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Zukunft des Dresdner Kulturpalastes bleibt weiter unklar - Mehr Fragen als Antworten

Zukunft des Dresdner Kulturpalastes bleibt weiter unklar - Mehr Fragen als Antworten

Bleibt alles so, wie es ist, oder wird doch noch alles ganz anders? Bei keinem Dresdner Bauprojekt gibt so viele Fragezeichen wie beim Umbau des Kulturpalastes.

Auch die Stadtverwaltung kann kurz vor dem Jahresende kein Licht ins Dunkel bringen. Ein einziger Satz zu diesem Thema verlässt das Rathaus: „Die Landeshauptstadt Dresden steht im Gespräch mit dem Freistaat Sachsen, welche Fördermittel verfügbar sein werden. Danach können erst weitere Fragen geklärt werden", teilt das Pressebüro auf Anfrage knapp mit.

Im März 2011 hatte der Stadtrat das umstrittene Projekt endgültig besiegelt. Der 1969 eröffnete Palast soll nach Abschluss der Saison 2011/2012 für mehr als 70 Millionen Euro umgebaut werden. Zentraler Punkt ist dabei die Umgestaltung des Mehrzwecksaales in ein Auditorium für die Dresdner Philharmonie. In dem alten Saal müssen die Philharmoniker unter schlechten akustischen Bedingungen musizieren. Zudem sollen das Kabarett „Die Herkuleskeule" und Dresdens Zentralbibliothek in den Palast einziehen.

Soweit so gut. Aber hinter den Kulissen sind Misstöne vernehmbar. „Kulti"-Architekt Wolfgang Hänsch klagt gegen die Stadt, weil er sein Urheberrecht am ursprünglichen Entwurf verletzt sieht. Im September hat das zuständige Leipziger Landgericht eine Entscheidung vertagt und ein neuerliches Gutachten in Auftrag gegeben. Einen Fortsetzungstermin für die Verhandlung kennt Hänsch wenige Tage vor dem Jahreswechsel noch nicht. Auch ein Termin für eine vom Gericht angeordnete Ortsbegehung ist noch nicht in Sicht.

Ein anderer Termin steht aber fest. Am 31. Juli läuft für den Saal die Betriebsgenehmigung aus. Im März 2007 war er wegen Mängeln beim Brandschutz geschlossen worden. Schon zuvor hatte ein Löschzug der Feuerwehr jedes Konzert abgesichert - nicht nur bei brisanten Werken wie der „Feuerwerksmusik". Nach Reparaturen wurde die Genehmigung aber verlängert. „Das wäre auch jetzt kein Problem", heißt es aus dem Umfeld der Umbau-Kritiker. Allerdings möchten Nutzer des Saals, allen voran die Philharmoniker, langsam mal wissen, für welche Ausweichbühnen sie Karten für die neue Spielzeit drucken müssen.

Konzertveranstalter aus der Showbranche sind ohnehin nicht glücklich mit dem Umbau. „Der Kulturpalast bietet in seiner jetzigen Funktion einfach optimale Bedingungen", sagt der Chef von Semmel Concerts, Dieter Semmelmann. Gute technische Voraussetzungen würden Veranstaltungen aller Genres ermöglichen. Mit einer Kapazität von rund 2400 Platzen sei der Saal zudem wirtschaftlich zu betreiben. „Ich denke, die fast 200 Veranstaltungen, die alleine Semmel Concerts seit 2006 im Kulturpalast durchgeführt hat, sprechen da eine deutliche Sprache."

Doch auch bei den Klassik-Freunden scheiden sich die Geister. Viele Fans wünschen sich den Neubau eines gemeinsamen Konzerthauses für Staatskapelle Dresden und Philharmonie. Berühmten Dirigenten aus aller Welt haben einen entsprechenden Appell unterschrieben, Daniel Barenboim, James Levin, Nikolaus Harnoncourt, Zubin Mehta oder Seiji Ozawa. Außerdem wird eine Explosion der Baukosten befürchtet - manche gehen von Kosten jenseits der 100-Millionen-Marke aus. Das Land will den Umbau nach eigenen Angaben mit maximal 50 Prozent der Bausumme unterstützen, bei 35 Millionen Euro soll aber Schluss sein.

Jörg Schurig, dpa

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