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Zum 85. Geburtstag der Dresdner Chorleiterin, Musikpädagogin und -therapeutin Magdalene Kemlein

„Singen kann man nie genug“ Zum 85. Geburtstag der Dresdner Chorleiterin, Musikpädagogin und -therapeutin Magdalene Kemlein

Magdalene Kemlein wächst in Blasewitz als jüngstes Kind der musikliebenden Arztfamilie Dr. Kemlein auf. Von klein auf begegnet sie so Menschen, deren Leben von Schmerzen und Leid geprägt ist. Gleichzeitig beobachtet sie die heilende Wirkung von Medizin und Musik.

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Magdalene Kemlein

Quelle: privat

Dresden. Magdalene Kemlein wächst in Blasewitz als jüngstes Kind der musikliebenden Arztfamilie Dr. Kemlein auf. Von klein auf begegnet sie so Menschen, deren Leben von Schmerzen und Leid geprägt ist. Gleichzeitig beobachtet sie die heilende Wirkung von Medizin und Musik. Beides bleibt für sie aufs Engste verbunden. Im Kindersanatorium setzt sie sich als Zwölfjährige wie selbstverständlich an den Flügel; beim Turnunterricht erlebt sie Musik, Rhythmik, Bewegung und Klavierimprovisation im Zusammenspiel.

In Weimar studiert Magdalene Kemlein ab 1949 Schulmusik, unter anderen bei Dvoráks Urenkelin, der Klavierprofessorin Juliane Lerche. Ab ihrem 2. Studienjahr unterrichtet sie Kommilitonen in Liedspiel und Improvisation, nach dem Staatsexamen kommen Rhythmik, Volkstanz und Chorleitung dazu. Ihre Promotion trägt den Titel „Die Improvisation in ihren gegenwärtigen Erscheinungsformen und als Mittel der Schulmusikerziehung“. Anregende Kontakte verbinden sie zum Beispiel mit Ernst Ferand, dem in die USA emigrierten Lehrer der Rhythmik-Schule Hellerau-Laxenburg, mit Leo Rinderer, dem Gründer der Internationalen Schulmusikwochen in Salzburg, und mit Alfred Stier, dem ehemaligen Kantor der Dresdner Versöhnungskirche.

1958 wird zum entscheidenden Jahr: Magdalene Kemlein kommt an die Bautzener Musikschule. „Sie war die Seele des Hauses“, sagt rückschauend Gründer Werner Uhlmann. Ein Schwerpunkt wird die Kinderchorarbeit. Schulkonzerte für die einzelnen Klassenstufen der Schulen von Stadt und Landkreis entwickeln sich von Jahr zu Jahr.

1967 gründet sie den heute legendären Mädchenkammerchor und leitet ihn 30 Jahre lang. Unvergessen von allen Beteiligten ist die Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Sorbischen Volkstheater: 22 Inszenierungen sind es bis zur Übersiedlung des Musiktheaters nach Görlitz.

1958 begegnet sie dem musikalisch sehr aufgeschlossenen Chefarzt Dr. Helmut Born, der eine Klinik für Psychotherapie aufbaut – zunächst in Oberloschwitz, dann im Krankenhaus Weißer Hirsch. Er lädt sie zur musiktherapeutischen Mitarbeit ein, daraus wird für die Patienten Woche für Woche eine hilfreiche Therapie.

An der Bautzener Musikschule wirken auch heute „Ehemalige“ von Magdalene Kemlein. Anita Däbritz führt seit 20 Jahren die Chorarbeit auf bleibend hohem Niveau weiter. Und vielen Patienten in Dresden hat Magdalene Kemlein vermittelt, dass Atmen, Singen und Bewegen Nahrung für Leib und Seele sind.

Wer auf ihre einfühlsamen Liedbegleitungen neugierig ist, dem seien ihre Klaviersätze im großen Volksliederbuch aus dem Peters-Verlag oder die Hefte „Taubnesselchen“ und „Grüner Haselstrauch“ empfohlen – und die ETERNA-Schallplatte „All mein Gedanken, die ich hab“ (1972) mit Volksliedern aus sechs Jahrhunderten sowie die Kinderlieder-CDs bei BT-Music, die viele der für den Philharmonischen Kinderchor geschriebenen Bearbeitungen wieder erklingen lassen.
Heute begeht Magdalene Kemlein ihren 85. Geburtstag.

Stefan Gehrt

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