Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Google+
Umbau der Technischen Sammlungen Dresden startet

Umbau der Technischen Sammlungen Dresden startet

In den Technischen Sammlungen Dresden (TSD) hat ein 1,5 Millionen Euro teurer Umbau begonnen, der die Museumsflächen erweitern, bisher unsanierte Teile des denkmalgeschützten Ernemann-Gebäudes in Striesen erschließen, es für wachsende Besucherströme fit machen und neue Mitmach-Shows für Jugendliche ermöglichen soll.

Voriger Artikel
Die Toten Hosen geben Zusatzkonzert in Dresden
Nächster Artikel
Party mit den Firebirds im Alten Schlachthof

Bildunterschrift

Von heiko Weckbrodt

Das teilte Museumsdirektor Roland Schwarz mit. "Wir arbeiten derzeit auch an einer Konzeption für größere Dauerausstellungen, zum Beispiel über die Rechentechnik", sagte er. Wann die dafür benötigten weiteren Gebäudetrakte saniert werden können und wie dies zu finanzieren sei, bleibe aber vorerst offen. Die nun begonnenen Arbeiten sollen aber in einem Jahr abgeschlossen sein.

Elektroniker richten Schau ein

In Ordnung gebracht wird vor allem der G-Flügel an der Glashütter Straße. Dort richten die TSD und das sächsische Chip-Forschungsprojekt "Cool Silicon" eine Ausstellung über Mikro- und Nanoelektronik ein. Auf 440 Quadratmeter finden die Besucher dann interaktive Stationen, um die Geschichte und Hintergründe dieser Hochtechnologien zu erkunden. Auch werden Originalprodukte und Prototypen aus der Dresdner Chipindustrie sowie Forschungsmodelle und Installationen gezeigt, die das Ringen der Forscher um neuartige Stromspar-Halbleiter veranschaulichen.

Nebenan installieren das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die TU und die TSD ein Schülerlabor, das "DLR School Lab". Auf 250 Quadratmeter werden aufwendige Experimentalanlagen eingerichtet, an denen Schüler Technologien für die mobile Gesellschaft von morgen und die "Energiewende" erproben. Damit knüpfen die TSD auch an das "Erlebnisland Mathe" an - die vor vier Jahren eröffnete Mitmachausstellung für Kinder und Jugendliche hatte die Besucherzahlen im Technikmuseum seinerzeit glatt verdoppelt.

Haupteingang an "Schandauer"

Die wachsende Gäste-Resonanz macht indes einen weiteren Umbau nötig: Die TSD bekommen bis zum vierten Quartal 2013 einen neuen, breiteren Haupteingang direkt an der Schandauer Straße. Im Tiefpartarre dahinter entsteht ein großes Foyer mit einem Museumsladen und multimedialen Infoständen, die den Besuchern einen Überblick über die Attraktionen des Hauses geben. Auch erhält das Museum Schaufenster zur Straße hin, um "Laufkundschaft" anzulocken. Der bisherige Eingang an der Junghansstraße mit dem altehrwürdigen Direktionsfoyer bietet dann Platz für eine größere Schau über die Geschichte des Hauses und die Kameraproduktion, die den Komplex jahrzehntelang dominierte.

"Wir werden bei der Sanierung darauf achten, Spuren der früheren Kameraproduktion und der Menschen, die hier gearbeitet haben, als eine Art im Haus verstreuten Satelliten-Systems zu erhalten", betonte Schwarz. Dazu gehören zum Beispiel Reste eines Gojko-Mitic-Posters, das sich wohl einst eine Pentacon-Mitarbeiterin über den Arbeitsplatz geklebt hatte. Oder auch eine in schreiendem Rot an eine Wand gepinselte Aufforderung an die Kollegen, "Ordnung und Sauberkeit" zu wahren. Das Gebäude gilt als ein herausragendes Beispiel der Industriearchitektur der 1920er Jahre. Hier haben zunächst die Ernemann-Werke und später Zeiss-Ikon und der VEB Pentacon Fotoapparate und Kinotechnik von Weltruf produziert.

Komplex zuerst riesig geplant

Die ersten Teile des markanten Gebäudekomplexes an der Junghansstraße entstanden ab 1915. In den Jahren 1920 bis 1923 folgten weitere Trakte in Stahlbeton-Bauweise mit Jugendstilelementen und vor allem der prägende Turm. Ursprünglich sollten die Ernemannwerke sogar noch viel riesiger werden und sich etwa bis zum heutigen Sportstudio hinstrecken. Der Abschluss des vorgesehen Karrees durch einen Ostflügel und weitere Innenhofbauten und Hofbrücken wurde jedoch nie realisiert. Krieg und Weltmarktveränderungen machten dem Fabrikanten Heinrich Ernemann einen Strich durch die Rechnung. Bereits 1926 mussten die Ernemannwerke mit weiteren Kameraunternehmen zur "Zeiss Ikon" fusionieren, aus der 1964 der VEB Pentacon hervorging - sie alle bekannt vor allem für ihre legendären Spiegelreflexkameras.

Schon zu DDR-Zeiten, im Jahr 1972, wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. 1990 liquidierte die Treuhand den Betrieb, 1992 kaufte die Stadt Dresden das alte Fabrikgebäude - woraufhin dort die TSD einzogen.

www.tsd.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.11.2012

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr