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"Wunderfitzges von Kasper und Co" im Dresdner Jägerhof

Freunde der Puppentheatersammlung "Wunderfitzges von Kasper und Co" im Dresdner Jägerhof

Der Verein Freunde der Puppentheatersammlung feiert seinen 25. Geburtstag und schenkt sich und allen Interessierten deshalb eine ganze Woche voller Veranstaltungen: Puppenspiel für Kinder und Erwachsene, Lesungen, Vorträge und Führungen.

Der Verein Freunde der Puppentheatersammlung feiert seinen 25. Geburtstag und schenkt sich und allen Interessierten deshalb eine ganze Woche voller Veranstaltungen
 

Quelle: dpa-Zentralbild

Dresden.  Von Kindheit an gestaltete und baute Klausjörg „Jörg“ Herrmann Handpuppen und Marionetten. Mit 15 Jahren erhielt er bei einem künstlerischen Wettbewerb in Dresden den ersten Preis und das Angebot zur Mitarbeit im DEFA-Studio für Trickfilme. 1958 beginnt er als Animator beim Puppentrickfilm. Nach seinem Studium an der Filmhochschule inszeniert er gemeinsam mit Bruno J. Böttge, einem anerkannten Meister des Silhouettenfilms, den Film „Lieber Mohr“ (noch waren nun mal die Zeiten, in den „Mohr“ ein „Bäh-Wort“ ist, nicht angebrochen). 1982 verließ Herrmann dann das Trickfilmstudio der DEFA und gründete in Kreischa eine Trickfilmwerkstatt, wo bis 1990 dann insgesamt 25 Silhouettenfilme für Fernsehen und Kino entstanden, darunter die Serie „Schattenfiguren“ und der Kinofilm „Die Teufelsbraut.“

„Wunderfitzges von Kasper und Co“: Der Verein feiert seinen 25. Geburtstag und schenkt sich und allen Interessierten deshalb eine ganze Woche voller Veranstaltungen: Puppenspiel für Kinder und Erwachsene, Lesungen, Vorträge und Führungen.

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Am Mittwoch, den 5.10., 19 Uhr, hält Herrmann nun im Museum für Sächsische Volkskunst im Jägerhof einen Vortrag zum Thema „Figurenspiel und Trickfilm“ – und zwar im Rahmen der „1. besten Puppenspielwoche“, die der Verein „Freunde der Puppentheatersammlung Dresden e. V.“ vom 4. bis 9. Oktober unter dem Motto „Wunderfitzges von Kasper und Co“ dort ausrichtet.

Das geschieht nun nicht aus Lust und Laune heraus, sondern es gibt einen Anlass. Der Verein feiert seinen 25. Geburtstag und schenkt sich und allen Interessierten deshalb eine ganze Woche voller Veranstaltungen: Puppenspiel für Kinder und Erwachsene, Lesungen, Vorträg und Führungen. Passend zum Thema der aktuellen Ausstellung „Bücherhelden auf der Bühne“ der Puppentheatersammlung dreht sich alles um die Lieblingsfiguren aus neuer wie auch altbewährter Literatur. Da es keine Zuschüsse gab, hofft man auf einen regen Zuspruch, wie die Vereinsvorsitzende Alexandra Löser wissen ließ. Immerhin konnte man mittels Crowdfunding-Plattform „99funken“ 1800 Euro einsammeln (Als eine Initiative der Ostsächsischen Sparkasse Dresden in Partnerschaft mit der Startnext Network GmbH unterstützt „99funken“ Projekte in der Region). Geld in die Kasse spülen soll auch eine Kasperle-Figur aus Holz, die erzgebirgische Miniaturenhersteller Karl-Heinz Bilz schuf. Die vielfach „geklonte“ Wackelfigur kann während der Festwoche im Museum für Sächsische Volkskunst käuflich erworben werden. Der Verein zählt derzeit rund 50 Mitglieder, in der letzten Zeit kamen sogar ein paar jüngere Leute neu hinzu, wie Löser wissen ließ, die erklärtermaßen „das mit Abstand jüngste Vereinsmitglied“ ist und in Leipzig Theaterwissenschaften studierte.

