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Uraufführung "Caspar Davis Friedrich. in betrachtung des mondes" am Sonnabend im tjg

Uraufführung "Caspar Davis Friedrich. in betrachtung des mondes" am Sonnabend im tjg

Es ist innerhalb weniger Jahre nun schon die dritte Arbeit, die der in Berlin lebende Regisseur Jo Fabian nach "Wendelgard. the first level und "Werwolf" am Theater Junge Generation (tjg) in Dresden herausbringt.

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Susan Weilandt, Nadine Boske und Iris Pickhard in der tjg-Uraufführung "Caspar David Friedrich. in betrachtung des mondes".

Quelle: Dorit Günter

Und nicht von ungefähr ist diese jetzt benannt als Theaterinstallation, speziell auch daraus entstanden, wie intensiv alle daran Beteiligten über die Themen, Fragen, Möglichkeiten gemeinsam nachgedacht sowie schlüssige szenische Wege ausprobiert haben. Um schließlich eine Aufführungsform zu finden, die das Theater in seinen Spielarten und Dimensionen eigenwillig auszuloten versteht.

Am Sonnabend nun gibt es am tjg im Großen Saal die Uraufführung "Caspar David Friedrich. in betrachtung des Mondes". Und Jo Fabian obliegt die Verantwortung für Regie, Bühne, Video, Videopainting, Choreographie, Musikauswahl und Sounds. Fabian ist bekannt dafür, dass er das Bühnengeschehen bildnerisch, Theater weitestgehend als bildendes Kunstwerk begreift. Ohne dabei aber speziell die Bildung zu gewichten. Dieser erfahrene Theatermann, der im Tanz, im Schauspiel, selbst in der Oper auf bewusst irritierende Art mit Bewegung, Sprache, Bild, Klang umgeht, schafft vor allem markante Denk- und Sehräume. In denen er das Publikum autonom agieren lässt. Fabian begreift den Zuschauer - gleich welchen Alters - als einen aktiven Partner, fördert gewitzt und intelligent die Lust am Denken, am Nachdenken, Mitdenken.

Warum aber geht es nun in der Theaterinstallation, die ja an sich schon eine Herausforderung ist, gerade um Caspar David Friedrich (1774-1840)? Diesen aus Greifwald stammenden Maler und Zeichner, der mit seinem Wirken dafür sorgte, dass Dresden zu "einem Hauptort frühromantischer deutscher Bildkunst geworden" ist, wie es im Bestandskatalog der Galerie Neue Meister heißt. Manche Jüngere werden vielleicht schon mit dem Namen nicht viel anfangen können, haben sich mit seinen Bildern nie auseinandergesetzt. Und kennen überhaupt kaum die Maler und Dichter der Romantik. Höchstens vielleicht noch den Spruch: Glotz nicht so romantisch!

Warum also Caspar David Friedrich? Und dazu auf der Bühne? Diese Frage lässt sich wohl erst beantworten, wenn man die Theaterinstallation selbst erlebt hat. Weil dann gewiss die Neugier geweckt ist, mehr über diesen Meister und seine Werke, mehr vielleicht auch über Malerei und diese Zeit zu erfahren. Und das, obwohl Jo Fabian betont, ihm gehe es nicht um die Person, auch nicht um die konkrete Biografie. Was ja irgendwie ablesbar ist; selbst die eingesprochenen Texte sind fiktiv. Doch dieser vielseitige Theatermann nähert sich seinen Anvisierten auf eine Art, die immer auch aufs Ganze, aufs Wesentliche zielt. Und kommt ihnen dabei näher als manch anderer, der mit Klischees nur so herumrumballert. Wobei auch Fabian nicht gänzlich frei davon ist. Aber bei ihm hofft man dann immer noch, er könne es auch in Frage stellen.

Bei Caspar David Friedrich interessiert ihn offenbar, und das hat er beim Videopainting wohl ebenso erfahren können, wie viel Mühe, Ausdauer, Langsamkeit sich Friedrich im Schaffensprozess selbst abverlangt hat. Speziell die Langsamkeit, so äußert Fabian in einem Theatertext, begreift er dabei als Voraussetzung, "seine Sinne zu nutzen und nicht den vorprogrammierten Verstand. Romantik bedeutet auch immer die Befreiung von einem Dogma und die unbequeme Konfrontation mit der Frage, inwieweit man Gefangener seiner Zeit und deren Ideologien ist."

Deutlich assoziiert Fabian in seinen irritierenden Theaterbildern auch den spannungsreichen "Maler der Stille". Und schafft auf der Bühne Situationen, die die "Intelligenz der Sinne" herausfordern, und das quasi bei den Darstellern ebenso wie beim Publikum. Auf seine Weise "komponiert" und "zerlegt" er die Bildschöpfungen Friedrichs, irritiert in den Zuordnungen, setzt Schauspieler und Bildwerke zueinander in Beziehung, spielt mit Farbigkeit und Tonabstufungen. Ein fast schon behutsames, spannungsreiches Spiel mit Fiktion und (Theater-) Wirklichkeit.

Premiere am Sonnabend, 19.30 Uhr, evtl. Restkarten ab einer Stunde vor Vorstellungsbeginn an der Abendkasse

www.tjg-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.09.2014

Gabriele Gorgas

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