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Zur Ruihe kommen - Weihnachtsliederabend des Dresdner Kreuzchores

Zur Ruihe kommen - Weihnachtsliederabend des Dresdner Kreuzchores

Draußen Einkaufsrausch, Glühweinpfützen, lärmende Menschenmassen und dann die Möglichkeit, anderthalb Stunden zur inneren Einkehr und Ruhe zu kommen, sich auf das Wesentliche der Adventszeit zu besinnen - mit seinen Weihnachtsliederabenden macht der Dresdner Kreuzchor in jedem Jahr das Angebot.

Und die bis unters Dach gefüllte Kreuzkirche mit zumeist aufmerksam zuhörenden Menschen (nur der Schlussbeifall nach "Stille Nacht, heilige Nacht" verstörte etwas) zeigte auch jetzt, dass dieses Konzert für viele unverzichtbarer Bestandteil der Wochen vor Weihnachten ist.

Das mit großer Sorgfalt zusammengestellte Programm enthielt ein paar Raritäten und dann die immer wieder geliebten Advents- und Weihnachtslieder. Die Stärke des Konzert lag im klug differenzierten Vortrag, in der Natürlichkeit und dem Tiefsinn der Gestaltung, auch und gerade der "Ohrwürmer". Auf musikalischen Schnickschnack und Pathos wird an dieser Stelle schon immer verzichtet. Und das ist gut so. Da machte es auch nichts, dass nicht jeder Einsatz präzise kam und auch ein paar Intonationsnervositäten zu verzeichnen waren.

Die kraftvolle Brahms-Motette "O Heiland, reiß die Himmel auf" fehlte nicht und auch nicht Regers - in schönem, klanglichem Bogen gesungener Satz - "Unser lieben Frauen Traum". Mit besonders innigem Ausdruck nahmen sich Kreuzkantor Roderich Kreile und die Kruzianer der beiden Bruckner-Motetten "Ave Maria" und Virga Jesse floruit" an.

Zu Weihnachten gehören die drei Weisen aus dem Morgenlande. Hier hatte man sich für eine eher unbekannte Version in wiegendem Duktus des Amerikaners "We Three of Orient Are" entschieden und für Peter Cornelius' "Die Könige".

Immer wieder fanden Solisten des Dresdner Kreuzchores Gelegenheit, ihr Können zu präsentieren. Beispielhaft seien das homogene Männerterzett in Hammerschmidts "Alleluja! Freut euch, ihr Christen alle" und der glockenreine Sopranist im Lied "Lasset uns lauschen" im Satz des unvergessenen Ulrich Schicha genannt. Strukturell klar und mit durchsichtigem Klang kam das "Deutsche Magnificat" von Schütz zu Gehör.

Schlichter Ausdruck war dann den bekannten Lieder eigen, die das Programm abrundeten, wie z.B. "Josef, lieber Josef mein", "In dulci jubilo", " Kommet, ihr Hirten". Der ausgewogene Chorklang entfaltete sich in voller Schönheit.

Kreuzorganist Holger Gehring hatte zwei Besonderheiten ausgewählt, nämlich zwei höchst unterschiedliche Variationensätze von Dresdner Organisten aus dem Ende des 19. bzw. des beginnenden 20. Jahrhunderts: die farbenreichen Variationen von "Tochter Zion" des Frauenkirchenorganisten Alfred Hottinger und die reizvolle Pastorale über "Stille Nacht" seines eigenen Amtsvorgängers Christian Robert Pfretzschner. Gehring musizierte sie an der großen Jehmlich-Orgel mit gewohnter Sensibiltät und Vielschichtigkeit.

Weihnachtsoratorium (Kantaten 1-3) mit dem Dresdner Kreuzchor: 16. Dezember, 19 Uhr, und 17. Dezember, 17 Uhr, Kreuzkirche

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.12.2011

M.Hanns

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