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Vier neue Vokalwerke zum 30-jährigen Bestehen des Dresdner Kammerchors

Uraufführungen im Konzert Vier neue Vokalwerke zum 30-jährigen Bestehen des Dresdner Kammerchors

Der 1985 gegründete Dresdner Kammerchor hat aus Anlass seines 30-Jährigen mehrere Jubiläumskonzerte veranstaltet. Am 11. Februar findet als letztes in dieser Reihe ein Konzert unter dem Titel „Dresdner Stimmungen.“ statt, in dem vier neue Vokalwerke ehemaliger und aktiver Mitglieder des Chores uraufgeführt werden.

Der Dresdner Kammerchor
 

Quelle: David Pinzer

Dresden.  Dresdner Stimmen und Dresdner Stimmungen verschmelzen im Titel zum nächsten Jubiläumskonzert des seit gut 30 Jahren bestehenden Dresdner Kammerchores. Das 1985 gegründete Ensemble wird am Donnerstag in der Dreikönigskirche vier neue Vokalwerke von komponierenden Chormitgliedern uraufführen. Die Kompositionsaufträge dazu hat Hans-Christoph Rademann erteilt, der den Kammerchor seit seiner Gründung musikalisch leitet.

Silke Fraikin

Silke Fraikin

Quelle: Ronny Waleska

Für Silke Fraikin und Karsten Gundermann wird es ein Wiedersehen und -hören mit diesem längst auch international renommierten Chor sein, für Alexander Keuk und Peter Motzkus hingegen ist es erneut eine besondere Form der anhaltenden Zusammenarbeit. Beide singen aktiv im Chor mit und haben großen Respekt sowohl vor dieser „mutigen Herzensangelegenheit“ Rademanns, das vokale Repertoire um neue Werke zu erweitern, als auch vor dem enormen Engagement ihrer Mitstreiter.

Während von Alexander Keuk bereits die eine oder andere Komposition auch durch den Kammerchor aufgeführt worden ist, betritt Peter Motzkus in dieser Hinsicht Neuland. Er gehört seit 2009 zum Ensemble, hat sein Diplom als Komponist und seinen Master als Musikwissenschaftler frisch in der Tasche und ist zu Recht stolz auf die bevorstehende Uraufführung seiner „Motette #3“. Obwohl er bereits mehr als fünfzig Werke komponiert hat, sei dieser Auftrag doch eine besondere Herausforderung für ihn gewesen.

Alexander Keuk

Alexander Keuk

Quelle: privat

„Motette #3“ von Peter Motzkus

Motzkus geht gerade selbst auf die Dreißig zu, stammt aus Schwerin und hat seit gut einem Jahrzehnt in Dresden eine künstlerische Heimat gefunden. Aus eigener Erfahrung kann gesagt werden, dass er sich bereits im Studium höchst engagiert zeigte, Wissensdurst zählt – neben ungestillter Kreativität – offenbar zum Hauptquell seines Schaffens. Wobei ein Komponistendasein heutzutage natürlich auf ein breites Fundament gestellt sein will, Motzkus betätigt sich neben dem Schreiben als Lehrbeauftragter an der hiesigen Musikhochschule und würde als versierter Musikwissenschaftler gern auch dramaturgisch tätig sein.

Peter Motzkus

Peter Motzkus

Quelle: privat

Für das Jubiläumskonzert schuf der einstige Schüler von Wilfried Krätzschmar mit „Motette #3“ ein zweiteiliges Chorwerk, das hohe Ansprüche an die Umsetzung beinhaltet. Dessen ist sich der – mitsingende – Komponist, der zunehmend auch als sein eigener Librettist wirkt, durchaus bewusst. Die 36 Vokalisten werden hier wie Solisten agieren und sich über weite Teile des Stückes gegenseitig nicht hören. Motzkus hat ihnen Ohrhörer mit einem Grundton zum eigenen Gesang vorgeschrieben – und berichtet schon jetzt vom großen Respekt, den er vor seinen sehr ambitionierten Kolleginnen und Kollegen hat. Sie (und ebenso das Publikum) werden für dieses Wagnis freilich mit musikalischen Zitaten etwa von Verdi und Brahms „entschädigt“. Die Lust an der Wiederverwendung bekannter Vorlagen führt Peter Motzkus auf seine intensive Beschäftigung mit Bernd Alois Zimmermann zurück, dem es oft um die „Gleichzeitigkeit von Vergangenem, Gegenwärtigem und Zukünftigem“ gegangen sei. Für das Finale seiner gut 15-minütigen Komposition hat Motzkus gar – naheliegend in einer Motette – auf Johann Sebastian Bach zurückgegriffen und dem Chor eine vielstimmige Fuge in die Stimmfächer geschrieben.

Man darf vor diesem Konzert durchaus vom Mut aller Beteiligten sprechen, denn ein Abend mit vier Uraufführungen ist keine Selbstverständlichkeit. Doch schon allein aufgrund der zu erwartenden Vielfalt dürfte dieses Jubiläumskonzert neugierig machen. Die Komponisten haben sich miteinander nicht abgesprochen, Rademann und der Kammerchor ließen ihnen freie Hand. Lediglich die Zeitvorgabe von jeweils rund einer Viertelstunde galt es zu beachten.

Silke Fraikin, einst selbst Gründungsmitglied des Chores, hat ihren Kompositionsauftrag für sechsteilige Nachtgesänge genutzt, die unter dem Titel „Lange Schatten“ erklingen.

Karsten Gundermann

Karsten Gundermann

Quelle: PR

Ebenso wie Karsten Gundermann, der sein Kammerchor-Opus zu Sonetten des Barockdichters Andreas Gryphius als „Gryphiade“ überschrieben hat, vertraut sie dem Leistungsvermögen des singenden Jubilars und mischt sich nicht in den Probenprozess ein. Alexander Keuk, der Leserschaft dieser Zeitung auch als Musikkritiker bestens vertraut, schrieb „seinem“ Chor ein Stück namens „Kan Kun“, in dem er aktuelle und nachdenkenswerte Texte vertonte. Aus den Reihen des Kammerchors war voller Bewunderung zu hören, dass es zu den besten zeitgenössischen Chorwerken zähle, die in Dresden derzeit gesungen und gehört werden können. Da kommen sich Stimmen und Stimmung wieder ganz nah.

Jubiläumskonzert Dresdner Stimmungen: 11.2., 19.30 Uhr, Dreikönigskirche

www.kammerchor-dresden.de

Von Michael Ernst

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