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Werke von Elisabeth Ahnert, Albert Wigand, Anneliese Kühl und Friederike Curling-Aust in der Kunstausstellung Kühl Dresden

Werke von Elisabeth Ahnert, Albert Wigand, Anneliese Kühl und Friederike Curling-Aust in der Kunstausstellung Kühl Dresden

In diesem Jahr begeht die Kunstausstellung Kühl ihr 90. Jubiläum. Seit ihrer Gründung im Jahr 1924 ist die Galerie der jungen Kunst verbunden, ohne dabei die Tradition aus dem Auge zu verlieren, und hat dies in zahllosen Personal- und Gruppenausstellungen über die Jahrzehnte beweisen.

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Anneliese Kühl: Taifun. 2006, Applikation, sign.

Quelle: Repro: Kühl

Die gegenwärtige Ausstellung vereinigt in schöner Tradition vier Künstler dreier Generationen. Elisabeth Ahnert und Albert Wigand gehörten bereits in der Ära Heinrich Kühl zum festen Stamm der Galerie; Anneliese Kühl war seit 1958 mit Johannes Kühl verbunden und seit 1966 mit einzelnen Werken in den Ausstellungen präsent; Friederike Curling-Aust ist die jüngste im Bunde und seit 2005 bei Sophia-Therese Schmidt-Kühl vertreten.

Die Welt von Elisabeth Ahnert, geboren 1885 in Chemnitz, war der Innenraum, der Garten, das Stillleben. Das Naheliegende war ihr Inspiration und Offenbarung. Intuitiv wusste sie um das Geheimnis der Dinge, das sie zart und fein und dabei reduziert auf das Wesentliche der Erscheinung ins Bild setzte. Ihre Bildklugheit ließ sie beim Dinglichen bleiben, führte sie jedoch zur großen Form. Charakteristisch für die farbigen Blätter Ahnerts sind die flächenhaften Kompositionen, die helle Tempera in feinsten Pastelltönen, die Kontur in Weiß, Rot oder Blau. Oftmals liegt unter den Farben ein Gerüst aus dünnen Tuschfederlinien, die uns auch in ihren Zeichnungen begegnen. Ihr Hang zur Abstraktion führte die Künstlerin nach 1950 zu Collagen aus geschnittenen und geklebten Papieren oder Stoffteilen. Applikationen waren vorausgegangen.

Albert Wigand war fünf Jahre jünger als Elisabeth Ahnert und stammte aus dem hessischen Ziegenhain. Er hatte eine Neigung für alles Französische, die Lebensweise in den kleinen Städten beeindruckte ihn. Er war fasziniert von den Fassaden der Häuser mit den Fensterläden und Ladenbeschriftungen. Diese Faszination sollte sich im Spätwerk in den "Sedanfassaden" verselbstständigen. Immer fühlte sich Wigand zum Kleinstädtischen hingezogen, und er brachte, als er 1925 nach Dresden kam, etwas französisches Flair in die Malerei der Elbestadt. Aber erst 1946 wurde sein Schaffen öffentlicher. Er beteiligte sich an der Allgemeinen Deutschen Kunstausstellung in der Dresdner Nordhalle. Seit diesem Jahr widmete er sich zunehmend der Ölmalerei. Ging es in der Zeichnung immer noch um den Bildraum, so waren in der Malerei nun die Farbe das Problem sowie die Organisation der Bildfläche - antiperspektivisch, gegen den Perfektionismus. Höchster Farbsinn und Musikalität verbinden sich. Seit 1958 experimentierte er mit Schere und Papieren. Die entstehenden Collagen sind ein wesentlicher Teil des späten Werks.

Anneliese Kühl wurde 1923 in Dresden geboren. Ihr beruflicher Werdegang fällt mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs zusammen. Beim Bombenangriff im Februar 1945 verlor sie ihre Studienergebnisse und all ihren Besitz. Sie ging für zehn bewegte Jahre nach Köln, in die Stadt ihrer Großeltern, und kehrte 1957 nach Dresden zurück. Ein Jahr später heiratete sie den Maler Johannes Kühl. Als Heinrich Kühl 1965 starb, übernahm sein Sohn Johannes die Kunstausstellung. Anneliese unterstützte ihn dabei. Hier hatte sie Umgang mit dem Besten, was die Dresdner Kunst zu bieten hatte. Ahnert und Wigand liebte sie. Glöckner war ihr nahe. In den späten 1970er Jahren inspirierten sie kostbare Stoffreste, Seide, Samt, Spitzen sowie gold- und silberdurchwirkte Brokate zu Applikationen. Ihre Liebe zu Stoffen, ihr reiches Wissen um Textilien ermöglichten ihr den souveränen Umgang mit dem Material. Märchenhaftes und Erzählerisches sind ihre Themen. Neben malerisch wirkenden Arbeiten, die in ihren dunklen Tönen an orientalische Teppiche erinnern, gibt es solche, die von vornherein abstrakt gedacht sind.

Friederike Curling-Aust, 1976 in Dresden geboren, studierte an der hiesigen Kunsthochschule. Sie gehört zwar zur Generation der jungen Maler der Dresdner Schule, die seit etwa 2000 den internationalen Kunstmarkt eroberte. Sie ist aber von diesem Zeitgeist nicht ergriffen. Nicht großformatige Malereien nach medienträchtigen Motiven sind ihre Sache. Von Anfang an fühlte sie sich zu den Dingen in ihrer Nähe, zu Handwerklichem und den grafischen Techniken hingezogen. Heute pflegt sie den Farbholzschnitt und den Schablonendruck in der von ihr entwickelten Form mit beweglichen Teilen. Sie komponiert sicher in einer Spanne von kleinteilig erzählerischen Motiven und größer angelegten Flächendarstellungen. Ihre Blätter in kleinsten Auflagen beweisen feinen Farbsinn und technische Sorgfalt. Immer spüren wir die Liebe zum Leben und zur Natur sowie den Respekt vor Tradition, der fremden wie der eigenen. Längere Auslandsaufenthalte öffneten ihr den Blick für die Welt und andere Zusammenhänge.

Kunstausstellung Kühl, Nordstraße 5, bis 18. Januar, Di.-Do. 11-18 Uhr, Fr. 11-19 Uhr, Sa. 10-14 Uhr

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.01.2014

Sigrid Walther

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