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Wortspielereien und Pointen: Im Kabarett Beschke & Schuch wurde der erste Dresdner Satire-Preis vergeben

Wortspielereien und Pointen: Im Kabarett Beschke & Schuch wurde der erste Dresdner Satire-Preis vergeben

Comedy ist längst im politisch-satirischen Kabarett angekommen, und umgekehrt. Auch diese Entwicklung gab den Ausschlag, dass sich einige Dresdner entschlossen, einen Kabarett-Preis zu vergeben.

Der nennt sich Satire-Preis und lässt neben dem Kabarett die Tür auch offen für die personell beachtlich angewachsene Comedy-Szene.

Im Kabarett Breschke & Schuch wurde nun der Gewinner des ersten Dresdner Satire-Preises gekürt. Was eigentlich vom Kulturamt der Stadt hätte mitverantwortet und unterstützt werden können, wurde schließlich durch einen Sponsor realisierbar, der sich für die Idee erwärmte. Und so durfte sich der erste Dresdner Satire-Preisträger über die Summe von 1000 Euro freuen, beigesteuert von der Landskron Brauerei Görlitz. Zudem gab es einen Publikumspreis, der zwar nicht mit Geld verbunden ist, aber dem Gewinner die Chance bietet, sich selbst und sein aktuelles Programm an einem Abend bei Breschke & Schuch zu präsentieren.

Sechs Bewerber hatten es nach der Vorauswahl in die Endrunde geschafft. Und diese sechs sorgten mit ihren Beiträgen für einen erfrischend abwechslungsreichen Abend inklusive einer wunderbar lockeren Stimmung im Saal. Den Reigen eröffnete der in Radolfzell (Bodensee) geborene 33-jährige René Sydow, der schon mit sechzehn Jahren die Bühne eroberte und sich inzwischen nicht nur als Spieler, sondern auch als Theaterregisseur einen Namen machen konnte. Sydow erwies sich in seinem Programmausschnitt als recht bissiger, zeitnaher Kabarettist. So nannte er u.a. Putin einen "rechtmäßigen Landvermesser".

Aydin Isik, 1978 geboren und in Hattingen zu Hause, ließ aktuelle Tagespolitik in sein Programm einfließen. Mia Pitroff dagegen - Jahrgang 1980 und gebürtige Bayreutherin - bekannte gleich eingangs, dass das Programm "-mei Mudda geschriebe had!" Und teilte kräftig aus gegen die Maschen der Versicherungskonzerne. Der 1974 in Bielefeld geborene Özgur Cebe - er hat sowohl türkische, als auch armenische und kurdische Wurzeln - outete sich als Vertreter des klassischen Wortkabaretts und betextete u.a. Kinderlieder wie den "Erlkönig" ganz neu.

Das Duo Christoph Stelzner (Dresden) und Martin Bauer (München) erwies sich als zuständig für Oralakrobatik. Die beiden verdrehten allerlei Begriffe in ihr Gegenteil und verstiegen sich zu der schönen Erkenntnis "Tränen, die du lachst, die weinst du nicht!".

Last, but not least, blieb noch Benjamin Tomkins. Der 1965 in Erlangen Geborene entdeckte in Wien an sich das Talent des Bauchredens. Das perfektionierte er und feierte (u.a. mit seiner Glanznummer "Der alte Sack") wahre Triumphe. Augenzwinkernd reagierte er auf die Lachsalven aus dem Saal und bekannte lakonisch "Das ist doch nur ein Handschuh!" In Dresden ist der 48-Jährige kein Unbekannter mehr. Im Comedy- und Theaterclub war er schon einige Male zu Gast. Völlig zu Recht sprachen ihm die Besucher des Abends den Publikumspreis zu.

Der erste Träger des Dresdner Satire-Preises aber heißt René Sydow. Mit der Auszeichnung wurden seine tiefgründigen Wortspielereien und seine sehr aktuellen Pointen zur Politik gewürdigt.

Für das Kabarett in Dresden war dies ein guter Tag. Möge der Preis nun in den kommenden Monaten an Wertigkeit gewinnen. Damit er auch 2015 wieder verliehen werden kann.

W. Zimmermann

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