Lars Rehbehn, Konservator der vom Verein unterstützten Puppentheatersammlung, stellt am 7.10., 19 Uhr im Rahmen eines Multimedia-Vortrags Höhepunkte aus 500 Jahren sächsischer Puppentheatergeschichte vor. Keine deutsche Landschaft brachte so viele Puppenbühnen hervor wie Sachsen. Bis zu 150 Prinzipale reisten vor über hundert Jahren mit ihren Marionetten und Pferdewagen von Dorf zu Dorf und Stadt zu Stadt, noch heute hat Sachsen die größte Dichte kommunaler Figurentheater und eine lebendige Puppenspielszene. Ergänzt wird der Vortrag um seltenes Ton- und Filmmaterial, das längst vergangene Zeiten wieder lebendig werden lässt.

Bühnen aus Dresden und Umgebung bestreiten des Gros Puppenspiel-Veranstaltungen. Detlef A. Heinichen zeigt seine „Der kleine Prinz“-Inszenierung (4.10., 19 Uhr), Cornelia Fritzsche, die frisch gekürte Gewinnerin des Kleinkunstpreises „St. Ingberter Pfanne“ das sich eher an Erwachsene richtende Stück „Oscar und die Dame in Rosa“ (6.10., 20 Uhr). Susanne Böhmel spielt das Märchen vom Fischer und seiner Frau“ (8.10., 11 Uhr), Volkmar Funke aus Coswig präsentiert die Inszenierung „Am Südpol, denkt man, ist es heiß“ (8.10., 20 Uhr). Die weiteste Anreise hat Andreas Blaschke vom Figurentheater Köln. Er beschert einem ein Wiedersehen mit Pippi Langstrumpf, mit Herrn Nilsson und vielleicht auch Fräulein Prysselius, von Pippi „Prusseliese“ genannt (6.10., 15 Uhr).

Der Sonntag steht ganz im Zeichen der Familie. Das ganze Museum wird in Beschlag genommen – im Erdgeschoss kann man basteln, im 1. OG findet um 11 Uhr eine „zauberhafte Märchenvorstellung“ statt und es gibt Führungen für Groß und Klein in der erwähnten Ausstellung zu den „Bücherhelden auf der Puppenbühne“. Für 11 Uhr ist eine Papiertheater-Vorstellung nach dem orientalischen Märchen „Die unglückliche Frau und der Bettler“ angesetzt. Die Aufführung bildet den Abschluss einer fünfmonatigen Zusammenarbeit. Regelmäßig trafen sich die Mitwirkenden, die aus Syrien, dem Libanon oder Eritrea, im Atelier von Sabine Fiedler-Mohrmann, um beim gemeinsamen Puppenspiel ihre Deutschkenntnisse zu erproben. Für die musikalischen Umrahmung sorgt Obeid Alyousef auf der Oud, der Kurzhalslaute aus dem Orient.

Besucher der kostenpflichtigen Veranstaltungen während der Puppenspielwoche benötigen kein extra Museumsticket. Reservierungen werden für sämtliche auf Grund begrenzter Platzkapazität für alle Veranstaltungen empfohlen (Tel. 0351 4914 2000).

Der erzgebirgische Miniaturenhersteller Karl-Heinz Bilz schuf übrigens anlässlich des Jubiläums eine Kasperle-Figur aus Holz, deren Verkaufserlös der Sammlung zugutekommt. Die Wackelfigur kann während der Festwoche im Museum für Sächsische Volkskunst käuflich erworben werden, der Erlös hilft ebenfalls bei der Finanzierung des Festivals.

www.puppentheaterfreunde.de

Von Cristian Ruf

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Köpckestraße 1, 01097 Dresden
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