Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 18 ° Gewitter

Navigation:
Google+
Wissenschafts-Kunstpreis für Detlef Schweiger

Recyceltes Licht Wissenschafts-Kunstpreis für Detlef Schweiger

Zum bereits zweiten Mal ist 2015 der Wissenschafts-Kunst-Preis des Dresdner Zentrums der Wissenschaft und Kunst vergeben worden. Ein Jahr zuvor hatte die Dresdner Bildhauerin/Installationskünstlerin Birgit Schuh den Preis bekommen.

Voriger Artikel
Der vorzügliche Pianist Lambert spielt am Freitag in der Scheune ein Solokonzert
Nächster Artikel
Herr Fischer und seine Frauen: Weibliche Power in Sachsens Museen

Installation von Detlef Schweiger im Ernemannturm: Die Intensität und Art der Reflektion hängt von den konkreten Lichtverhältnissen im Raum ab.

Quelle: Heinz Weißflog

Dresden. Zum bereits zweiten Mal ist 2015 der Wissenschafts-Kunst-Preis des Dresdner Zentrums der Wissenschaft und Kunst vergeben worden. Ein Jahr zuvor hatte die Dresdner Bildhauerin/Installationskünstlerin Birgit Schuh den Preis bekommen, nach ihr nun der Maler/Objekt-und Installationskünstler Detlef Schweiger für seine Bodeninstallation mit CDs zum Thema Licht im Ernemannturm der Technischen Sammlungen Dresden. Bezug nehmend auf das von der UNESCO ausgerufene International Year of Light und eingebettet in das Dresdner Lichtjahr - einer Kooperation des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff-und Strahltechnik, der technischen Sammlungen Dresden, des tjg. theater junge generation und weiteren Partnern - wurden Arbeiten eingereicht, die sich interdisziplinär auf originelle und innovative Weise mit neuartigen Technologien oder wissenschaftlichen Aufgabestellungen zum Phänomen Licht auseinandersetzen. Dabei spielte die künstlerische Art der Umsetzung eine entscheidende Rolle. Aus vielen Konzepteinreichungen wählte die Jury die Künstlerinnen Lisa-Maria Baier, Heidemarie Dreßel, Maria Euler, Heino Hellwig und Detlef Schweiger aus, der schließlich zum Preisträger gekürt wurde.

Die Preisvergabe würdigt neben dem konkreten Konzept auch die jahrelange innovative Arbeit von Detlef Schweiger, der seit 2011 mit seinen CD-Installationen in elf Ausstellungen in Deutschland auf sich aufmerksam machte. 2006 entstand die Idee für ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Dresdner KulturAktiv e.V., eine Pyramide komplett mit gebrauchten CDs zu bestücken. Eine groß angelegte Sammelaktion (etwa 5000 gebrauchte CDs/DVDs/CDRs/DVDRs kamen zusammen) legte den Grundstock für den Fundus Schweigers mit nun bereits 60 000 Stück, die im Keller lagern und auf eine künstlerische "Verwertung" warten. Das Pyramiden-Projekt (pyradigma) aber scheiterte an den fehlenden finanziellen Mitteln. Immerhin hatte die Leiterin der letzten documenta die Realisierung der Skulptur erwogen, dann aber wurde das Vorhaben abgesagt.

Aus recycelten Stoffen Kunst zu machen ist an sich nichts Neues. Aber die Idee, gebrauchte Datenträger massenweise zu verwerten und CD-Schrott für eine Lichtinstallation zu verwenden, geht im Wesentlichen auf Detlef Schweiger zurück, der mit seinen 6238 CDs den Fußboden des Ernemannturms teppichartig und gleichmäßig gereiht auslegte (von außen nach innen, ringförmig). Die vorliegende Installation unter dem Titel "spectroval" nutzt das Prinzip der Polarisation durch unterschiedlichen Lichteinfall und Standort des Betrachters: Die Intensität und Art der Reflektion hängt von den konkreten Lichtverhältnissen ab, ob am Tag oder im Kunstlicht der Wandlampen. Schließlich entstehen die Spektralfarben aufgrund der Oberflächeneigenschaften der CDs, auf denen sich mikroskopisch kleine Gitter befinden, die das Licht in seinen verschiedenen Wellenlängen brechen und die Farben des Farbkreises abbilden.

Die Spezifik des Ernemannturmraumes - rund um Lichteinfall durch gewölbte, hohe Fenster - bewirkt eine ganz unterschiedliche Reflektion und damit ein immer anderes farbiges Lichtspiel. Schließlich muss der Besucher auch eine physische Leistung erbringen, um an den Ort des Spektakels (9. Etage) zu gelangen. Credo dieser Ausstellung also ist: Weggeworfener Datenmüll, der auch auf seinen Trägern langsam verschwindet, dient in dieser Installation dem Augengenuss von Farbe und Licht.

Bis 17. Januar. Installation im Ernemannturm, Technische Sammlungen Dresden, Junghansstraße 1-3, Di-Fr 9-17 Uhr, Sa/So 10-18 Uhr. Tel. 0351/ 488 72 01 www.tsd.de

Heinz Weißflog

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr