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Uraufführung: "Leicht und Schwer" begeistert die Allerkleinsten am Dresdner tjg

Uraufführung: "Leicht und Schwer" begeistert die Allerkleinsten am Dresdner tjg

Wie leicht, wie schwer ist eigentlich Luft? Können Ballons tanzen und kann man aus ihnen eine Treppe bauen? Wie leicht, wie schwer ist es eigentlich, Zweijährige für 30 Minuten zur Stille zu bringen? Uta Meyer und Saskia Rudat haben am Wochenende mit der Uraufführung von "Leicht und Schwer" (Regie: Karen Becker) bewiesen, dass es leicht sein kann, wenn man die schwere Kunst beherrscht, ganz nah dran zu sein an der kindlichen Phantasie und Neugier.

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Uta Meyer und Saskia Rudat in "Leicht und Schwer".

Quelle: Klaus Gigga

Die beiden jungen Darstellerinnen der tjg.theaterakademie haben sich in ihrem Spiel für die Allerkleinsten auf das Allereinfachste beschränkt: eine grüne Matte und verschieden gefüllte Luftballons (Ausstattung: Anja Martin). Ja, und natürlich einen Sack voll Phantasie. Denn was die beiden jungen Frauen mit den Ballons tun, das erstaunt nicht nur ihre jüngsten Zuschauer, sondern lässt sogar die großen Begleiter im wahrsten Sinne des Worten die Luft anhalten.

So springt ein Hüpf-Luftballon scheinbar wie von selbst weg, wenn man mit ihm spielt, ein anderer bleibt an der Hand kleben, wenn man sie sanft darüber hält, ein dritter hält das Gewicht eines Körpers aus, wenn man sich darauf setzt. Schon die ersten Sekunden dieses einfallsreichen Spiels packen die kleinen Zuschauer so sehr, dass eine beinahe erschreckende Stille einzieht. Gebannt schauen die Mädchen und Jungen den Experimenten auf der Bühne zu, kommentieren mit wenigen Worten, verfolgen den Weg der Ballons mit ausgestreckten Ärmchen.

Die beiden jungen Frauen schaffen es, fast komplett auf Sprache zu verzichten. So reicht der Dreiklang "Mehr" - "noch mehr" - "genug" völlig aus, um gemeinsam ein bequemes und tragfähiges Luftkissenbett zu bauen. Nachdem alle Ballons gen Bühnenhimmel verschwunden sind, herrscht ein kurzer Moment Ratlosigkeit: "Was machen wir jetzt?" Zum Glück sind die Kleider der Spielerinnen gespickt mit leeren Luftballons. Beim Aufblasen entsteht aus dem Geräusch der einströmenden Luft zuerst ein Rhythmus, der sich durch Klopfen, Reiben und Singen zu einem Lied verstärkt. "Leicht und Schwer" - drei Worte, eine Melodie und viel Phantasie begeistern die kindlichen Zuhörer.

Wie leicht, wie schwer ist ein Luftballon? Schwer, sehr schwer - denn der mit Sand gefüllte Ballon macht bei seinem Aufprall einen lauten Knall. Er lässt sich kneten, formen, ja, sogar zu einer Treppe zusammenfügen, auf der man fast in den Himmel steigen kann. Die Kinder staunen, und auch den jungen Frauen auf der Bühne sieht man an, dass sie mit Freude und Neugier ausprobieren, forschen, spielen. Auf diese Weise erleben die Kinder, dass die Spieler nicht von vornherein schlauer sind als sie, sondern sich der Welt selbst über das Probieren, Verändern und noch einmal Probieren nähern.

Wie nah dran die Darsteller an der kindlichen Welt sind, zeigt sich auch, als nach 30 Minuten Vorstellung die Kinder eingeladen sind, selbst von den Luftballons Besitz zu ergreifen. Ohne Scheu strömen sie auf die Bühne, spielen mit den Darstellerinnen und probieren selbst, was sie zuvor beobachten konnten. Gelungener kann eine Physikstunde zum Thema Schwerkraft eigentlich kaum sein-

www.tjg-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.04.2012

Birgit Andert

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