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Wieder Streit zwischen Sachsen und den Wettinern: Fürstenhaus fordert weitere Millionen

Wieder Streit zwischen Sachsen und den Wettinern: Fürstenhaus fordert weitere Millionen

Es sind die bekannten Streitgegner, nur der Gegenstand ist ein anderer. Das Fürstenhaus der Wettiner lässt über seinen Anwalt Gerhard Brand die Alarmglocken öffentlich schrillen: Der Freistaat Sachsen stelle die angestrebte Lösung bei der Verhandlung um mehr als 10.000 Kunstgegenstände der Wettiner aus finanziellen Gründen in Frage, sagte Brand.

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Sammlungschef Bernhard Maaz in der Gemäldegalerie Alte Meister. (Archivfoto)

Quelle: dpa

Dabei kommen Erinnerungen an die zähen Verhandlungen um das Porzellan der Wettiner auf. Vor gut zweieinhalb Jahren wurde bei jenem Thema vereinbart, dass Sachsen 4,2 Millionen Euro zahlt. Dafür gab es im Gegenzug Rechtssicherheit. Dieses Ergebnis bezog sich aber nur aufs Porzellan. Damals hieß es, die anderen Streitpunkte mit den Wettinern – Gemälde, Bücher, Möbel, Skulpturen, Pretiosen – sollten bis Jahresende 2012 erfolgreich abgeschlossen sein. Das auf Seiten des Freistaates federführende Finanzministerium ließ aber bereits Ende Januar auf DNN-Anfrage lediglich wissen, dass die Gespräche im Gange seien und sich beide Seiten zur Verschwiegenheit verpflichtet hätten. Am Wochenende war das Ministerium trotz mehrmaliger Versuche nicht erreichbar.

Anwalt: „Diese Privatsammlung gehört einfach nicht dem Freistaat“

Die neue Streitsituation dreht sich laut Brand um etwa 10.000 Kunstgegenstände. Sie sollen aus der Privatsammlung des Fürstenhauses stammen. „Die Wettiner-Provenienz ist bereits bei etwa 8300 Stücken davon anerkannt“, sagte der Anwalt. Er betonte: „Diese Privatsammlung gehört einfach nicht dem Freistaat.“ Anfang 2011 hieß es übrigens noch, lediglich mehrere hundert Stücke seien Teil der Verhandlungen. Brand machte klar, dass es dem Fürstenhaus dabei keineswegs um Rückgabe gehe, sondern – ähnlich wie beim Porzellan – um die sogenannte sächsische Lösung. „Das bedeutet den Verbleib aller Kunstgegenstände in Museen und Bibliotheken“, fügte Brand hinzu. Nach Einschätzung seiner Mandanten würde es „im Interesse Sachsens liegen, dass alles bleibt, wo es ist“. Die Frage sei für ihn, ob Sachsen das wolle.

Die Gespräche mit dem Freistaat seien für etwa vier Wochen unterbrochen gewesen und würden in diesen Tagen wieder aufgenommen, kündigte Brand an. „Die Höhe einer Summe ist dabei nicht das Thema.“ Er ließ aber auf gezielte Anfrage noch wissen, dass sich der Gesamtwert der besagten Gegenstände zwischen sechs und zehn Millionen Euro bewege, „wenn man die Schätzungen zugrunde legt“.

Kritik an der Forderung der ehemaligen Regentendynastie kam am Montag von Sachsens Grünen. „Die Grenze der Unverfrorenheit haben die Wettiner seit Langem überschritten. Ihnen fehlt jedes Gefühl von Moral und Verantwortung gegenüber Sachsen“, echauffiert sich -Heinz Gerstenberg, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion. "Man müsste die Familie vielleicht in einen Volkshochschulkurs Geschichte schicken: Zwischen der Monarchie der Wettiner und heute liegen in Sachsen zwei Revolutionen und vier Gesellschaftsordnungen.“

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Einblicke in das Nachtcafe in Dresden-Strehlen

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Der Platz wurde neu gestaltet, zudem wurde ein Teil der Randbebauung verändert. Gerade kommt noch das Zwinger-Forum dazu.

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Gruselparty in Babelsberg. Foto: Ralf Hirschberger

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Über 1000 Bürger und Neonazis protestierten am Wochenende gegen das Schneeberger Asylbewerberheim.

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Der Striezelmarkt-Baum 1999.

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Bei dem dichten Gedränge auf der Brücke hatte die Passagiere dieser Heißluftballone, die am Abend in den Himmel aufstiegen, die beste Sicht auf das Szenario.

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„Die neuerlichen Forderungen sind daher anmaßend“, meint auch Sachsens FDP-Chef Holger Zastrow. Er will die Kunstgüter nun schützen lassen. „Schnellstmöglich sollten die umstrittenen Gegenstände in das Verzeichnis national wertvollen Kulturguts eingetragen werden. Die darin eingetragenen Güter dürfen laut Kulturschutzgesetz nicht ohne amtliche Genehmigung ausgeführt werden. Damit schützen wir die Kunstschätze davor, von den Wettinern über Londoner Auktionstische in alle Welt verscherbelt zu werden.“

Wettiner 800 Jahre lang Herrscher in Sachsen

Die Wettiner regierten das Gebiet des heutigen Sachsens vom 12. Jahrhundert bis zum ende des Ersten Weltkriegs. Das Adelsgeschlecht hat den Namen von seinem Stammsitz, der Burg Wettin bei Naumburg im heutigen Sachsen-Anhalt. Mit dem Erwerb der Mark Meißen und der Niederlausitz begründete Konrad I. im 12. Jahrhundert die Macht des Hauses. Im 13. Jahrhundert kamen Thüringen und das Herzogtum Sachsen-Württemberg dazu. 1485 teilten sich die Wettiner in die Ernestinische und die Albertinische Linie, die 1547 auch die Kurwürde übernahm. Aus der Linie der Ernestiner entstanden die sächsischen Herzogtümer im heutigen Thüringen. Unter den Wettinern war Sachsen lange Zeit eine der mächtigsten Regionen in Deutschland und erstreckte sich über das heutige Sachsen und Thüringen bis nach Sachsen-Anhalt und Brandenburg hinein. Als Friedrich August III. 1918 abdankte, hatten die Wettiner mehr als 800 Jahre über Sachsen geherrscht, seit 1806 als Könige. Ab 1697 waren Kurfürst August der Starke und sein Sohn für einige Zeit auch Könige von Polen.

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kt / dpa

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