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Vor 25 Jahren starb der beliebte Dresdner Opernsänger Kurt Böhme

Vor 25 Jahren starb der beliebte Dresdner Opernsänger Kurt Böhme

Er war ein außerordentlich populärer Künstler, nicht nur in Dresden, wo Kurt Böhme am 5. Mai 1908 zur Welt kam und seine ersten Erfolge feierte, sondern auch weltweit an den großen Opernhäusern.

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Kurt Böhme in seiner berühmtesten Rolle: als Ochs auf Lerchenau im Strauss'schen "Rosenkavalier", hier 1948 im Großen Haus.

Quelle: Archiv Sächs. Staatsoper

Überall wo der Sänger erschien, Theatermensch durch und durch und ein Spieltalent von hohen Graden, imponierte er mit der ganzen Fülle, der profunden Tiefe seiner Bass-Stimme, der ausgeprägten Musikalität wie dem Charme seiner Erscheinung.

Zunächst schien es noch so, als ob er vor allem für das komische Fach als Buffo prädestiniert war. Das Publikum vermochte ihn mit stürmischen Beifallsreaktionen zur Demonstration seines komischen Talentes geradezu herauszufordern. Doch erwies er sich bald als ebenso unentbehrlicher seriöser Bass ersten Ranges, der in späteren Jahren, besonders in seinen Münchner und Bayreuther Engagements, von der Stimme her das Wagner-Fach (Hagen, Hunding, Fafner, Pogner, auch Titurel) sowie die großen Strauss-Partien als seine eigentlichen Stärken betrachten konnte. Selbst auf den zahlreichen Schallplatten, die seine Stimme der Nachwelt erhalten haben, ist zu spüren, wie sich sein Singen an der jeweiligen dramatischen Situation entzündete.

Kurt Böhmes Paraderolle, die er viele hunderte Male, so häufig wie keine andere seines umfangreichen Bühnenrepertoires verkörpert hat, war die des Baron Ochs auf Lerchenau im "Rosenkavalier", die er erstmalig 1936 sang, als 28-Jähriger, seinerzeit jüngster Kammersänger der Staatsoper seiner Heimatstadt. Richard Strauss, der mit ihm die Partie gearbeitet hatte, rühmte ihn später als den "besten Ochs der Welt", der ganz im Sinne des Komponisten seine Rollengestaltung erfüllte.

Der Sänger brauchte die Bühne. Hier entfaltete sich seine eindrucksvolle Gestaltungskraft wie auch das Komödiantentum des Künstlers zu voller Höhe. Obwohl er als "Mann der Oper" vergleichsweise in Oratorienaufführungen und Liederabenden eher seltener zu hören war, hat er auch darin Ebenbürtiges geleistet, nicht zuletzt mit herausragenden Interpretationen der Schubertschen "Winterreise".

Der am Dresdner Konservatorium bei Adolf Kluge und an der Opernschule Petrenz Ausgebildete hatte nach einem Anfängerjahr am Stadttheater Bautzen 1930 als Kaspar im "Freischütz" sein Engagement an der Staatsoper Dresden unter Fritz Busch angetreten. Eigentlich wollte er Kapellmeister werden, hatte auch Trompete, Tenorhorn, Violine und Klavier spielen gelernt, entschied sich dann für die Sängerlaufbahn. Bald schon war er ein hochgeachtetes Mitglied des legendären Dresdner Opernensembles der 30er und 40er Jahre, dem er bis 1949 fest angehörte und bis in die 50er Jahre hinein gelegentlich gastweise verbunden blieb.

In den Nachkriegsjahren gehörte Kurt Böhme zum oft gerühmten Ensemble Joseph Keilberths, das zunächst in den Interimsspielstätten Tonhalle und Kurhaus Bühlau unter bescheidensten äußeren Bedingungen und schließlich im wiederaufgebauten Großen Haus der Staatstheater Dresdens Operntradition fortsetzte. Und er war ein "Aktivposten", der als Bühnensänger von Format Unvergessliches geleistet hat, das in seiner Vaterstadt in besonders dankbarer Erinnerung geblieben ist. Noch heute wird beispielsweise in seiner letzten Dresdner Wohnung (1946-1949) auf der Weißenberger Straße von den Nachmietern mit diversen Porträtfotos das Andenken an den Künstler wach gehalten.

1985, nach dem plötzlichen Tod seiner Frau, gab Kurt Böhme seine Karriere auf. Am 20. Dezember 1989 verstarb er in einem Münchner Krankenhaus im Alter von 81 Jahren an Herzversagen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.12.2014

Dieter Härtwig

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