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Zum Tode von Kammersängerin Gisela Schröter "Musik ist eine heilige Kunst"

Zum Tode von Kammersängerin Gisela Schröter "Musik ist eine heilige Kunst"

Richard Strauss lässt im Vorspiel seiner Oper "Ariadne auf Naxos" den Komponisten die schönen Worte des Dichters Hugo von Hofmannsthal "Musik ist eine heilige Kunst" singen.

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Gisela Schröter als Octavian in Strauss' "Rosenkavalier" 1961 an der Dresdner Staatsoper.

Quelle: J. Landgraf/Archiv Oper

Oft hat Gisela Schröter diese Partie interpretiert, und jeder, der sie in dieser oder in einer ihrer vielen anderen Partien erlebt hat, war von ihrer sängerischen und darstellerischen Leistung so beeindruckt, dass der Satz "Musik ist eine heilige Kunst" stets höchste Erfüllung fand.

Gisela Schröter war eine Künstlerpersönlichkeit, die jede Aufgabe mit außergewöhnlichem Engagement in Angriff nahm und mit ihrer musikalisch-darstellerischen Überzeugungskraft die Herzen ihres Publikums zu gewinnen wusste. Unvergessen bleiben in Dresden ihre Gestaltungen des Octavian im "Rosenkavalier" von Strauss, der Prinzessin Eboli in Verdis "Don Carlos", der Marina in Mussorgskis "Boris Godunow" und der Marie in Alban Bergs "Wozzeck".

Von ebensolch künstlerischem Gewicht war in späteren Jahren Gisela Schröters eindringliche Charakterstudie der alten Mutter Weseners in der Dresdner Erstaufführung der Oper "Die Soldaten" von Bernd Alois Zimmermann. Das gleiche gilt für ihre Gestaltung der Klytemnästra in Strauss' "Elektra".

In Dresden, wo die 1928 im Dorf Sodehnen/ Ostpreußen geborene Mezzosopranistin 1957 bis 1959 zunächst Mitglied im Opernstudio und danach bis 1972 Solistin im Staatsopernensemble war (bevor sie im gleichen Jahr einen Festvertrag an der Berliner Staatsoper Unter den Linden erhielt), hatte ihre Karriere begonnen und erreichte hier ereignishafte Höhepunkte künstlerischer Schaffenskraft. Viele ihrer Dresdner Rollengestaltungen bleiben neben den schon erwähnten in lebhafter Erinnerung: unter anderem Cherubin, Donna Elvira, Venus, Sieglinde, Carmen, aber auch Marjutka in "Der letzte Schuss" von Siegfried Matthus. Gastspiele führten sie in viele Länder Europas, nach Japan und in die USA, wo sie ebenso wie in Deutschland begeistert gefeiert wurde.

Nun hat sich das Leben der begnadeten Sängerin vollendet. Am 5. November ist Gisela Schröter im Alter von 83 Jahren gestorben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.11.2011

Wolfgang Pieschel

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