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„Weltuntergang 2012?" - SLUB Dresden zeigt Ausstellung zur Maya-Handschrift

„Weltuntergang 2012?" - SLUB Dresden zeigt Ausstellung zur Maya-Handschrift

Wenn die Maya heute vor der rund 800 Jahre alten Handschrift stehen, sind sie überwältigt. „Viele knien nieder, manche brechen sogar in Freudentränen aus", sagt Katrin Nitzschke, Leiterin des Buchmuseums der Staats- und Universitätsbibliothek in Dresden.

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Die historische Maya-Handschrift Codex Dresdensis.

Quelle: dpa

Hier lagert die weltweit einzige im Original zu sehende Maya-Handschrift - der sogenannte Codex Dresdensis.

„Für die Mayas ist Dresden eine Wallfahrtsstätte geworden", sagt Nitzschke. Der Kalender gilt als eines der letzten Vermächtnisse ihrer untergegangenen Kultur, für viele ist es eine heilige Schrift. „Die Mayas fühlen sich hier ihren Vorfahren nah", so hat es Nitzschke in zahlreichen Gesprächen mit Besuchern aus Mittelamerika erlebt.

Immer wieder gibt die Schrift auch Anlass für Spekulationen. Am 21. Dezember 2012 geht der Kalender der Maya-Indianer zu Ende - und damit die ganze Welt, wie manch einer vermutet. Zahlreiche Verschwörungstheorien kursieren im Internet.

Die neue Sonderausstellung im Dresdner Buchmuseum will auch mit diesem Mythos aufräumen. „Weltuntergang 2012? - Der Dresdner Maya-Codex und seine Entzifferung", heißt denn auch die Schau, die am 23. Februar im Buchmuseum eröffnet wird. Ab dem 24. Februar ist sie für Besucher geöffnet. Bis zum 12. Mai werden zahlreiche Dokumente rund um die etwa 800 Jahre alte Maya-Handschrift gezeigt. „Viele davon zum ersten Mal", sagt Nitzschke.

Dazu gehört auch erste Nachweis der Maya-Handschrift in Dresden: 1940 listete der kurfürstlich-sächsische Hofkaplan und Bibliothekar, Johann Christian Götze, fein säuberlich neu erworbene Bücher auf - darunter unter der Nummer 300 auch „ein unschätzbares Mexicanisches Buch mit Hieroglyphischen Figuren". Die Schau dokumentiert die Erforschung des Codex durch Wissenschaftler in den vergangenen beiden Jahrhunderten, zeigt religiöse Vorstellungen und die hervorragenden astronomischen Kenntnisse der Maya.

Angesichts der kursierenden Weltuntergangsszenarien wird auch die Kalenderrechnung der Maya-Indianer beleuchtet. Für sie ist der 21. Dezember 2012 ein wichtiges Datum - allerdings weniger als Tag der Apokalypse, sondern als Beginn eines neuen Zeitalters, wie es in der Ausstellung heißt.

Dieser Ansicht ist auch Nikolai Grube, Professor für Altamerikanistik an der Universität Bonn. Der bekannte Maya-Forscher soll zur Ausstellungseröffnung in Dresden sprechen. Er vergleicht das Maya-Ereignis mit den Ängsten vor dem 1. Januar 2000: „Viele Leute dachten, der Jahrtausendwechsel bringe uns das Ende des Universums. Aber es war eben nur das Ende einer Periode, auf die eine weitere Jahrtausendperiode folgt", sagt er. Ganz ähnlich ende am 21. Dezember ein 400-Jahre-Zyklus in der Maya-Zeitrechnung - gefolgt vom nächsten.

Schon jetzt ist der Codex Dresdensis in der Schatzkammer des Buchmuseums zu sehen - er besteht aus 39 ursprünglich als Leporello gefalteten Blättern aus Feigenbaumrinde, die zusammen rund 3,50 Meter lang sind. Der Codex ist nach Bibliotheksangaben eines der bedeutendsten schriftlichen Zeugnisse der vorspanischen Zeit in Amerika. Die im 13. Jahrhundert entstandene Dresdner Maya-Handschrift gilt als älteste der drei weltweit erhaltenen Maya-Codices - und dazu als einzige, die im Original zu sehen ist.

Christiane Raatz, dpa

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