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Urban Street Festival in Dresden

„LackStreicheKleber“ Urban Street Festival in Dresden

Urbane Kunst hat es manchmal schwer. Auch ihre unmittelbaren Akteure sind weit versprenkelt - kleine Initiativen, Projekte und Einzelkämpfer agieren in ihren abgesteckten Kreisen. Überschneidungen gibt es kaum. Das möchte das LackStreicheKleber Festival für die Dresdner ändern.

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usann Birnstengel, Anett Bauer, Blazej Rusin (Künstler aus Polen) und Jens Besser bereiten sich im Hole of Fame auf das bevorstehende Urban Art Festival vor – und hoffen auf viele, sich „verschmelzende“ Künste.

Quelle: Christiane Michel

Dresden. Urbane Kunst hat es nicht nur in der allgemeinen Bevölkerungswahrnehmung manchmal schwer. Auch ihre unmittelbaren Akteure sind weit versprenkelt - kleine Initiativen, Projekte und Einzelkämpfer agieren in ihren abgesteckten Kreisen. Überschneidungen gibt es kaum. Das möchte das LackStreicheKleber Festival für die Dresdner ändern. Eine Art „internes Netzwerktreffen“ soll es sein, und zugleich offen für alle. Mit Blick auf das prall gefüllte, zweiwöchige Festivalprogramm scheint dieses Ziel durchaus erreichbar.

Hier trifft der soziokulturelle Part der urbanen Kultur - Graffiti-Sprayer, Tagger und Co. in Workshops und Live-Wandgestaltungsaktionen, federführend unterstützt und organisiert vom Dresdner Jugend- und Kulturzentrum SPIKE, auf einen ‚hochkulturellen’ Part, wenn die urbane Kunst in den White Cube kommt und Galeriewände erobert.

Kern des knackigen Programmangebots sind zwei Ausstellungen, die versetzt an den ersten beiden Festivalwochenenden eröffnet werden. Zum Auftakt laden die Festivalmacher am Sonnabend ab 20 Uhr ins Hole of Fame, Königsbrücker Straße 39, zur Vernissage der Ausstellung „Circle Perspective“. Hier können Interessierte kennenlernen, wie ein kleines Wandbild-Festival namens „Black Circle“ mitten im Niemandsland in den Karpaten innerhalb von acht Jahren zu einem Treffen internationaler Künstler herangewachsen ist. Zu sehen sind Fotografien des ukrainischen Künstlers Mykhaylo Melnychenko und ein aktuell für das LackStreicheKleber-Festival entstehendes Wandbild des polnischen Künstlers Blazej Rusin.

LackStreicheKleber-Mitorganisator Jens Besser hat die Ausstellung für Dresden initiiert und die beiden Künstler eingeladen, weil er zeigen möchte, dass auch in den abgelegensten Teilen Europas ohne Budget und Förderung urbane Kunstschätze entstehen können, wenn Künstler aufeinander treffen und gemeinsam etwas realisieren. Jens Besser wird in diesem Jahr selbst als Teilnehmer zu dem ukrainischen Festival reisen.

Schon etwas zeitiger lohnt sich am Sonnabend ein Abstecher zur Nikkifaktur auf dem Drewag-Gelände, Lößnitzstraße 14, wo ab 18.30 Uhr der beliebt-berüchtigte Paint Club Battle steigt. Malend und sprayend kämpfen hier Künstlerteams gegeneinander. Diesmal sind ihre ‚Leinwände’ jedoch nicht aus Papier oder Stein, sondern Autoblech. Dank einer Kooperation mit der Rallye Dresden Banjul werden alte, dann künstlerisch aufgewertete Transporter und Sprinter im Herbst ihre Fahrt nach Afrika antreten und dort für einen guten Zweck versteigert. Musikalisch begleitet wird der Künstlerkampf durch DŸSE-Schlagzeuger Jarii van Gohl und Garda-Musiker Ronny Wunderwald.

Wochentags laden dann Führungen zur Streetart in Dresden am 27.Juli und 3. und 4.August dazu ein, den Fokus im alltäglichen Straßentrubel einmal neu zu setzen. Verschiedene Vorträge verdichten den Blick auf das breite Feld der Urban Art. Unter anderem spricht die Rotterdamer Künstlerin Judy van Luyk, die aktuell als Artist-in-Residence im Rahmen des Partnerstädteprogramm in Dresden lebt und arbeitet, über ihr Werk am 3.August ab 19 Uhr im Treibhaus. Ihr Vortrag hat es nicht einmal mehr in den Programmflyer geschafft, so kurzfristig ergab sich die Teilnahme.

Das sei typisch für den sehr dynamischen Festivalcharakter, erzählt Organisatorin und Künstlerin Anett Bauer. „Wir sind immer offen für Neues. Wer was machen will, kann sich einfach melden.“ Jedes Jahr werden immer neue Leute mit hineingezogen und dabei auch Vorurteile abgebaut. „Es geht in kleinen Schritten, aber es geht voran,“ freut sich Bauer. In diesem Jahr gibt es beispielsweise eine Kooperation mit der Schreibwerkstatt Dresden, die eine Lesung im Buchladen Büchers Best am 2. August ab 20.30 Uhr und eine Kinderschreibwerkstatt im Kinderhaus Louise am 27.Juli ab 10.30 Uhr in das Festival einbringen.

Auch die groß aufgezogene „Magic City“, die ab Oktober die Dresdner Zeitenströmung in eine magische Stadt aus Straßenkunst verwandeln wird, schickt schon einmal ihre dreidimensionalen Schatten voraus, wenn der 3D-Straßenmaler Leon Keer vom 3. bis 6. August auf dem Scheunevorplatz seine anamorphe Meisterschaft unter Beweis stellt.

Zentrales Highlight bildet am zweiten Festivalwochenende dann die Vernissage der Ausstellung „Sweeping Passel“ in der (ehemaligen) Galerie Treibhaus am 29. Juli ab 19.30 Uhr. Die „umherschweifende Schar“ aus Dresdner und auswärtigen Künstlern nehmen den lange Zeit vernachlässigten Kunstort ein, bringen ihre Werke mit oder realisieren sie vor Ort. Kaufen, klönen und selber Kunst machen sollen und dürfen dann alle Interessierten am samstäglichen Urban Art Market , 30.Juli von, 11 bis 20 Uhr im und vor dem Treibhaus.

Noch ist das LackStreicheKleber Festival ziemlich Neustadt zentriert - mit Außenposten im Altstrehlener Jugendzentrum SPIKE. Erste Kooperationen und Annäherungen geben den Festivalmachern aber berechtigten Anlass zu der Hoffnung, dass sich dieser ungewollte Fokus auf bestimmte Stadtteile weiter auflösen lässt - selber Einbringen unbedingt erwünscht.

www.lackstreichekleber.de

Von Susanne Magister

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