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Ungarns Kultband Omega zelebriert ihren 50. Geburtstag im Dresdner Kulturpalast

Ungarns Kultband Omega zelebriert ihren 50. Geburtstag im Dresdner Kulturpalast

Der Streit darum, ob das 2010 erschienene Album "Omega Rhapsody" das erste Soloalbum des Frontmanns der Band, János Kóbor ist oder eine weitere reguläre Omega-Platte, mag so oder so ausgehen - Tatsache ist, dass es sich bei diesem Silberling um einen Versuch handelt, eigene, teils berühmte Songs aus früheren Omega-Zeiten mit den Klängen eines philharmonischen Orchesters zu koppeln und so wiederzuverwerten.

Und Tatsache ist auch, dass dies der erste Teil eines auf drei CDs angelegten Recycling-Projektes ist; im Oktober soll die zweite CD dieser Art folgen, die dritte ist bereits in Arbeit. Titel, grafische Titelgestaltung und Beginn der - sagen wir - Kóbor-CD spielen mit Verweisen auf Franz Liszt, der als populärster Ungar der Weltgeschichte mit seinen neunzehn "Ungarischen Rhapsodien" diese Musik-Gattung weltbekannt gemacht hatte.

Nun also, etwas kleiner, aber mindestens ebenso ehrgeizig, die erste "Omega Rhapsodie". Dafür hat János Kóbor die hier vertretenen, aus mehreren Jahrzehnten stammenden Songs extra für das Zusammenspiel mit einem Sinfonieorchester arrangiert und im Studio - überwiegend mit Nicht-Omega-Musikern - neu produziert.

Mit "Mozgó világ" ("Moving world") greift der Omega-Sänger wohl am weitesten in die Vergangenheit zurück - der Titel erschien erstmals 1975 auf der 6. Omega-LP "Nem tudom a neved" (I don't know your name), die später als "Szvit", "Suite", wieder veröffentlicht wurde.

Das gesamte Material ist nicht nach Hit-Erfolgen ausgesucht worden, es vereint hauptsächlich Stücke aus der Space-Rock-Phase der Band. Dazu zählen das zweiteilige "Napot hoztam, csillagot / Ablakok" ("House Of Cards") und "Éjféli koncert" ("Late Night Show") vom Album "Idörabló" ("Timerobber"), das 1977 zeitweise Pink Floyds "Animals" in den LP-Charts den Rang ablief und in Westeuropa zum Millionenseller wurde, oder der Klassiker "Metamorfózis" ("Metamorphosis") vom darauffolgenden Album "Csillagok útján" ("Skyrover"). Doch auch Titel aus anderen Band-Phasen sind vertreten, so "Az arc" ("The face") vom gleichnamigen 1981er Album, "Kötéltánc" ("Beggar's Dance") vom elften Album 1982, "Babylon" ("Tower of Babel") von der 1987er LP "Babylon" und das aktuelle Himmelszeichen ("Égi jél" - "Heaven's sign") der gleichnamigen CD aus dem Jahre 2006. Durch die Neuarrangements könne man Kóbor zufolge den Songs ihre unterschiedlichen Entstehungszeiten nicht mehr anhören. - Nun, was für die Einen positiv ist (schließlich soll anlässlich des Jubiläums das Omega-Gesamtwerk als etwas zeitlos Gutes und Monolithisches dastehen), ist für andere eine durch Novellierung von Stil und Ausdruck entstandene Enttäuschung. Der "Turm von Babel" beispielsweise wirkt im Original von 1987 zupackend-rockig mit dreckigen New-Wave-Spritzern, nun jedoch, im Orchestergewand, entsteht eher ein schwülstiger Eindruck.

Durch die Auswahl und die Neu-Arrangements der Titel wird deutlich hörbar, dass Omega-Ikone János Kóbor kaum Blues-Wurzeln hat, nicht zu den Verfechtern des beinharten Bluesrock gehört und von Anbeginn an eine Vorliebe für Klassik und große Musiktheaterinszenierung pflegte. Jede Verdi-Oper sei ihm musikalisch lieber als ein Schwarzer, der zur Gitarre aus seinem zahnlückenbehafteten Mund die Klage über das Fehlen der Liebsten herausquetscht, erklärt Kóbor. Weit geschwungene, große, schöne Melodien, ein Markenzeichen von Omega, sind sicherlich positiver Ausdruck dieser Neigung.

Zum Konzert am Sonnabend im Dresdner Kulturpalast - Teil der großen Tour anlässlich des 50. Geburtstages der Kultband - bildet das "Rhapsody"-Projekt eine Grundlage. Anstelle einer Vorgruppe will die Band selbst zusammen mit dem Akademischen Orchester der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg auftreten und eine Art Rhapsodie auf der Basis populärer Omega-Titel intonieren, danach ihr derzeit reguläres Programm, teils ebenfalls mit dem Orchester, zelebrieren.

All zu viele Konzerte mit den Omega-Musikern wird es sicher nicht mehr geben - also nichts wie hin!

Vor dem Konzert am 12. Mai ist die Band Omega von 15 bis 16 Uhr Gast im Sweetwater Record Store (Friedrich-Wieck-Str. 4) und gibt Autogramme. Jeder kann seine Schallplatten, CDs oder sonstige Erinnerungsstücke mitbringen und signieren lassen. Und man kann mit den Bandmitgliedern ins Gespräch kommen.

Sonnabend, 20 Uhr, Kulturpalast: Omega live mit dem Akademischen Orchester der Martin Luther Universität Halle-Wittenberg

Karten in drei Kategorien zwischen zirka 37 Euro und 51 Euro im VVK an allen bekannten Konzertkassen und im Internet.

http://www.aust-konzerte.com/Vorverkauf.html

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.05.2012

Mathias Bäumel

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