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Zwischen New York, Frankfurt und Dresden: William Forsythe wird 65

Zwischen New York, Frankfurt und Dresden: William Forsythe wird 65

William Forsythe hat das moderne Ballett in seine Einzelteile zerlegt und neu zusammengesetzt. Ende des Jahres wird er 65 Jahre alt. 2015 bekommt seine Company einen neuen Leiter.

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William Forsythe arbeitet seit 2004 in Dresden.

Quelle: dpa

Auch wenn er aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten muss, ist William Forsythe als Tänzer, Choreograph und Company-Gründer noch immer präsent. Vor allem in Frankfurt und Dresden sind seine Werke regelmäßig zu sehen. Sein Einfluss auf eine ganze Generation von Tänzern ist unbestritten. Am 30. Dezember wird der gebürtige New Yorker 65 Jahre alt.

Das Frankfurter Museum für Moderne Kunst (MMK) widmet ihm im kommenden Jahr eine Ausstellung: Ab 17. Oktober 2015 sind im Haupthaus „performative Objekte, Video-Installationen, Tanz-Performances und interaktiven Environments“ zu sehen, wie das MMK im Dezember berichtete. Forsythe sei „einer der drei oder vier wichtigsten Choreographen, die das klassische Ballett zu Beginn des 21. Jahrhunderts vorantreiben“, schrieb die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ schon 2002. Die Beschreibung seiner Arbeitsweise trifft den Kern: „Von Beginn an wurden die klassischen Materialien auf ihre Belastbarkeit und Reißfestigkeit geprüft, und früher oder später zerbröselten sie unter Forsythes Zugriff zu anatomisch kleinen Resten, deren Herkunft aus dem klassischen Fundus kaum noch erkennbar ist.“ Seine Versuche, den Tanz mit Computertechnologie, Hirnforschung oder Medienkunst in Beziehung zu setzen, „sind heroisch, machen seine Kunst aber nicht einfacher“, wie ein Kritiker schrieb.  Tanz erzählt bei ihm keine Geschichte, der Tanz denkt tanzend über den Tanz nach. Gern versuchte er, die Zuschauer zum „Mittanzen“ zu animieren: Er ließ sie auf Hüpfburgen herumtoben oder die Besucher mussten sich einen Weg durch von der Decke schwingende Pendel bahnen.

William Forsythe wuchs in New York auf, in den 1970er Jahren kam er zunächst nach Stuttgart. 1984 wurde er Direktor, später Intendant des Ballett Frankfurt. In den folgenden 20 Jahren schuf er dort seine wichtigsten Werke: „Impressing the Czar“, „Limb’s Theorem“, „Eidos:Telos“, „Decreation“. Forsythe wurde mit nahezu allen großen internationalen Tanzpreisen ausgezeichnet, das Ballett Frankfurt mehrmals in Kritiker-Umfragen zum „Ballett des Jahres“ gewählt. Dennoch kürzte die Stadt 2002 die Zuschüsse so stark, dass Forsythe seinen Vertrag nicht verlängerte. 2004 wurde das Ballett als Sparte der Städtischen Bühnen aufgelöst. Der Amerikaner gründete daraufhin „The Forsythe Company“, finanziert von den Städten Frankfurt und Dresden und den Ländern Hessen und Sachsen. Bis 2018 sichert dieser Vierer-Vertrag die Zukunft des Ensembles.

In den letzten Jahren beschäftigte sich Forsythe mit der Frage, wie man Tanz bewahren und weitergeben kann. Er entwickelte neue Lehrmethoden und arbeitete an einer Plattform für digitale Tanzpartituren namens „Motion Bank“. 2014 zog sich der Ballettchef aus der Leitung der Company zurück, blieb ihr aber als künstlerischer Berater erhalten. Gesundheitlich gehe es ihm besser, berichtet eine Sprecherin, aber die Company, „ein mittelständisches Unternehmen“, werde er nicht mehr leiten. Sein Nachfolger steht schon fest: Neuer künstlerischer Leiter der Forsythe Company wird im September 2015 Jacopo Godani.

dpa

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