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Zeichnungen und Objekte von Xenofon Sachinis im Kulturrathaus Dresden

Ausstellung Zeichnungen und Objekte von Xenofon Sachinis im Kulturrathaus Dresden

Xenofon Sachinis (geb. 1954) ist Professor und Dekan der Fakultät Bildende Künste an der Aristoteles-Universität im griechischen Thessaloniki. Unter seiner Leitung wurde der Künstleraustausch mit Dresden 2011 ins Leben gerufen. Inzwischen waren zehn Künstler/innen aus Dresden und Thessaloniki in den Druckwerkstätten der beiden Städte zu Gast.

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Xenofon Sachinis: Aiming Point, Tinte auf Papier, 2015.

Quelle: Kostas Spanopoulos

Dresden. Xenofon Sachinis (geb. 1954) ist Professor und Dekan der Fakultät Bildende Künste an der Aristoteles-Universität im griechischen Thessaloniki. Unter seiner Leitung wurde der Künstleraustausch mit Dresden 2011 ins Leben gerufen. Inzwischen waren zehn Künstler/innen aus Dresden und Thessaloniki in den Druckwerkstätten der beiden Städte zu Gast. Letzte Teilnehmerin ist die renommierte Dresdner Radiererin Kerstin Franke-Gneuß gewesen, die im Herbst 2015 vier Wochen in den Druckwerkstätten der Universität von Thessaloniki arbeitete und zur Zeit eine Ausstellung mit vor Ort geschaffenen Radierungen in der Alten Feuerwache Loschwitz präsentiert. Vorbereitet hat den Künstleraustausch eine Privatinitiative von Hans-Peter Fischer und Xenofon Sachinis. Fischer hatte sich während vieler Reisen nach Griechenland in das Land verliebt und mehrere deutsch-griechische Projekte angestoßen. Nun fungiert er als Kurator für eine Ausstellung von Xenofon Sachinis im Kulturrathaus, die mit aktiver und großzügiger Unterstützung von Martin Chidiac an die Öffentlichkeit tritt. Professor Sachinis weilte vor kurzem als Teilnehmer an der Konferenz „Bridging Generations“ in Dresden, die vom Jugend&Kulturprojekt e.V. in der Zeit vom 12. bis 15. Februar veranstaltet worden war. So war es Sachinis möglich, an der Eröffnung seiner eigenen Ausstellung teilnehmen zu können.

Gezeigt werden vor allem Kugelschreiberzeichnungen aus den vergangenen Jahren sowie eine Reihe von Objekten zum Thema Holocaust. Sachinis begreift die Zeichnung als durchaus grafisches Phänomen (durch den Druck des Kugelschreibers entstanden). Für ihn ist, laut seiner grafischen Theorie, nur der Druckstock authentisches Zeugnis für den Künstler, das durch das Drucken auf Papier verfälscht wird. Über seine Plexiglasboxen, bei denen ein Spot Licht auf das grafische Konstrukt fällt und sich auf dem Boden der Box „abzeichnet“, entwickelte er die geschlossene Holzbox zum Thema Holocaust (die Gemeinde Thessaloniki hatte 60 000 jüdische Bürger, die alle von den Nazis deportiert wurden). So entwickelte Sachinis aus der experimentellen Anordnung der Zeichnung das dreidimensionale Objekt. In den acht Boxen, die zu einer Installation vereint wurden, sind Gegenstände und medizinische Objekte zu sehen, die auf die von SS-Ärzten in Auschwitz (z.B. Mengele) verübten Versuche am Menschen anspielen. Eine Box bleibt verschlossen. Auf ihrem Deckel sind hunderte von Häftlingsnummern abgebildet.

Die Zeichnungen widmen sich dem Phänomen Rauch (griech. Kapnos), der bei der Explosion von Bomben oder Raketen entsteht. Krieg ist bei Sachinis Ausdruck von „The lost reason“ (die verlorene Vernunft ist auch der Untertitel der Ausstellung), Zeichen vom Verlust der Vernunft, des Verstandes. Gleichzeitig zeigt Sachinis auf minimalistische Art die Erscheinung der Rauchentwicklung als ästhetisches Produkt des Krieges, das zwischen Faszination und Ekel oszilliert, ein sehr zwiespältiges Gefühl, das Urinstinkte der „Schönheit des Schrecklichen“ wachruft. In einer Vitrine sind Publikationen von Xenofon Sachinis zu sehen, darunter sein Hauptwerk „Gedanken über die Theorie und Praxis der Druckgrafik“ (Athen 2008) und „Dialoge über Druckgrafik und ihre Techniken“ (Athen 2010). Beide Bücher sind noch nichts ins Deutsche übersetzt, würden aber eine interessante Diskussion über die Begriffsdefinition und die modernen Möglichkeiten der Grafik eröffnen.

bis 11. März. Kunstfoyer im Kulturrathaus, Königstraße 15, geöffnet Mo-Do 9-18, Fr 8-16 Uhr

Von Heinz Weißflog

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