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Wie im Kino: Fünf Dresdner Musikveranstalter bekommen 85 000 Euro

Wie im Kino: Fünf Dresdner Musikveranstalter bekommen 85 000 Euro

Seit langen Jahren können sich die Kinobetreiber des Landes einmal im Jahr an einem mehr oder minder großen Geldsegen vom Bund erfreuen. Die jeweiligen Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien nehmen im Herbst die "Gießkanne" herzu und ehren Programmkinos mit sehnlichst erwarteten Euros.

Die fünf Dresdner Häuser (Kino im Dach, Kino in der Fabrik, Schauburg, Thalia, Programmkino Ost) gehören dabei regelmäßig zu den Gewinnern, das PK Ost bekam 2014 gar den mit 20 000 Euro dotierten Hauptpreis (DNN berichteten).

Neid ist den meisten Musikveranstaltern, die etwas auf sich halten, wohl fremd. Ein paar schale Blicke hin zu den Leinwänden dürfte es aber schon gegeben haben. Motto: Könnten wir auch gebrauchen, das Geld! Seit vergangenem Jahr haben denn auch Clubbetreiber und Veranstalter aus dem Bereich Rock, Pop und Jazz die Gelegenheit, sich um Programmpreise bei der 2007 installierten "Initiative Musik" zu bewerben.

Spät kam der Beschluss des Bundestages, für einige Selbstausbeuter zu spät, für andere gerade noch rechtzeitig. Die "Initiative Musik" sieht sich dabei als "Fördereinrichtung der Bundesregierung für die Musikwirtschaft in Deutschland. Sie wird getragen von der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) und dem Deutschen Musikrat sowie finanziell unterstützt von GVL, Gema und der Gema-Stiftung." Es geht vor allem um "Nachwuchs, Integration und die Verbreitung deutscher Musik im Ausland", um Künstler-, aber auch Strukturförderung besonders für die Live-Musik. 900 000 Euro stehen der Initiative jährlich zur Verfügung.

2013 kamen vier Prämierte aus Sachsen, mit dem Jazzclub Tonne und der Scheune zwei davon aus Dresden. 2014, als sich Kunde von der Förderung dann noch mehr herumgesprochen hatte und mit bundesweit 300 Bewerbungen weitaus mehr Veranstalter bereit waren, sich durch die Förderanträge zu kämpfen, tragen fünf der sechs sächsischen Preisträger, die gestern Abend auf einer Festveranstaltung in Hamburg geehrt wurden, Dresdner Namen: Beatpol (Konzerte), Jazzclub Tonne (Konzerte), Groove Station (Konzerte), Krasscore (Konzerte und Partys), Sunset Mission (Konzerte). Insgesamt gehen damit 85 000 Euro in die Stadt.

Es sind dringend benötigte, verdiente Mittel, die direkt in Häuser oder Programme gesteckt werden, bestätigen zwei der Preisträger. Hans-Jürgen "Lotte" Lachotta vom Beatpol: "Wir werden das Geld für die in Angriff genommene Erneuerung unserer Tonanlage verwenden, beginnend beim Mixer und den Monitorboxen." Paul Simang, der vor allem für seine Sunset-Mission-Reihe im Thalia-Kino ausgezeichnet wurde: "Wir werden weiterhin vorrangig Produktionen neuer internationaler Künstler auf den Weg bringen, und das Preisgeld hilft dabei, dass wir uns den einen oder anderen Bookingwunsch wirklich erfüllen können."

Auch beim Spielstättenprogrammpreis Rock/Pop/Jazz tagt eine Jury. Trotzdem gibt es drei feste Kategorien, die zunächst nur die Menge an Liveveranstaltungen pro Jahr unterscheiden. Klare Gründe aber, weshalb dieser Veranstalter eine Zuwendung bekommt und der andere nicht, sind - hier wie dort - nicht eindeutig nachzuvollziehen. Prinzip "Gießkanne" eben. Man hofft auf den inneren Frieden der Bewerber, die sich, zumindest in einer Stadt, gemeinhin kennen. Wie im Kino.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.09.2014

Andreas Körner

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