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Von morgen bis Sonntag gibt es die dritte Auflage des "Sound Of Bronkow"-Festivals

Von morgen bis Sonntag gibt es die dritte Auflage des "Sound Of Bronkow"-Festivals

Im Kino ist es zumeist folgendermaßen: Dem Vorspann gibt man auch noch im Zweifeln eine Chance, aber nach spätestens sieben Minuten ist klar, ob aus dem Film auf der Leinwand etwas wird oder eben nicht.

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Schwer angesagt: Kid Kopphausen alias Nils Koppruch und Gisbert zu Knyphausen.

Quelle: PR

Als die Dresdner Veranstalter Kumpels & Friends vor zwei Jahren ihre lose Konzertreihe im Club Ostpol in ein wochenendliches Festival münden ließen, sprach man von gehörig portioniertem Mut. Doch der Musikfreund gab dem "Sound Of Bronkow" eine reelle Chance, sich im üppigen Stadt-Segment populärer Livemusik zu positionieren. Nach einem Jahr sprach man von Behaupten. Jetzt, im dritten Durchgang, kommt einem schon das Wort vom Etablieren recht flott über die Lippen. Jene, die beim Debüt 2010 dabei gewesen sind, werden sagen, sie hätten es von Anbeginn gewusst. So viel zur Parallele von Kino und Bronkow. Beim "Thalia Gardens"-Festival der Sunset Mission erging es den Besuchern vor einigen Wochen übrigens ähnlich. Wehret nicht den Anfängen!

Vieles vom Guten ist also fast schon traditionell. Bespielt werden die beiden Säle im Societaetstheater, wo sich die "Dienstagslieder" übers Jahr stabilisiert haben und weiterhin gewollt sind. Auch das Foyer im und der Garten neben dem Theater haben (eintrittsfrei zugängliche) Bühnen, auf Letzterer brunchen zum Beispiel am Sonntag ab zwölf Uhr vier Bands und Solisten. Das Thalia Kino beherbergt die Late Show, die Groove Station die Party zur Freitagnacht. Neu im Programm ist das Sonntagskonzert in der Dreikönigskirche, etwas unglücklich Kirchenshow betitelt, mit Niels Frevert, Thos Henley und den Tiny Ruins. Dort wiederum hat die Reihe "Musik zwischen den Welten" ordentlich am Fundament gegossen. Zwischen einigen beteiligten Veranstaltern gibt es sowieso mehr als friedliche Koexistenz.

Mario Cetti von Kumpels & Friends beschreibt die stilistische Vielfalt des auch diesmal mit über 20 Bands und Einzelkünstlern straff besetzten Festivals wie folgt: "Wir versuchen, einen musikalischen Bogen zu schlagen, der am besten alle Spielarten von zeitgenössischem Folk und Singer/Songwritermusik abdeckt und in den Grenzbereichen zu artverwandten Genres wildert. Von songlastiger Electronica über klassischen britischen Folk bis hin zu schrammeligem Gitarren-Indie ist alles vertreten. Wir haben also eine Art Gesamtpaket vor Augen. Ein reines ,Da spielen traurige Männer mit ihren Akustik-Gitarren'-Festival wäre uns zu langweilig. Das ist auch immer ein bisschen wie Glücksspiel: Welche ausländische Band ist gerade in Europa oder in Deutschland für einen Dresden-Abstecher zu begeistern? Am Ende entscheidet ganz profan unser persönlicher Geschmack."

Da die Kumpels mit ihren Friends zudem das gleichnamige Plattenlabel betreiben und aktuell weitere gediegene Veröffentlichungen auf den Weg gebracht haben, können sie sich wieder auch aus diesem Topf bedienen. Dropout Patrol spielten bereits beim Debüt und kommen nunmehr mit ihrer selbst betitelten K & F-Platte, Thos Henley ist auch ein Bronkow-Wiederkehrer, die aufrecht deutsch singenden Staring Girl aus dem Norden treten erstmals hier auf, Rumen Welco sind neben Pretty Mery K diesmal die lokalen Matadoren. Dass der Herbst zudem eine grandiose Überraschung bereithalten wird, soll keinesfalls unterschlagen werden, denn mit den Sons Of Noel And Adrian aus Brighton hat man nicht nur das inoffizielle Festival-Highlight geordert, sondern gleichzeitig den Deal für die Veröffentlichung deren neuester CD namens "Knots", die K & F Records im deutschsprachigen Raum herausbringen wird. Aus dem Umfeld der in Dresden längst durchgestarteten Miserable Rich entstammend, verführen die Sons auch mit dem neuen Material wieder auf nahezu suggestive Art. Taumeliger, akustisch-fußstampfender Folk, voller Inbrunst gesungen und geschrammelt, dabei mit bis zu zehn Mitglieder und Cello, Akkordeon, Geige besetzt.

Und wie diese Band beim "Bronkow" gebettet ist! Am Sonnabend spielen sie unmittelbar nach dem 18-jährigen australischen Singer/Songwriter William Morgan, vor der deutschen Fee Masha Qrella und - Kid Kopphausen. Das sind Nils Koppruch (Ex-Fink) und Gisbert zu Knyphausen: Was braucht es Worte für die beiden! Nicht in dieser Stadt, nicht an diesem Ort! Für die nagelneue erste Platte "I" (Trocadero) haben sie einfach ihre Lied-Begabung verdoppelt und wunderbare Songs im Grenzbereich hin zum Rock'n'Roll erschaffen.

Da gerade die Abteilung "gesetzte Highlights" aufgerufen wird: Stella Sommer, Rabea Erradi und Stefanie Hochmuth sind Die Heiterkeit aus Hamburg, "Herz aus Gold" (Staatsakt) heißt ihr soeben erschienenes Debüt und ist voller wirklich herzgrapschender Vollblutsongs. Die Lassie Singers haben endlich Enkelinnen bekommen!

Zu erwähnen wären noch die gewollten und zufälligen Synergien, denn beim "Bronkow" ist durchaus auch etwas Jahresernte dabei, Künstler also, die anderswo in Dresden schon heftig begeistern konnten, seien es die famosen Fenster (eher experimentell) oder die Colorades (eher bluegrassierend). Ansonsten aber taugen die drei Tage vor allem für Entdeckungen. Denn Neugier frisst noch immer kein Hirn. Andreas Körner

Service

Konzerte im Societaetstheater: Freitag ab 18 Uhr, Sonnabend ab 14 Uhr, Sonntag ab 12 Uhr

Party in der Groove Station, Freitag, ab 23 Uhr

Late Show im Thalia Kino, Sonntagmorgen, 1 Uhr

Kirchenshow, Dreikönigskirche, Sonntag, 20 Uhr

Infos unter: www.kfrecords.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.08.2012

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