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Verkehrsmuseum Dresden segelt in die Steinzeit

Verkehrsmuseum Dresden segelt in die Steinzeit

Wie lange ist der Mensch schon mobil? War bereits der Frühmensch Homo erectus ein Seefahrer? Mit diesen und weiteren spannenden Fragen der Seefahrtsgeschichte, Archäologie, Astronomie und Materialforschung setzt sich das Verkehrsmuseum in seiner neuen, ab heute bis zum 3. März 2013 geöffneten Sonderausstellung auseinander.

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Sächsische Schüler bauten die Abora I, die 1999 von Sardinien gen Kanaren startete.

Die Ausstellung knüpft am Vermächtnis des berühmten norwegischen Seefahrthistorikers Thor Heyerdahl (1914-2002) an, der bereits vor über 60 Jahren die These vertrat, dass die Menschen schon in vorgeschichtlicher Zeit mit einfachen Flößen die Weltmeere überqueren konnten. Das Segel seines Schilfbootes "Tigris", mit der Heyerdahl 1977/78 den Persischen Golf besegelte, ist erstmals außerhalb seiner Heimat als Leihgabe des Kon-Tiki Museums Oslo zu sehen.

Dominique Görlitz steht in der Tradition des Norwegers und versucht, dessen These vom steinzeitlichen Verkehr über die Meere zu bestätigen und auszubauen. Der Archäologe und Seefahrer stützt sich auf vorägyptische Belege, die er als voll steuerbare Segelschiffe interpretiert. Seit 1990 hat der Chemnitzer mit Unterstützung der ABORA-Projektgruppe fünf große besegelte und zwei kleinere beruderte Schilfboote sowie zwei Einbäume gebaut und auf dem Meer getestet. Einige dieser Nachbauten befinden sich in der Ausstellung.

Im Lichthof des Museums "ankert" die sechs Meter lange Schilfsegler DILMUN IV. Er wurde nach vorägyptischen Felsmalereien konstruiert und von Aymara-Indianern am Titikaka-See in Bolivien gebaut. Die Schilf-Flöße wurden im Vorfeld der großen ABORA-Experimente entwickelt, um nach Steinzeitvorlage die Seitenschwert-Segeltechnik auf ihre Machbarkeit zutesten.

Die Schau stellt alle ABORA-Expeditionen (1999-2007) und ihre wissenschaftlichen Hintergründe auf großen Schautafeln sowie multimedial vor und präsentiert faszinierende Fundobjekte. In der Ausstellung hängt das Segel von ABORA III. Fünf große Flicken zeugen vom 56 tägigen Kampf über 4400 Kilometer gegen die Naturgewalten auf dem Nordatlantik. In der Ausstellung läuft die Dokumentation "DIE ABORA Saga", die alle großen Expeditionen, auch die Sturmfahrt der ABORA III über den Atlantik, zeigt. Peter Weckbrodt

Sonderausstellung "Kam Kolumbus 15 000 Jahre zu spät?" ab heute bis 3. März 2013 im Verkehrsmuseum, Augustusstr. 1, Tel.: 0351/8644-0; Di. bis So. von 10 bis 18 Uhr; Eintritt: Erw. sieben, Erm. drei Euro, Familien zwölf Euro; www.verkehrsmuseum-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.09.2012

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