davon, dass Frauen genauso viele Affären hätten wie Männer, sich aber nicht erwischen ließen. Ausführungen zur absoluten Treue bei Tieren wie Präriewühlmäusen muten zwar ein wenig kurios an, stören am Ende aber niemanden.

Aufschlussreich sind sie dennoch. Zeigt Kaiser doch eindrucksvoll, dass es im Leben weniger darauf ankommt, was man sagt, sondern eher wie man es sagt, besonders gegenüber begehrten Frauen. Jeder, der sich schon einmal auf Partys in hochintellektuelle Diskussionen verstrickt hat und dennoch allein nach Hause gegangen ist, wird dies bestätigen. Am Ende ist der Unterschied zwischen linker Gehirnhälfte (Rationalität) und rechter Gehirnhälfte (Emotionalität) ausschlaggebend.

Kaiser spricht in seinen mit sonorer Stimme vorgetragenen Botschaften eindeutig die rechte Gehirnhälfte an, und das mit Erfolg. Ein weiteres Geheimnis ist die unmissverständliche Willensartikulation. So sagt Kaiser ja nicht "Wenn es dir recht ist und du Zeit hat, vor allem keine Kopfschmerzen, möchte ich schon gern mit dir", sondern eindeutig "Manchmal möchte ich schon mit dir". Zur Sprache kommt ebenfalls Kaisers Rolle als Schlagersänger Roman König im Münsteraner Tatort. Eilig bemühte er sich jedoch klarzustellen, dass natürlich keine Parallelen vorhanden seien und er derartig egoistische Menschen nicht leiden könne.

Bevor die Leute nach etwa drei Stunden beseelt nach Hause gingen, durfte Kaisers Dresden Hymne "Affäre" mit Zeilen wie "Dresden, du unbesiegte, Dresden, du heiß geliebte" nicht fehlen. Dabei wurde deutlich, dass die Menschen nicht nur Roland Kaiser wie verrückt verehren, sondern vor allem auch ihr geliebtes Elbflorenz.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.04.2013

Stephan Hönigschmid

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