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Wichtige Impulse: Jüdische Kammerphilharmonie Dresden erinnerte an einst verfemte Komponisten

Wichtige Impulse: Jüdische Kammerphilharmonie Dresden erinnerte an einst verfemte Komponisten

Verfolgte, verfemte, vergessene Musik - es ist ein dunkles Kapitel der deutschen Musikgeschichte, das über einen langen Zeitraum nach dem zweiten Weltkrieg aufgearbeitet wurde.

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Dennoch harren viele Werke und Komponistenschicksale der Beachtung, der Wiederentdeckung, kann nur Klingendes die Gedanken und Inspirationen der damaligen Künstler lebendig erhalten. Um solch eine wertvolle Aufgabe kümmert sich seit nunmehr fünf Jahren die "Neue Jüdische Kammerphilharmonie Dresden", die im Rahmen der Dresdner Musikfestspiele ein Konzert in der Synagoge gab.

Es ist bemerkenswert, dass sich das Orchester auch um Rekonstruktionen, um Erst- und Uraufführungen bemüht. Erich Zeisl etwa ist einer der jüdischen Komponisten, deren Karriere in Europa jäh beendet wurde - bis heute sind seine Werke kaum bekannt. Seine "Variationen über ein slowakisches Volkslied" atmen spätromantische Tradition und sind dabei abwechslungsreich. Im Konzert zeigte die Kammerphilharmonie Konzentration für die unterschiedlichen Charaktere, dies setzte sich in den weiteren Programmpunkten fort und führte auch mit der Komplexität der Stücke zu einer deutlichen Steigerungskurve, denn über Miklos Rózsas an Bartók-Welten erinnerndes Andante gelangte das Orchester zum wohl eigentümlichsten Stück, der "Studie für Streicher" von Pavel Haas. Schön war hier wie auch im rasanten "Scherzo für Streicher" von Franz Schreker die Transparenz der Streichergruppen mit Sinn für Haupt- und Nebenstimmen und durch den Dirigenten Michael Hurshell jederzeit vermittelten Spannungsbogen.

Höhepunkt des Konzertes wurde das frühe Violinkonzert d-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy, dessen jugendliche Ideenvielfalt vom Orchester lebendig gezeichnet wurde. Gast dieser Aufführung war der junge amerikanische Geiger Arnaud Sussmann, dessen nur fabelhaft zu nennende Interpretation so begeisterte, dass der dritte Satz erneut gegeben werden musste.

Es war ein spannendes, ohne Pause in einem großen Bogen geführtes Konzert, das wichtige Impulse zum Kennenlernen immer noch vergessener Musik des 20. Jahrhunderts setzte.

Freitag

"Yes, wie can't" zeigt die Forsythe Company 20 Uhr im Festspielhaus Hellerau. Hélène Grimaud gibt 20 Uhr in der Semperoper einen Klavierabend mit Werken von Mozart, Berg, Liszt und Bartók.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 31.05.2012

Alexander Keuk

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