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Yellow Umbrella mit einer Art Hattrick in der Schauburg

Yellow Umbrella mit einer Art Hattrick in der Schauburg

2013 war es im Beatpol, 2014 in der Scheune, 2015 nun in der Schauburg - jedes Jahr gönnt Yellow Umbrella seiner Ursprungsstadt einen musikalischen Sommertupfer im Spätherbst. Der Schauplatz am Wochenende war bewusst gewählt, denn das Konzert am Samstagabend war quasi umlagert von zwei Kinderprogrammen.

Dresden. 2013 war es im Beatpol, 2014 in der Scheune, 2015 nun in der Schauburg - jedes Jahr gönnt Yellow Umbrella seiner Ursprungsstadt einen musikalischen Sommertupfer im Spätherbst. Der Schauplatz am Wochenende war bewusst gewählt, denn das Konzert am Samstagabend war quasi umlagert von zwei Kinderprogrammen mit dem bandeigenen Reggaehasen Boooo, der um Samstagnachmittag und Sonntagmorgen mit verschiedenen Editionen jeweils genauso viele Leute anzog wie das Erwachsenenkonzert, welches Sonntag über zweieinhalb Stunden bis kurz vor Mitternacht tobte. So wurden, inklusive möglicher Wiedergänger, insgesamt rund 900 Leute bespaßt und mit einer warmen Ska-Welle in den zweiten Advent gesandt.

Eigentlich dauerte das diesjährige Heimspiel, unterbrochen von einer kurzen Schlafpause, samt Auf- und Abbau rund 26 Stunden und war wiederum in zwei andere Auftritte eingebettet: Freitagnacht wartete zuvor im Riesengebirge der Klub Jazgot in Szklarszka Poreba, am Sonntag danach der Ostberliner Frannz-Club.

Trotz dieser doppelten Zeitspange hatte sich das Septett auf der schmalen Bühne im großen Leone-Saal etwas besonderes einfallen lassen. Das computeraffine Dresdner Trio Laterne, dass sich in verschiedenen Variationen der Bewegtbildkunst widmet, übernahmen als VJs die Bespielung der riesigen Leinwand. Neben einem leicht zeitverzögerten Live-Mitschnitt der Band zeigten sie vor allem Szenen aus sichtlich älteren Tanzfilmen, die immer in Schwarz-Weiß, ab und an nicht ganz jugendfrei daherkamen. Oft auch geschickt überlagert oder grafisch-visuell aufgepeppt.

Das hatte zwei Effekte: Die Band, die das Material offenbar nur im Groben kannte, versuchte, auch etwas davon zu erhaschen, vor allem Frontmann und Musikkopf Jens Strohschneider wollte immer wieder etwas noch einmal sehen. So auch tanzende Gerippe, die es gar nicht gab. Und ein lustiges Känguru, welches vorbildlich mit großen Straßensprüngen im Gebüsch einer australischen Vorstadt verschwand.

Die andere Wirkung war noch erstaunlicher: Während im Saal sowieso kaum jemand saß und auch die Bühne immer wieder von rampengeilen Hobbytänzern erobert wurde, entstand auf der Leinwand eine zweite Ebene. Da die Musikrhythmik sowieso nicht synchron sein konnte, wirkten die Tanzszenen auf der Leinwand wesentlich abstrakter. Damit wurde deren Dynamik und Sportlichkeit verstärkt, die Unterlegung mit Ska- und Reggaeklängen und die Mischung mit der Aura der Bewegungsmeute im Saal und auf der Bühne gaben dem ganzen einen herrlich skurrilen Rahmen, der durchaus eigenwillig, aber stimmungshebend war.

Neu im dreiköpfigen Bläserset ist Trompeter Germi Rieß, der Jan Kalb ersetzt und nun mit Bernard Lanis (Sopran- und Tenorsax sowie Klarinette) und Thomas Hellmich (Posaune) für den besonderen Klang sorgt. Er ist halber Katalane, der so gut zu einem halben Amerikaner am Schlagzeug und einem ganzen Franzosen passt, während ihre Musik sowieso die Wurzeln auf dem halben Erdball weiß.

Ein ähnlich dichtes Reiseprogramm wartet am kommenden Wochenende auf Band, Angehörige und Fans: Dann geht es vom Jenaer Rosenkeller über die Torgauer Kulturbastion in den Schweriner Angler No. II - Musikeralltag im Tourmodus, der dann einer Leerlaufphase bedarf. Denn die Konzertpause ist nötig, um die Freizeit im Studio zu verbringen und das schon länger angekündigte sechste Album im dann 22. Bandjahr zu produzieren. Zwei Titel gab es am Sonnabend vorab: "Time will tell" und "I wonder", während die vierzigminütige Zugabekanonade wie gewohnt mit der Bandheiligen "Josephina" oder anderen Frühwerken wie "Your love is my love" und "Lay down" der Abend harmonisch beendet ward. Für die Record-Release-Party an einem spätherbstlichen Wochenendabend sind schon Termine im Kalender reserviert - wo, wird noch nicht verraten, nur dass es natürlich in Dresden sein wird.

Andreas Herrmann

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