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Wo Gedichte entstehen: Der ehemalige Dresdner Stadtschreiber Jose Oliver liest in der Villa Augustin

Wo Gedichte entstehen: Der ehemalige Dresdner Stadtschreiber Jose Oliver liest in der Villa Augustin

Der Dichter aus dem andalusischen Schwarzwalddorf, wie er genannt wird, oder einfach auf Alemannisch d'Dichter, der spanische Haussacher, der Schwarzwälder Andalusier, der Alemannische Spanier, macht erneut in jener Stadt halt, in die als Stadtschreiber zu gelangen ihm so wichtig gewesen war.

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Jose F. A. Oliver, der Andalusier aus Haussach, war im Jahr 2001 Stadtschreiber von Dresden.

Quelle: Yves G. Noir

1961 in Haussach als Sohn einer andalusischen Familie aus Malaga geboren, die als Gastarbeiter ins Kinzigtal eingewandert ist, wächst er in den Sprachen Alemannisch, Spanisch und Deutsch auf. Unter anderem entsteht seine Lyrik aus dem Spannungsverhältnis dieser Sprachen, die für die jeweiligen Kulturen stehen. So bodenständig er in seiner kleinen Stadt, so sehr verwachsen er mit ihr ist und mit den umliegenden Orten, zu denen auch Straßburg und Basel gehören, so sehr ist er auch Nomade, er hat in Kairo gelebt, in Istanbul, Dubai, Marokko, in Andalusien natürlich. Er ist zu Hause in der Welt, die Welt fließt in seine Lyrik.

Im Band "fahrtenschreiber" heißt es: samstagsaus- // schnitt kirchendunkel / (um 17 Uhr ging es zu Gott) / die Straßen matt & ein / gemenscht. Das dorf war / wort- und sündenheilig. Kreuz // verkreuzt & kreuzigung". Das Gedicht schließt mit den Versen: "& weiß nicht mehr in welcher stadt / ich war ich bin ich werde sei / so wie es jetzt am anfang war / gebet & uhrzeit sind verlegt // 1 datum hinter glas. So könnte es gewesen." Ilja Trojanow schreibt: "Der nomadische Heimatdichter José Oliver weiß genau, wie erfassbar uns die ganze Welt und wie unverständlich uns das benachbarte Tal erscheinen kann. Dies ist das Privileg großer Dichter." Oliver hat zahlreiche Gedichtbände veröffentlicht. Die ganz frühen, noch in sehr kleinen Verlagen publizierten Bände heißen "Auf-Bruch", "Weil ich dieses Land liebe", "Gastling" und "Duende", dann, schon bei Suhrkamp, um nur einige zu nennen, "fernlautmetz", "nachtrandspuren" "Unterschlupf". Olivers Gedichte sind eigensinnig, immer auf der Suche nach Wortneuschöpfungen, auf sehr originäre Art sind sie ein Zusammenfluss der Sprachen und Sprachklänge, sie sind Musik. Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem Thaddäus-Troll-Preis.

Die Veranstaltung am 18.9., um 19 Uhr im Literaturhaus Villa Augustin wird durch die Robert Bosch Stiftung unter-stützt. Oliver liest aus dem Essayband "Mein andalusisches Schwarzwalddorf", der Lyriksammlung "fahrtenschreiber" und stellt neue Gedichte vor. Michael G. Fritz

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.09.2012

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