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Weihnachtsoratorium Teil 1 mit dem Kreuzchor

Mit Bach zurück in Dresden Weihnachtsoratorium Teil 1 mit dem Kreuzchor

Nein, eine echte Verschnaufpause war dem Kreuzchor und Kreuzkantor Roderich Kreile nicht vergönnt, bevor sie die ganz normale, übergroße Aufgabenfülle der Advents- und Weihnachtszeit in Dresden erwartete - schließlich erfolgte die Rückkehr von der zweiten Asientour erst sehr, sehr kürzlich.

Dresden. Auf die ersten drei Kantaten aus Bachs Weihnachtsoratorium in der Kreuzkirche will aber niemand verzichten. Unter den obwaltenden Umständen grenzt es schon ans Wunderbare, dass im Wesentlichen eine so gute Aufführungsqualität erreicht wurde. Hut ab!

Klangschönheit und eine große Ausdruckskraft gaben der Wiedergabe seitens des Dresdner Kreuzchores das Gepräge. Bei den Chorälen legte der Kreuzkantor Wert darauf, dass sie zu echten Punkten der inneren Einkehr gerieten - ein Gestaltungsansatz, der von den Kruzianern ohne Einschränkungen umgesetzt wurde. Dem überbordenden Glanz des Eingangschores "Jauchzet, frohlocket" konnte sich ebenso wenig jemand entziehen, wie dem auftrumpfenden Gestus des trompetenüberglänzten (sehr gut die philharmonischen Bläser!) Beginns der 3. Kantate "Herrscher des Himmels"). Alles in allem erlebte man eine wegen ihrer Frische und auf wundersame Weise nach wie vor vorhandenen Lebendigkeit gute Chorleistung, auch wenn hinsichtlich Intonation und Klangbalance ab und an Abstriche gemacht werden mussten.

Treuer musikalischer Partner des Kreuzchor-Weihnachtsoratoriums (und nicht nur dieses Werkes) ist seit Jahren die Dresdner Philharmonie. Und genauso lange setzt diese orchestrale Glanzpunkte mit einem besonderen Gespür für Klangfarben. Eigentlich wären sämtliche Instrumentalsolisten sowie das punktgenau agierende Basso continuo einzeln hervorzuheben, was aber hier aus Platzgründen nicht geht. Beispielhaft sei daher die virtuos- lockere Schönheit von Heikes Janickes Violinsolo in der Marienarie "Schließe mein Herze" genannt. Die Altistin Annette Markert fühlte sich damit hörbar wohl. Auch ansonsten erfreute sie mit stimmlicher Wärme und Präzision.

Andreas Weller überzeugte als Evangelist wieder einmal durch seine ganz individuelle Aussagekraft, die völlig ohne Manierismen auskommt. Geradezu luxuriös erschien die Besetzung der kleinen Sopranpartie mit Ute Selbig. Bei Henryk Böhm hatte ich den Eindruck, dass er die "Pracht" in der Bassarie "Großer Herr und starker König" wörtlich nahm - so machtvoll und stimmgewaltig kam die D-Dur-Arie herüber. Und beide zusammen , Ute Selbig und Henryk Böhm, im Maria-und-Joseph-Duett "Herr, dein Mitleid" - das geht kaum inniger und übereinstimmender.

von Mareile Hanns

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