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Vier Nationen vereint die Dresdner Band Marmitako, die per Crowdfunding Geld fürs erste Album sammelt

Vier Nationen vereint die Dresdner Band Marmitako, die per Crowdfunding Geld fürs erste Album sammelt

Wenn zwei Spanier, drei Dresdner, ein Kolumbianer und ein Portugiese in der Dresdner Neustadt gemeinsam lateinamerikanische Musik machen, kommt Eintopf heraus. Ein bunter Mischmasch an Sprachen, Mentalitäten und musikalischen Einflüssen.

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Der Marmitako-Siebener in passender Balkon-Präsentation.

Quelle: PR

Deshalb tauften die Protagonisten ihre Gruppe schlichtweg Marmitako - das spanische Wort für Eintopf.

Die Texte von Marmitako sind ebenfalls auf Spanisch verfasst. "Wir haben versucht, in Deutsch zu schreiben. Ab es ist einfach nicht unsere Sprache", erzählt Sänger Miguel Quevedo Botella. Der 33-Jährige stammt aus der spanischen Küstenstadt Altea und lebt seit mittlerweile 13 Jahren in der Neustadt. Er kam für einen Sprachkurs und blieb da. "Ich habe mich sofort in dieses Viertel verliebt", berichtet der Lockenkopf.

Mit Sängerkollegin Maria Mellado Prenda, ebenfalls aus Spanien, schreibt Miguel die Songs für Marmitako. Für Bass und Chorus ist Leon Daza aus Bogota (Kolumbien) zuständig, Drums und Cajón schlägt der Lissabonner Patrik Ribeiro. Die drei Dresdner der Kombo sind Johannes Ratsch (Gitarre, Chorus), Henny Demuth (Saxophon, Chorus) und Björn Reinemer (Cajón, Percussion, Chorus). Ihr musikalischer Eintopf wird von Rumba dominiert, gemischt mit Einflüssen von Flamenco - das ist vor allem Johannes zu verdanken -, dazu Funk, Reggae, Salsa, HipHop und was dem Septett sonst noch unterkommt. Was manchmal in die Quere kommt, ist die Meinungsvielfalt in der Gruppe. "Das kann schon mal im Chaos enden, aber es ist ein aufgeräumtes Chaos", so Johannes "Josel" Ratsch.

Der Neustädter brennt für Flamenco-Gitarre, hat jüngst mit seiner Freundin ein Flamenco-Studio in Dresden eröffnet. So wie er haben auch die anderen Bandmitglieder weitere Projekte laufen, so dass sich das Termine-Finden mitunter beschwerlich gestaltet. "Einige Male haben wir unkomplett gespielt, aber es fehlt einfach etwas. So haben wir festgelegt: Wir spielen entweder komplett oder gar nicht", erklärt Josel.

Politisch ticken jedoch alle ungefähr in die gleiche Richtung, spielten in Dresden zum Beispiel beim zweiten Neujahrsputz gegen Pegida an und waren bei Freiraum Elbtal zum Soli-Konzert zu Gast. Erst vor wenigen Tagen spielten sie auf dem Westhangfest in Gorbitz. In ihren Texten verbreiten Miguel und Maria vor allem Weltoffenheit und Freude, manchmal verpackt in leise Ironie, aber immer tanzbar und lebensfroh. "Wenn etwas nicht wichtig ist, dann ist es die Herkunft", ist sich Miguel sicher.

Marmitako in der aktuellen Formation gibt es seit einem Jahr, vorher machten die Musiker in wechselnder Zusammensetzung aber auch schon Musik zusammen, zum Beispiel auf der BRN. Mit der Umbenennung in Marmitako streben die Sieben jetzt auch einen großen Schritt in Richtung Professionalität an. Sie schrieben neue, eigene Lieder, im Juli 2014 vertonten sie die Spielzeitabschlussparty im Festspielhaus Hellerau, spielten im Club Puschkin und in der Groove Station. In nächster Zeit sind öffentliche Konzerte aber erst einmal nicht geplant, dafür soll die erste CD kommen, finanziert über Crowdfunding. Für alle Unterstützer gibt es eine Party mit Live-Auftritt. 6000 Euro möchten sie zusammenbekommen, fast zwei Drittel sind schon geschafft, knappe 30 Tage läuft die Finanzierungsaktion noch. Mit der CD-Aufnahme im Gepäck will das Septett dann gerne auch mal außerhalb von Dresden spielen. "Auf der Fusion [jährliches Festival in Lärz in Mecklenburg, d.A.] würde ich gerne auftreten. Da gibt es immer einen Salon für lateinamerikanische Musik", fabuliert Josel über künftige Ziele. Maria würde gern in einem spanischsprachigen Land auftreten. "Dann verstehen endlich alle den Text."

www.startnext.com/ marmitakodresden

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.06.2015

Franziska Schmieder

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