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"Weltuntergang 2012?“ - Ausstellung zur Maya-Handschrift in Dresden eröffnet

"Weltuntergang 2012?“ - Ausstellung zur Maya-Handschrift in Dresden eröffnet

Dresden. Eine rund 800 Jahre alte Handschrift rückt ins Licht der Öffentlichkeit: In Dresden ist die Sonderausstellung „Weltuntergang 2012? - Der Dresdner Maya-Codex und seine Entzifferung" eröffnet worden.

„Das ist hoch interessant, weil die Handschrift uns viel über die Kultur der Maya verrät", sagte Maya-Forscher Nikolai Grube zur Eröffnung am Donnerstagabend. Bis zum 12. Mai werden im Buchmuseum der Sächsischen Universitätsbibliothek zahlreiche Dokumente rund um den sogenannten Codex Dresdensis gezeigt, so etwa der erste Nachweis der Handschrift in Dresden aus dem Jahr 1940 als „ein unschätzbares Mexicanisches Buch mit Hieroglyphischen Figuren". Die Schau dokumentiert die Erforschung des Codex durch Wissenschaftler in den vergangenen beiden Jahrhunderten, gibt Auskunft über wichtige Riten, Götter und das astronomische Wissen der Maya. Die Schrift diente einst als Handbuch für Priester, um Vorhersagen zu Ernten, Krankheiten und Naturkatastrophen zu treffen.

Zudem soll ein Mythos entkräftigt werden: Da der Maya-Kalender am 21. Dezember 2012 endet, gibt es die Theorie, dass an jenem Tag die Welt untergeht. In den Augen der Mayas ende an diesem Tag allerdings nur ein 400-jähriger Zyklus der Maya-Zeitrechnung, worauf ein nächster folge, heißt es in der Ausstellung. „Es gibt keine Maya-Prophezeiung für ein angekündigtes Weltende", erklärte Nikolai Grube, Professor für Altamerikanistik an der Universität Bonn. Das große Interesse an der vermeintlichen Apokalypse sei wohl eher auf Verunsicherung und Ängste der Menschen zurückzuführen.

Auch das letzte Kalenderblatt, auf dem ein Himmelskrokodil Wasser speit, sei wohl eher als Warnung vor einer großen Flut in der Regenzeit zu verstehen. „Immerhin auch ein kleiner Weltuntergang für die Bauern, die von der Ernte ja abhängig waren", sagte Grube. Heute noch sei die Kultur der Maya in Mittelamerika lebendig - und die Handschrift in Dresden ein wichtiger Schlüssel. „Sie hilft den Maya, die Vergangenheit mit der Gegenwart zu verbinden."

Wenn die Maya heute vor der Handschrift stehen, die im Schatzkammer des Buchmuseums in einer Glasvitrine aufbewahrt wird, sind sie überwältigt.„Viele knien nieder, manche brechen sogar in Freudentränen aus", sagte die Leiterin des Buchmuseums, Katrin Nitzschke. Für viele ist Dresden mittlerweile eine Wallfahrtsstätte geworden. Aber auch aus den USA, Kanada und ganz Deutschland reisen Neugierige an, um einen Blick auf die geheimnisvolle Glyphen und Zeichnungen zu werfen. „Seit Mitte des letzten Jahres erlebt unser Museum einen Besucheransturm, wie wir ihn noch nie gesehen haben", sagte Nitzschke.

Die im 13. Jahrhundert entstandene Dresdner Maya-Handschrift gilt als älteste der drei weltweit erhaltenen Maya-Codices - und dazu als einzige, die im Original zu sehen ist. Sie besteht aus 39 ursprünglich als Leporello gefalteten Blättern aus Feigenbaumrinde, die zusammen rund 3,50 Meter lang sind.

Christiane Raatz, dpa

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