Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Google+
Unterhaltsam und kontrastreich: 5. Apéro-Konzert der Dresdner Philharmonie

Unterhaltsam und kontrastreich: 5. Apéro-Konzert der Dresdner Philharmonie

Ganz im Zeichen einer geistvollen Unterhaltung stand das jüngste Konzert der Dresdner Philharmonie unter Christian Zacharias im Hygiene-Museum. Da sich das Konzert zudem als besonders kontrastreich erwies und auch einem Außenseiter der Konzertliteratur eine Chance gab, waren alle Voraussetzungen für einen anspruchsvollen Abend musikalischen Glücks gegeben.

Den zunächst nur theoretischen Ansprüchen stand die Realität in Gestalt der musikalischen Umsetzung in Nichts nach. An so mancher Stelle des Abends bot sich auch die Gelegenheit darüber nachzudenken, was Musik eigentlich kann und will.

Ein Spätwerk Igor Strawinskys, die 1941/42 geschriebenen Danses concertantes, bildete den Konzert-Mittelpunkt: klar und unschwer nachvollziehbar in seinen Strukturen, wie so oft bei Strawinsky auch dem Ballett verpflichtet, ein Divertimento für Kammerorchester. Die fünf Sätze sind spiegelverkehrt angeordnet. Bei den umschließenden Märschen war gut vorstellbar, wie Tänzer die Bühne betreten und wieder verlassen. Christian Zacharias und die Philharmoniker verständigten sich auf konturenscharfes, präzises Musizieren mit viel Sinn für hintergründigen Humor (Marches) und Raum für exquisite Klangschönheit (Variationen). Ein fesselndes Hörerlebnis, bei dem einfach alles stimmte!

Mozarts Klavierkonzert F-Dur aus dem Winter 1784 schrieb dieser für den eigenen Gebrauch. Unbeschwert heiter, verspielt kommt es daher und erfreut uneingeschränkt, noch dazu, wenn es so feinsinnig und farbenreich musiziert wird wie hier durch Christian Zacharias und die Philharmoniker. Sie präsentierten sich interpretatorisch im allerbestem Einvernehmen, ein Herz und eine Seele. Natürlich gingen sie dem Marschrhythmus des Allegros frisch und zupackend nach, aber eben auch nicht zu forsch und vordergründig. Und erst die sanfte Intimität des langsamen Mittelsatzes, die hier in schönster Differenzierungskunst zum Klingen gebracht wurde - ganz fein! Zacharias hat den Ruf, ein absoluter Kenner der Mozart'schen Klavierliteratur zu sein. Und das merkte man hier in jedem Ton.

Haydns zwölf Londoner Sinfonien sind die Krönung seines sinfonischen Schaffens, Abschluss einer Entwicklung in der Gattung, die durch Beethoven eine Fortsetzung finden wird. Die D-Dur- Sinfonie op. 93 steht dabei etwas im Schatten ihrer Schwesterwerke. Doch auch darin lächelte Joseph Haydn verschmitzt um die kompositorische Ecke, behielt er sich mit den lauten Fagott-Einwürfen Ende des Largos einen Extraspaß vor, der die Londoner verblüffte. Die Philharmoniker musizierten die Sinfonie locker und duftig, machten sie nicht zum sinfonischen Schergewicht. Zacharias wählte durchweg herzhafte, vorwärts strebende, aber auf gar keinen Fall überzogene Tempi. Federnde Eleganz und Charme war seiner Interpretation eigen. Mit feiner Hand rückte er die wundervollen Details der Sinfonie ins rechte Licht, etwa die schon erwähnten Fagott-Passagen oder diesen herrlich durchsichtigen "Streichquartett"-Zauber zu Beginn des langsamen Satzes (glanzvoll von den Stimmführern dargeboten!) oder den mitreißenden Schwung des Menuetts.

Ermittlungen nach Flüchtlingsprojekt

Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen die Intendantin der Hamburger Kulturfabrik Kampnagel eingeleitet. Eine Sprecherin der Behörde bestätigte, dass wegen des Anfangsverdachts auf "Beihilfe zum Verstoß gegen das Aufenthaltsrecht für Ausländer" gegen Amelie Deuflhard ermittelt werde. Die Kulturfabrik hatte Afrikanern der Gruppe "Lampedusa in Hamburg" bei einem Kunstprojekt auf ihrem Gelände Unterkunft und Beschäftigung geboten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.05.2015

Mareile Hanns

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr