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"Viel Rock'n'Roll" - Die norwegische Band "Katzenjammer" kommt nach Dresden

"Viel Rock'n'Roll" - Die norwegische Band "Katzenjammer" kommt nach Dresden

Balalaikas, Trompeten und ein deutscher Name, der zumindest für eine Band mutig gewählt ist. Seit 2005 sorgen die vier norwegischen Mädels von der Band Katzenjammer dafür, dass die Musikwelt wieder ein bisschen bunter wird.

Ihren Stil beschreiben sie als Balkan Gypsy Folk Musik. Wie sich diese Mischung genau anhört, erfährt man am 11. Mai im Alten Schlachthof in Dresden oder im Sommer beim Highfield Festival in der Nähe von Leipzig. Wir sprachen vorab mit Band-Mitglied Anne Marit Bergheim.

Frage: Ich würde gern mit einer Frage beginnen, die ihr womöglich öfter beantworten müsst.

Anne Marit Bergheim: Darf ich raten?

Klar.

Woher kommt der Name Katzenjammer?

Genau.

Der Name kommt von einem amerikanischen Comicstrip, übrigens der älteste in der Welt, der "The Katzenjammer Kids" hieß. Wir haben das immer gesehen, als wir Kinder waren. Und die Charaktere aus dem Comic passen gut zu unseren Eigenschaften. Und außerdem gefällt uns das deutsche Wort, denn wir lieben die deutsche Sprache.

Ihr werdet bald euer zweites Album rausbringen, das voraussichtlich "Das Rock" heißen soll. Wo liegen denn die Unterschiede zu Eurem Erstlingswerk „Le Pop" aus dem Jahr 2008?

Das würde ich gern bildhaft erklären. Das erste Album war mehr geprägt vom Material "Holz", das Neue hingegen mehr von "Metall" oder "Eisen" und industrieller auf gewisse Weise. Wir haben hier mehr Instrumente verwendet, die metallener klingen oder auf die man schlagen kann. Es fühlt sich auch irgendwie nach Berlin an. Meine Assoziation mit Berlin ist natürlich "Kraftwerk". Es ist eine sehr industrielle Stadt, auf eine gute Art und Weise. Das ist der Sound, den ich fühle, wenn ich mir das neue Album anhöre. Es hat immer noch die vielen verschiedenen Genres, klingt aber einfach mehr nach "Eisen".

Ihr macht mit sehr ungewöhnlichen Instrumenten Musik, wie zum Beispiel mit Trompeten, Mandolinen oder Balalaikas.

Woher kommen die Ideen?

Wir haben zu Beginn ein altes Akkordeon gefunden und fanden den Klang einfach cool. Wenn wir jetzt Musik machen, hören wir Sachen in unserem Kopf und denken uns: Jetzt würde ein Banjo gut passen. Ok, lasst und ein Banjo kaufen und es spielen. Das entwickelt sich ganz natürlich, wir planen das nicht. Wenn wir den Klang brauchen, kaufen wir das Instrument.

Ihr spielt oft auf Festivals, zum Beispiel auf dem Southside, Fusion, oder, in diesem Sommer, auf dem Highfield Festival. Ist das eure bevorzugte Art von Auftritten?

Das fragt komischerweise auch jeder. Aber wir mögen sowohl Festivals als auch eigene, kleine Konzerte. Auf Festivals herrscht immer eine sehr intensive, energiegeladene Stimmung beim Publikum. Bei unseren kleineren Auftritten ist es dagegen eher intim und man fühlt sich dem Publikum näher. Es ist schön, dass wir die Möglichkeit haben, beides zu spielen.

Ist das deutsche Publikum anders als das Publikum in anderen europäischen Ländern oder in Amerika? Gibt es da irgendwelche Unterschiede?

Das ist ein bisschen schwer zu erklären, aber jedes Land hat ein eigenes Gefühl im Publikum. Deutschland ist aber definitiv das Land, wo wir am liebsten auf Tour gehen. Die Organisation ist immer super. Die Leute sind sehr aufgeschlossen und fühlen sich mit der Musik sehr verbunden. Sie folgen dem Flow und der Dynamik unserer Musik und sind immer 100 Prozent da. Zumindest fühlt es sich so an. Jedes Publikum in allen Ländern war gut für uns, aber das Besondere an den Deutschen ist ihre Offenheit der Musik gegenüber.

Katzenjammer gibt es seit 2005. Habt Ihr vorher schon Musik gemacht?

Das ist bei jedem von uns anders. Ich persönlich schreibe seit meinem zehnten Lebensjahr Songs, nachdem ich beschlossen habe, Klavierspielen zu lernen. Ich habe damals natürlich meist dumme, naive und irgendwie seltsame Liebeslieder geschrieben.

Was können die Leute in Dresden denn erwarten, wenn Ihr hier am 11. Mai im Alten Schlachthof spielt?

Lauter neues Zeug vom zweiten Album, viel gute Energie und eine Menge Spaß. Das versprechen wir immer. Und viel Rock'n'Roll.

Ist es für eine reine Mädchenband schwieriger, im Musikbusiness Erfolg zu haben?

Ich hab uns eigentlich nie als Mädchenband gesehen. Wir sind eine Band, die zufällig nur aus vier Mädels besteht. So lange die Musik gut genug ist, glaube ich nicht, dass es eine Rolle spielt. Aber natürlich wird das Musikbusiness von Männern dominiert. Ich würde es toll finden, wenn es mehr Girlbands geben würde. Aber immer wenn ein Mädchen auf die Bühne kommt, erwarten die Leute sanfte Balladen, vorgetragen mit einer Gitarre. Natürlich kann diese Musik nach einer Stunde langweilig werden. Vielleicht ist es das, was Leute befürchten, wenn Mädels die Bühne erobern.

Was würdest Du einem jungen Künstler raten, der Karriere machen will?

Auftreten, wo immer man kann! Auch wenn es ein lausiger Gig ohne Geld ist: Einfach spielen und den Leuten die eigene Musik zeigen. Das ist das Einzige, das junge Musiker tun können. Man weiß nie, wann man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, wo wichtige Leute aus der Musikindustrie auf einen aufmerksam werden könnten. Also muss man einfach da sein.

Katzenjammer - das sind Turid Jørgensen, Solveig Heilo, Marianne Sveen und Anne Marit Bergheim.

Konzerttermine:

11. Mai, 20 Uhr Alter Schlachthof Dresden

19. - 21. August Highfield Festival

Christin Grödel

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