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Würdigung eines Zeichners: Hans-Theo-Richter-Preis geht an Hanns Schimansky

Würdigung eines Zeichners: Hans-Theo-Richter-Preis geht an Hanns Schimansky

Die Sächsische Akademie der Künste hat den Hans Theo Richter-Preis 2012 an den seit 1998 als Professor an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee lehrenden Zeichner Hanns Schimansky (geb.

1949 in Bitterfeld) verliehen. Die nun bereits zum neunten Mal vergebene Auszeichnung - bisherige Preisträger sind Max Uhlig, Jiri Kolar, Paula Ribariu, Werner Wittig, Peter Graf, Thomas Ranft, Lutz Fleischer, Wolfram Adalbert Scheffler und Dieter Goltzsche - ist mit 20 000 Euro dotiert, getragen von der Hildegard und Hans Theo Richter-Stiftung.

Der Preisträger habe sich gegen einen "illustren Kreis" weiterer Kandidaten behaupten können, wie Sebastian Schmidt, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung, erläuterte. Zugleich erinnerte er an den 110. Geburtstag des Namensgebers der Ehrung am 7. August diesen Jahres. Hans Theo Richter (1902-1969) hatte von 1947 bis 1967 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden gelehrt und eine große Zahl jüngerer Künstler geprägt. Seine Witwe Hildegard hatte gegen Ende ihres Lebens die Stiftung begründet, die das Andenken an das Werk und die Persönlichkeit ihres Mannes wach halten und mittels des Preises herausragende deutsche oder ausländische Zeichner und Grafiker würdigen soll.

Schimansky, der von Jugend an schon immer zeichnete, allerdings zunächst Landwirtschaft an der Universität Rostock studierte und dann in der Getreidewirtschaft arbeitete, ist seinerseits schon in frühen Jahren über Gerhard Kettner mit dem Werk Richters in Berührung gekommen. Kettner hatte den zunächst von Johannes Müller Ermutigten ab 1974 gefördert und ihn als Meisterschüler in seine Klasse an der Akademie der Künste der DDR in Berlin aufgenommen (1977-1980). Seit den 1980er Jahren hat Schimansky zunehmende Anerkennung für seine sparsamen, allein auf der Linie in all ihrer Vielfalt beruhenden Arbeiten erfahren. So wurde er 1985 mit dem Wilhelm Höpfner-Preis der Winckelmann Gesellschaft Stendal, 1990 mit dem Stipendium des Kunstrings Folkwang Essen, 1993 dem Stipendium der Stiftung Kulturfonds Berlin und 1996-97 dem Stipendium Cité Internationale des Arts Paris geehrt. In Erinnerung ist auch noch die Auszeichnung des Künstlers 1996 mit dem Grafikpreis der leider verblichenen Kunstmesse Dresden. Seit 1997 ist Hanns Schimansky zudem Mitglied der Akademie der Künste Berlin. Einzelausstellungen mit seinen Arbeiten waren unter anderem im Museum Folkwang Essen, im Sprengel Museum Hannover, in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe oder im Gemeentemuseum Den Haag zu sehen.

Mit der Verleihung des Hans Theo Richter-Preises an Hanns Schimansky würdigte die Sächsische Akademie der Künste ein Werk, das Laudator Jan Brockmann, der ehemalige Direktor des Nationalmuseums für Gegenwartskunst Oslo, ein "zauberhaftes Sperrgut" nannte, dessen Eigenständigkeit auch der einstigen "Abgeschirmtheit im Osten" zu verdanken sei, in dem sich aber nach 1989 ebenso die gewonnenen Freiheiten auf ihre Weise spiegeln. Seitens der Sächsischen Akademie der Künste heißt es über Schimanskys Schaffen: "Die sensiblen, gedankenvollen und ungemein vielgestaltigen Grafit-, Bleistift-, Tusche- und Ölkreidezeichnungen des Künstlers erscheinen auf beeindruckende Weise zeitungebunden. Seine entschiedene künstlerische Position und die staatsferne Selbstbehauptung in der DDR waren Voraussetzungen, sein Werk auch in den vergangenen zwei Jahrzehnten kohärent weiter zu entwickeln."

Wie üblich beim Hans Theo Richter-Preis kann sich das Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden über eine Schenkung freuen: zwei Künstlerbücher und einige Blätter. Dessen zur Preisverleihung erkrankter Direktor Bernhard Maaz, in Personalunion Direktor der Galerie Alte Meister, hatte in seinem von Tobias Pfeifer-Helke verlesenen Beitrag unter anderem betont, dass der Preis Hanns Schimanskys künstlerischer Haltung gelte, die einem "Seismographen" vergleichbar sei. Sein Strich sei "Ausdruck unterschiedlichster Energien - mikroskopisch fein, aufwachsend, sich entwickelnd, sich entfaltend, suchend oder auch architektonisch". Lisa Werner-Art

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.09.2012

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