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Zwischen Schweiz und Italien: Fabio Pusterla liest morgen im Dresdner Landhaus

Zwischen Schweiz und Italien: Fabio Pusterla liest morgen im Dresdner Landhaus

chtet im schweizerischen Lugano und lebt in Norditalien. So liest man es auf den Schutzumschlägen zweier von ihm auf Italienisch und Deutsch veröffentlichten Gedichtbände, "Bocksten" und "Solange Zeit bleibt - Dum vacat".

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Unterrichtet in Lugano und lebt in Albogasio: der Dichter Fabio Pusterla.

Quelle: privat

Landhaus Dresden, 28. chtet im schweizerischen Lugano und lebt in Norditalien. So liest man es auf den Schutzumschlägen zweier von ihm auf Italienisch und Deutsch veröffentlichten Gedichtbände, "Bocksten" und "Solange Zeit bleibt - Dum vacat", beide im Züricher Limmat Verlag erschienen. Tatsächlich grenzt sein italienischer Wohnort Albogasio fast unmittelbar an Lugano, nur ein Wald und ein Berg trennen beide Orte voneinander. Geboren wurde Fabio Pusterla 1957 im nicht weit entfernten Mendrisio, gelegen in einem nach Italien reichenden Zipfel des Tessin. Fabio Pusterla schreibt in Italienisch, die Sprache, die man auf beiden Seiten dieser Grenzen spricht, die über diese Grenzen hinausreicht und beide Seiten verbindet.

Ein Grundgedanke, der sich häufig in den Gedichten Fabio Pusterlas wiederfindet, ist die Einheit von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Oder genauer, dass wir mit unseren Vorfahren und den uns nachfolgenden Generationen in einer Gemeinschaft leben. So schreibt er einerseits im Gedicht "Aufstiegsbewegungen" (Übersetzung: Hanno Helbling): "Alte Treppen / die Treppen von Albogasio; heiter gehen / die Lebenden dort und die Toten, mit leisem Gruß.", während er andererseits ein ganzes Gedicht "Den Kommenden" widmet: "Die ihr den Blick von den Gipfeln / eurer herrlichen Zeiten auf uns / richten werdet". Die Gedichte sind auf diese Art das Netz, das Zukunft und Vergangenheit über die Grenze der Gegenwart hin miteinander verbindet.

Diese zeitliche Einheit, dieses Bedenken über den bloßen Punkt der Gegenwart hinaus, verlangt auch ein nachhaltiges Denken. Die Reichtümer der Welt müssen für die nachfolgenden Generationen erhalten bleiben. Doch "der Rheinaal" zuckt verzweifelt "zwischen Stickstoff-Rückständen und schleimigen Ölgüssen", zuckt, "um einen Augenblick noch / zu entreißen der Atemnot", der "Utopie der Angst aller". In dem gleichnamigen Gedicht zieht Fabio Pusterla eine "Bilanz des Verschwendens": "Ich habe kein / Versprechen gehalten, / ich habe alles mit voller / Absicht verloren." Was bleibt, ist die schmerzende, verzweifelte Hoffnung, die uns "etwas Mut macht".

Fabio Pusterla veröffentlichte bisher mehr als zehn Gedichtbände auf Italienisch. Außerdem schrieb er das Buch "Zur Verteidigung der Schule". In 37 kurzen Geschichten versucht er darin die Schule gegen die immer weiter um sich greifende Auffassung zu verteidigen, sie sei eine bloße Bildungsagentur, eine "Diplom- und Passwortverteilerin für eine klar umrissene und möglichst gut bezahlte berufliche Zukunft". Die Kinder sind "in großer Gefahr, sie sind furchtbaren Kräften ausgeliefert, die ihr Leben zu erschüttern und ihren Horizont zu schließen drohen".

Fabio Pusterla erhielt zahlreiche schweizerische und italienische Literaturpreise, darunter 2013 den schweizer "Grand Prix Literatur" für sein Gesamtwerk. Zuletzt bekam er, im September, den italienischen "Premio Dedalus".

Landhaus Dresden, 28. Oktober, 20 Uhr www.literaturforum-dresden.de

von Patrick Beck

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