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"Wunder einer Winternacht" heißt das diesjährige Weihnachtsspektakel am tjg

"Wunder einer Winternacht" heißt das diesjährige Weihnachtsspektakel am tjg

Als der Film "Wunder einer Winternacht" 2007 in Finnland in die Kinos kam, wurde er zu einem großen Erfolg. So groß, dass die Werbetexte vom "größten finnischen Kinoerfolg aller Zeiten" sprechen.

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Ein authentisches Weihnachtsmärchen, wo es schon mal handgreiflich wird zwischen Nahuel Häflinger und Charles Ndong, beobachtet von Sara Klapp.

Quelle: Klaus Gigga

Die Vorlage lieferte der 1967 in Helsinki geborene Schriftsteller Marko Leino. Er schrieb auch Erzählungen, Kinderbücher und Krimis, die in seinem Land viel gelesen werden. Damit geht schon mal ein Pluspunkt an das Theater Junge Generation, das "Wunder einer Winternacht" in einer eigenen Bearbeitung zum diesjährigen Weihnachtsspektakel ausgewählt hat. Hier geht es in eine andere Zeit, in einen anderen Kulturkreis und auch die Geschichte bewegt sich jenseits der bekannten Melange von Kitsch, Kommerz und Gefühlsschunkelei.

Nikolas ist ein Fischerjunge hoch im Norden. Seine Eltern fahren jeden Tag aufs Meer und wenn sie nichts fangen, hat die Familie nicht zu essen. Eines Tages wird seine kleine Schwester Ada, die Nikolas sehr liebt, krank. Die Eltern wollen zum Festland, zum Arzt, doch ein Sturm kommt auf und sie kommen ums Leben. Keiner aus der Dorfgemeinschaft will Nikolas aufnehmen, denn sie haben selbst nicht genug zu essen. Da wird beschlossen, dass der Junge bei jeder Familie ein Jahr lang bleibt - und Weihnachten wird gewechselt. Und das Stück zeigt - unter Regie von Bettina Rehm und Dramaturgie von Kathi Loch -, wie groß Nikolas' Schmerz ist und wie er sich gleichzeitig die Herzen der anderen erobert.

Bis Nikolas (sehr authentisch von Nahuel Häfliger gespielt) zu dem mehr als unsympathischen Tischler Lissakki (mitunter diktatorenhaft von Ulrich Wenzke interpretiert) kommt. Alles scheint verloren - aber nein! Nach der Pause, nach Kaffee und Kuchen und Basteleien im Theaterfoyer, wendet sich wieder alles zum Guten, Nikolas gewinnt einen neuen Vater und vor allem einen Komplizen bei seinem großen Coup, alle Kinder im Dorf jedes Jahr heimlich zu Weihnachten zu beschenken. Aus Dankbarkeit für die Fürsorge, die ihm selbst als Kind zuteil wurde.

Und das ist schon wieder ein Pluspunkt für das tjg: den Tod, das Sterben und vor allem den Schmerz darüber nicht auszusparen. Wer genau aufpasst, wird auch bemerken, dass in diesem finnischen "Entwicklungsroman" genauso oft Leben gerettet oder Kinder geboren werden. Drei Generationen überspannend, wird in epischer Breite erzählt, wie ein Mensch durch alle Höhen und Tiefen geht und sein Leben zu meistern versteht. Die Dialoge, die Abfolge der Szenen, das Standbild, zu dem das Spiel einmal "gefriert", sind den Mitteln des Films entlehnt, was das Stück frisch und flüssig macht. Inklusive Tränen - wie es sich für einen richtigen Kinohit gehört.

Klamauk auch inklusive. Denn die Rentiere namens Pips, Knips, Chips, Flips bzw. Grips sind unschlagbar komisch. Die Darsteller, insgesamt zu zehnt auf der Bühne zu erleben, füllen ihre wechselnden Rollen mit Bravour aus. Die schönste hat wohl die kleine Seejungfrau, von Sara Klapp gespielt. Aber auch die Kostüme von Grit Dora von Zeschau sind ausgesprochen gelungen und die Musik, die von Thomas Hertel stammt (der zuletzt "Meister und Margarita" im Staatsschauspiel begleitete), kommt wie eine echte Filmmusik daher.

Und wenn man bei allem, egal was man unternimmt, wenigstens eines lernen soll, so ist das bei "Wunder einer Winternacht" wohl vor allem, dass Schenken gelernt sein will. Ebenso, sich beschenken zu lassen. Und Schenken ist ein so allgemeines Thema, dass es auch den Weihnachtsmuffeln wärmstens zu empfehlen ist. Noch etwas kann man beim diesjährigen tjg-Weihnachtsspektakel lernen: Wie der Weihnachtsmann zu seinem roten Mantel kam. Doch das wird hier nicht verraten... Andrea Rook

für Kinder bb 6 Jahren, nächste Vorstellungen: heute 19.30 Uhr, 8.12. 16 Uhr, 9.12. 11 und 16 Uhr, 12./13.12. 12.30 Uhr, 15.12. 16 Uhr, 16.12. 11 und 16 Uhr, 18./19.12. 12.30 Uhr, 26./27.12. 16 Uhr, 28.12. 10 Uhr

www.tjg-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.11.2012

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