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Wird der Volkspark Briesnitz bebaut? – Streit um Werkstatt-Neubau für TJG und Staatsoperette Dresden

Wird der Volkspark Briesnitz bebaut? – Streit um Werkstatt-Neubau für TJG und Staatsoperette Dresden

Eigentlich hat der Stadtrat im Juli 2013 alles festgelegt: dass Staatsoperette und Theater Junge Generation (TJG) ins Kraftwerk Mitte ziehen, dass das gemeinsame neue Werkstattgebäude „mit industriellem Charakter“ auf dem jetzigen TJG-Grundstück an der Meißner Landstraße stehen soll und dass es am jetzigen Werkstatt-Standort gebaut werden soll.

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Das tjg zieht in wenigen Jahren ins Stadtzentrum. die Werkstatt bleibt aber ausgelagert.

Quelle: Tanja Tröger

Allerdings hat die Sache einen Haken: Während des reichlich ein Jahr dauernden Abrisses und Neubaus stände das TJG ohne Werkstatt da, die Handwerker müssten in ein Interimsgebäude ausweichen – umständlich, unpraktisch und teuer. Deshalb suchten die Planer nach einem Alternativstandort und fanden ihn auf der anderen Seite des TJG. Dumm nur, dass die große Freifläche zum Volkspark Briesnitz gehört.

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Die Briesnitzer Parkanlage ist rund 250 Jahre alt.

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Noch gäbe es keine spruchreifen Pläne für die Fläche westlich des TJG, sagte Florian Brandenburg, Projektleiter Kraftwerk Mitte. Derzeit würden verschiedene Varianten erarbeitet, wie das zukünftige Werkstattgebäude aussehen und wo genau es stehen soll. „Das Amt für Stadtgrün hat uns die Auflage erteilt, dass trotz Neubau möglichst viel Parkfläche erhalten wird.“ Erst, wenn mehrere Varianten entwickelt seien, würden sie gegeneinander abgewogen und dann entschieden, ob der Werkstätten-Neubau am ursprünglich vorgesehenen Standort östlich des TJG oder doch westlich im Volkspark in die Höhe wachsen soll. Dann würden auch die Cottaer Ortsbeiräte und die IG Briesnitz informiert, versprach Brandenburg. Das müsse im Frühjahr oder Sommer 2014 geschehen, damit der Zeitplan nicht ins Wanken gerät.

Fraktionsübergreifendes Entsetzen über Bebauungs-Idee

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Ein Teil des Volksparks Briesnitz könnte für die Werkstatt weichen müssen.

Quelle: Tanja Tröger

Der Ortsbeirat Cotta allerdings erfuhr bereits in seiner Sitzung am vergangenen Donnerstag zufällig von der Idee, den Park zu bebauen, und war perplex. „Das war ein fraktionsübergreifendes Entsetzen“, schildert Alexander Bigga, Ortsbeirat für Bündnis 90/Die Grünen. „Der Tenor war: Hä? Kann ja wohl nicht sein!“

Felicitas Loewe, Intendantin des TJG, bot den verdutzten Ortsbeiräten daraufhin an, miteinander zu reden. „Ich wollte Gesprächsbereitschaft signalisieren und unsere Notwendigkeiten als Theater beschreiben“, sagte sie gegenüber DNN-Online. „Wir müssen kontinuierlich Werkstätten haben, denn der Vorhang muss ja hochgehen.“ Sie persönlich halte es „für eine Möglichkeit“, einen Teil des Volksparks zu bebauen, wenngleich sie auch die Nachteile sehe. „Wir haben den Park ja mit aufgebaut und jahrzehntelang zu seiner Verschönerung beigetragen“, führt sie an. Die Intendantin, die in der Lenkungsgruppe des Theaterneubaus sitzt, verweist auch auf geplante Ausgleichsflächen: Sollte ein Teil des jetzigen Parks bebaut werden, könnte auf der anderen Seite des Theaters eine Art neuer Park angelegt werden. „Unser Interesse ist, eine optimale Lösung für alle zu finden“, so Loewe.

Unmöglich sei zumindest, den Neubau neben der derzeitigen TJG-Werkstatt zu errichten, sodass die Handwerker bis zum Umzug ins neue Haus noch im alten arbeiten könnten. Dafür fehle einfach der Platz, sagte Brandenburg.

Vom Privatgarten zum öffentlichen Volkspark

Der Volkspark Briesnitz geht zurück auf einen Privatgarten, den der Oberst Joachim von Römer im Jahr 1768 anlegen ließ. Nach seinen früheren Eigentümern nennen manche Briesnitzer die Anlage auch „Schunckscher Park“ oder „Bürstinghauspark“. In seiner größten Ausdehnung erstreckte er sich vom alten Briesnitzer Dorfkern am heutigen Beatpol bis zur Elbe. Durch den Bau der Zugstrecke nach Cossebaude und die Verlegung der Meißner Landstraße, die den Park seit 1938 teilt, schrumpfte die Grünfläche zusehends. Als öffentlicher Volkspark wird das Areal seit 12. Mai 1929 genutzt. Heute bietet der Park nicht nur Erholungsmöglichkeiten im Grünen, sondern auch Aussicht auf die Elbe, ein begehbares Labyrinth und einen öffentlichen Grillplatz. Die einstige Villa der Parkbesitzer nutzt das Kinder- und Jugendhaus „Insel“.

Tanja Tröger

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